Innere und äußere Wahrheit


Souveränität, Identität, äußere und innere Wahrheit

„Vom Tiefpunkt der vollendeten Individualisierung aus kann der Neuaufbau einer ständischen Volksgemeinschaft nur radikal atomistisch beginnen und vom Personenstand des Einzelnen ausgehen.“
Reinhold Oberlercher, Lehre vom Gemeinwesen, Berlin 1994, S. 88

„Äußere Wahrheit“ ist die von Gesellschaft, Politik und Geschichte – das Kollektive; „innere Wahrheit“ die des Einzelnen – das Individuelle.

Die ganze Wahrheit umschließt beides: die äußere und die innere Wahrheit.

Die Bewegung der äußeren Wahrheit („Truther“) gesellt sich nun die der inneren Wahrheit hinzu.

Die Tiefenwahrheit – eine Identitäre Bewegung für das Innere.

Innere und äußere Wahrheit

Wie wir im ersten Teil der Einführung zu verstehen gegeben haben, soll das Soziale und Politische auf den Seiten des Institut für Tiefenwahrheit keine weitere Rolle spielen. Ein möglicher Sinn der Tiefenwahrheit kann darin bestehen, daß der Einzelne durch Tiefenwahrsagestunden für sich eine größere Souveränität erreicht.

Aber es liegt auf der Hand, daß die Wahrheit nicht nur im Individuellen, sondern auch im Kollektiven eine zentrale Rolle spielt, es da also einen Zusammenhang gibt und wir es ausdrücklich begrüßen, wenn die Zeichen in der Gesellschaft und in der Politik jetzt stark auf eine Souveränisierung der Völker stehen. Die Völker wollen wieder selbst Herr über ihr Schicksal sein und sich die an übergeordnete, nicht demokratisch legitimierte Instanzen abgegebene Macht wieder zurückholen wollen. Eine solche Fremdherrschaft – eine Herrschaft gegen die Interessen der Mehrheit – konnte nur mit massiven Lügen aufrechterhalten werden.

Es braucht eigentlich nicht daran erinnert zu werden, daß, wenn der Einzelne auf den Grund seiner individuellen Wahrheit kommt und seine individuellen Interessen erkennt, er dort selbstverständlich auch seinen eigenen Anteil an der Gemeinschaft findet und diese stärkt. Letzteres spielt dies zwar hier im Institut für Tiefenwahrheit keine Rolle und muß ergebnisoffen bleiben, aber man darf von der Richtigkeit dieses Satzes ausgehen.

Gleiches gilt von der Entfremdung, von der viel auf den Seiten des Institut für Tiefenwahrheit die Rede ist und deren Beseitigung wir forsch in Angriff nehmen.

Ein Individuum, das sich seiner Wahrheit hingibt und nach ihr leben will, erlangt Souveränität, und wenn wir als Volk wieder souverän werden wollen, dann kann es nicht schaden, wenn sich Einzelne auf diesen Weg machen. Dort gerät dann das Kollektive aus dem Blick, der Einzelne hat mit sich zu tun, und auf diesen Seiten geht es, das sei nochmals betont, nur um Einzelne und ihre ganz individuellen Schicksale. Es geht in der Tiefenwahrheit nicht um Politik. Es werden keine politischen Gespräche geführt, und selbstverständlich sind Anhänger verschiedener politischen Strömungen gleichermaßen willkommen. (Das soeben gesagte schmälert natürlich nicht das Recht und die Möglichkeit des Kunden, solange über Politik zu sprechen, wie es ihm beliebt.)

Institut für Tiefenwahrheit

Es ist aber auffällig, daß z. Zt. der Begriff „Wahrheit“ in der Öffentlichkeit eine immer stärkere Präsenz gewinnt. Das Magazin Compact. Zeitschrift für Souveränität und die politische Partei Alternative für Deutschland (AfD) haben denselben Leitspruch: „Mut zur Wahrheit!“– Sollte sich das wirklich nur auf das Politische und Kollektive beziehen? Jeder weiß, daß dieser Mut im Einzelnen aufgebracht werden muß.

Nur in der Gemeinschaft sind wir stark, das ist angesichts unserer Umerziehung zu Feiglingen und allseits Unfähigen so wahr wie noch nie. Aber allein darauf können wir uns nicht verlassen, es gilt nicht in die Masse zu flüchten, sondern mutig seinen Mann zu stehen, jeder an seinem Platz.

Die Wahrheit ist die entscheidende Waffe im Kampf um die nationale Souveränität geworden. Im nachfolgenden möchte ich  einige Autoren zitieren – stellvertretend für etliche –, die den besagten Zusammenhang von Wahrheit, Einzelnem und Volk herstellen und damit meine These unter Beweis stellen, daß das gesellschaftliche Klima sich seit einiger Zeit schon sehr zugunsten der Wahrheit verändert und auch der individuelle Aspekt dabei gut erkannt wird.

Russenkaserne Fürstenberg

Karl Richter schrieb in einem Artikel mit dem Titel „Das entfremdete Abendland“ in Nation & Europa (11-12/2006):

„Es gibt einen tiefen Zusammenhang zwischen Freiheit und Wahrheit; eine Stelle im Neuen Testament bringt es programmatisch auf den Punkt: ‚Die Wahrheit wird euch frei machen‘ (Joh. 8,32). Will sagen: keine Freiheit ohne das Fundament der Wahrheit. Letztere ist nicht nur ein Tugendgebot, auf dem mit unterschiedlicher Akzentuierung mehr oder weniger alle Religionen beharren. Wahrheit ist vielmehr eine Daseinsbedingung alles Existierenden. Alles, was ist, muß sich darauf verlassen können, daß Informationen, die durch Wahrnehmung und genetische Ausstattung vermittelt werden, ‚wahr‘ und den realen Gegebenheiten adäquat sind. Alles andere ist lebensgefährlich und schmälert die Chancen der Art auf den eigenen Fortbestand. (…)

Oder könnte es nicht vielmehr sein, daß uns allesamt das tragende Fundament unserer Selbstbehauptung in der Welt abhanden gekommen ist – die Wahrheit?

Denn es ist doch so: Wer in sich ruht, weil er mit sich im reinen ist, den plagen weder Schlafstörungen noch Depressionen und der läßt sich im Normalfall auch durch äußere Herausforderungen nicht so leicht aus dem Tritt bringen. Das trifft aber auf einen Großteil unserer Gesellschaft offenbar nicht mehr zu – und das, obwohl die objektiven Gründe, sich zu ängstigen, in unseren Breiten noch immer vergleichsweise gering sind, führt man sich den alltäglichen Horror in lateinamerikanischen Megastädten, in weiten Teilen