Die Hochkonjunktur der Gefühls- und Freiheitskrämer 1: Gerald Hüther und seine „Potentiale Entfaltung“™


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Gerald Hüther, Potentiale Entfaltung

Aus Anlaß des Erscheinens meines neuen Buches „Max Stirner und Tiefenwahrheit“ (2025) überlasse ich mein vorletztes Buch „Pan-Agnostik. Erscheinungsformen der Metaphysik und deren Wertlosigkeit für die Existenz“ (2023) zum kostenlosen Download und stelle es auch als Hörbuch zur Verfügung. Das physische Buch kann weiter hier gekauft werden.

Wer die zwei Jahre bis zum Erscheinen meines dann nächsten Buches (2027) und den freien Download des dann zwei Jahre zurückliegenden „Max Stirner und Tiefenwahrheit“ (2025) nicht abwarten möchte, kann „Max Stirner und Tiefenwahrheit“ schon heute als physisches Buch oder als PDF hier bestellen. Das Inhaltsverzeichnis dieses Buches können Sie hier sehen.

Einer, der durchaus eine gewisse Ahnung davon hat, was „man selbst sein“ (Max Stirner: „ein Eigner sein“) und was „sinnvolles Leben“ bedeutet, ist ein gewisser Prof. Dr. Gerald Hüther. Er sagt in einem Video[i], das ich der Bedeutung wegen hier transkribiere:

„Ich glaube, wir erleben im Augenblick die interessanteste Phase in der Menschheitsgeschichte, weil wir plötzlich an einen Punkt kommen, wo wir uns fragen müssen, was wir eigentlich sein wollen.

„Es gab eine lange Zeit – noch bis vor ein, zwei Jahrzehnten –, da ging es uns vor allem darum herauszufinden, was uns von den Tieren unterscheidet. Und dann haben wir uns geeinigt: Das sind unsere kognitiven Möglichkeiten. – Wunderbar.

„Nur: Jetzt haben wir mit Hilfe dieser kognitiven Fähigkeiten Maschinen gebaut – also Computer, digitale Geräte – und stellen fest, daß die in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten, auf die wir immer so stolz waren, plötzlich anfangen, uns überlegen zu werden: Die können sich mehr merken als ich. Die können mir auch besser sagen, wo ich im Augenblick bin, wenn ich so ein Orientierungssystem benutze. – Also fast alles, was ich sozusagen wissen konnte und was mich vorher so ausgezeichnet hat, das kann auf einmal mein kleines Smartphone viel besser als ich.

„Und jetzt haben wir noch die KI und deren Möglichkeiten, das heißt, die können jetzt auch noch Texte schreiben für mich, die können auch noch irgendwas erkennen und was ableiten, was ich bisher mit meinen kognitiven Fähigkeiten nur mühevoll zustande gebracht habe.“

Der Professor hat recht: Unsere Kernkompetenz liegt nicht gerade in der kognitiven Intelligenz; diese wird sowieso verkümmern, weil nicht mehr gebraucht. Der chinesische „Jiuzhang 3.0“ hat gerade Computergeschichte geschrieben und den „Sycamore“ von Google und den „Osprey“ von IBM direkt herausgefordert, indem er in vier Minuten ein Problem löste, für das die besten klassischen Supercomputer der Welt schätzungsweise 2,5 Milliarden Jahre bräuchten. Dieser photonische Quantencomputer ist nicht wie herkömmliche Maschinen auf Elektrizität und Silizium angewiesen – er nutzt Lichtteilchen (Photonen), um Berechnungen über Quantenzustände hinweg durchzuführen, was eine enorme parallele Rechenleistung freisetzt.[ii]

Aber das Problem ist nicht eine Konkurrenz von menschlicher und maschineller Kognition, die uns Hüther hier aufmacht, sondern es ist die Betonung der Kognition als eines angeblichen menschlichen Alleinstellungsmerkmals bzw. einer Konstituante: Du bist, was du rechnest. Calculo, ergo sum.

Was wir aber wirklich sind – was unter dem Rechnen liegt –, das muß nicht zwangsläufig, unbedingt und notwendigerweise mit maschineller Kognition konkurrieren. Wir laufen sowieso außer Konkurrenz, haben gar keine andere Wahl mehr, als der KI auf diesem Gebiet den Vortritt zu lassen. Im Verhältnis zur KI liegt nicht unser Hauptproblem. Wir könnten sehr wohl auch wir selbst und selbstreguliert, also ein „Eigner“ (Stirner) sein, wenn um uns herum Photonencomputer wie irre rechnen. (Ich spiele aber auch nicht die realen Gefahren der KI – ihr Eingreifen in unsere Autonomie – herunter.)

Weiter Gerald Hüther:

„Und jetzt stellt sich die Frage: Hey, wer sind wir denn nun eigentlich? Gibt es irgendwas, das uns nicht von den Tieren, sondern von diesen, von uns selbst gebauten digitalen Geräten unterscheidet? Und da fängt es an, interessant zu werden. […] – Es sind Bedürfnisse, die uns von diesen Geräten unterscheidet – das ist der Schlüsselpunkt. […]

„Ich kann nur davor warnen, daß wir versuchen, besser zu werden als die digitalen Geräte, indem wir immer besser funktionieren. […] Wir werden diesen Maschinen immer ähnlicher, bis man am Ende so weit ist, daß man sich selbst mit so einer Maschine verwechselt.

„Und dann wird’s gefährlich. Dann kann es passieren, daß die dann auch nicht mehr wissen, wie Sie wieder lebendig werden, wie Sie dann wieder Zugang finden zu ihren wahrhaftigen, lebendigen Bedürfnissen, die Sie in diesem Hamsterrad des Funktionierens oftmals Jahre, manchmal sogar jahrzehntelang unterdrückt haben.“

Dazu, wie es „uns gelingen könnte, uns wieder mit unseren Gefühlen zu verbinden“ und daß „das Denken, das Fühlen und das Handeln wieder eins wird“, sagt Hüther dies:

„Ich will mich entfalten. […] ‚Potentiale Entfaltung‘[iii] wäre das, was man der KI und all diesen digitalen Geräten entgegenhalten kann. Aber Potentiale Entfaltung geht eben nur dann, wenn es uns allen gelingt, uns wieder mit unseren Gefühlen zu verbinden, wenn das Denken, das Fühlen und das Handeln wieder eins wird.

„In uns allen steckt eine verborgene Kraft, die nur darauf wartet, entfaltet zu werden. Das Freisetzen dieser tief schlummernden Kraft, schafft für uns ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben, voller Wachstum und Freiheit.

„In der einzigartigen Ausbildung zum Potentialentfaltungscoach mit Prof. Dr. Gerald Hüther erfährst du das ganzheitliche Wissen der Potential-Entfaltung, um für dich, aber auch für deine Klienten ein grenzenlos erfülltes Leben zu schaffen.

Werde mit dem Wissen aus der modernen Hirnforschung zu einem ‚Brückenbauer‘ zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und individueller Lebenspraxis.

Sichere dir jetzt ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch, um gemeinsam mit einem Berater zu entscheiden, ob diese Ausbildung die richtige für dich ist.“[iv]

Hüther will also ein Schneeball- bzw. Franchisesystem der Gefühlskrämerei, einen Freiheitskrämerladen aufbauen.

„Potential entfalten“ ist – diesseits des Marketings – ein dermaßen schwieriger Prozeß, daß es wie Hohn oder wie ein Witz wirkt, wenn ausgerechnet ein Gehirningenieur die Sache angehen will.

Es hilft keine „Hirnforschung“, die angeblich in Beziehung zu meiner „individuellen Lebenspraxis“ gesetzt werden kann, auf daß sich dann mein „Potential entfaltet“.

Diese Verbindung von „Hirnforschung“ und „individueller Lebenspraxis“ nenne ich in meinem „Pan-Agnostik“-Buch „Wissenschaft 2.0“. Alexander Dugin und andere nennen es die „objektbezogene Ontologie“[v].

((( Korrespondiert mit „Pan-Agnostik“ Dritte Abteilung: Wissenschaft 2.0, Kapitel: 28. Wissenschaft 2.0: die Anwendung der Erkenntnisse im Äußeren auf das Innere, 29. Vom Erfolg der Wissenschaftler 1.0 in die Hybris getrieben, 31. Handlungsanweisungen der Wissenschaftler 2.0 als Ersetzung der Gebote, 32. Nicht ihre Stimmigkeit oder Unstimmigkeit – die existenzielle Totalsinnlosigkeit der Hochleistungswissenschaft 2.0 ist das Problem, 33. Künstliche Intelligenz als Teil von Wissenschaft 2.0, 34. Wissenschaft 2.0 als Turbotheïsmus und Hauptreligion, 35.2. Die Germanische Heilkunde nach Ryke Geerd Hamer, 35.2.6. Unterschätzung der Tiefe des Konfliktes und der Lösungsschwierigkei-tenm, 35.2.11. Spontaneïtät als Königsweg. Hörbuch: Hörbuch: https://youtu.be/ttAmqHB0NuA/ . Die jeweiligen Kapitel sind in der Youtube-Videobeschreibung oder hier https://tiefenwahrheit.de/pan-agnostik/ direkt anklickbar. )))

Sein „Potential entfalten“ kann man aber nicht etwa mit einer „subjektbezogenen Ontologie“, sondern nur instantan als Subjekt (mit dem „Rest-Eigner“).

((( Korrespondiert mit „Max Stirner und Tiefenwahrheit“ u.a. in den Kapiteln 8.1. Nur subjektiv-subjektbezogene Philosophien sind von selbstermächtigendem Wert, 8.5.7. Weitere Übungen zur Übersetzung der Objekt-Sprache in stirneristische Subjekt-Sprache, 8.5.8. Zu Stirnern zurück – und weiter voran. )))

„Instantan ein Subjekt zu sein“ bzw. dies wieder zu „erlernen“, ist aber ein Prozeß, der zwar äußerst einfach erscheint – „sei einfach du selbst!“ –, der aber in Wirklichkeit sehr schwierig und langwierig ist, weil die Emotionen, die dabei eine Rolle spielen, extrem negativ sind (der Schmerz, der dich davon abgebracht hat, du selbst, ein „Eigner“, zu bleiben). Mit einem „Jauchzen“ oder einem „Ruck“, wie sich das Stirner und Richard Wagner noch naiverweise vorgestellt hatten, hat das leider nichts zu tun, aber erst recht nicht mit einem „Schalter“, den man nur umdrehen müsse, wie uns das ganz schlaue Intellos sagen.

((( Korrespondiert mit „Max Stirner und Tiefenwahrheit“, u.a. Kapitel 2.8. Der durch Stirner gegebene Ansatz eines Empörungs-, Souveränisierungs- und Wiederaneignungs-Verfahrens, 2.8.1. Exkurs: Richard Wagners Holzweg vom „Von-sich-schleudern mit einem einzigen Rucke“ des  „willkürlichen Denkens“ und der „civilisierten Barbarei“ durch soziale und künstlerische „Revolution“. )))

Wieder du selbst zu werden, hat aber schon mal gar nichts damit zu tun, sich bei den Händchen zu nehmen, Ringelpiez zu tanzen und in die Kamera zu grinsen.[vi]

Doch Prof. Dr. Gerald Hüther ist nur einer unter sehr vielen Freiheitskrämern, die sich auf den Markt drängen. Unter Hunderten von krämerischen Scharlatanen sei nur beispielhaft ein gewisser Kayvan Soufi-Siavash („KenFM“) genannt, der uns fragt: „Wie frei seid Ihr wirklich?“ und natürlich weiß, daß wir es nicht sind, dafür aber, wie wir es werden[vii]. Oder ein gewisser Andreas Popp, der uns eben mal so fragt: „Schon aufgewacht?“ und uns „die große Transformation“ in Aussicht stellt[viii].

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Kayvan Soufi-Siavash (KenFM)

Erst heute wieder, am 25. Juni 2025, sagt ein gewisser „LION-Media“:

„Doch angesichts der Möglichkeiten, wie sich die Situation nach dem US-Militärschlag auf den Iran hätte entwickeln können, muß man tatsächlich sagen, daß die Aussichten zum aktuellen Zeitpunkt gar nicht so schlecht sind und der Pfad in Richtung Weltfrieden tatsächlich noch begehbar ist. […] [Die Menschheit] kann souverän und frei von Fremdbestimmung werden. […] [Man] kann die Ketten sprengen. Wenn die Menschen nicht auch innerlich und in ihrem Denken freiwerden, dann wird sich die Geschichte früher oder später wiederholen. Deshalb ist das aktuell solch ein wichtiger Wendepunkt für die gesamte, weltweite Widerstandbewegung.“[ix]

Dieser Typ hat nicht die geringste Ahnung von „Souveränität“, „Selbstbestimmung“, „Ketten“, „Innerlichkeit“ und „freiwerden“.

Die einzig wirkliche Alternative zur Verschüttung unserer Konstituante und zu Wiederaneignung unseres „Eigners“ ist die Tiefenwahrheit™. 

(Geschrieben am 25. Juni 2025)

Mehr Werbetexte für „Pan-Agnostik“ und „Max Stirner und Tiefenwahrheit“ hier.
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[i] https://www.facebook.com/younitycom/videos/1348291839477960/, https://odysee.com/@tiefenwahrheit:1/h%C3%BCther:d

[ii] https://postquantum.com/industry-news/jiuzhang-3/

[iii] https://www.potential-entfaltung.academy/

[iv] https://www.facebook.com/younitycom/videos/1348291839477960/, https://odysee.com/@tiefenwahrheit:1/h%C3%BCther:d

[v] Objekt-orientierte Óntologie und Entfremdung. Der verheerende Einfluß der Wissenschaft – insbesondere ihrer Disziplin Psychologie – als Objekt-Orientierung auf das Subjekt. Für die Subjekt-Orientierung und darüber hinaus das Ón!: http://tiefenwahrheit.de/weitere-texte/objekt-orientierte-ontologie-und-entfremdung/

[vi] https://www.facebook.com/younitycom/videos/1348291839477960/

[vii] https://www.youtube.com/watch?v=q7cyTVYFNSw

[viii] Schon aufgewacht? Die große Transformation überall! | Andreas Popp im Gespräch mit Helmut Reinhardt: https://www.youtube.com/watch?v=xeWUNxOQPZg

[ix] https://odysee.com/@MaxWende:f/LION-Media—Trump-stoppt-Israels-Krieg—Hat-er-Netanjahu-ausgetrickst—24.06.2Q25:b von 13:20 bis 14:31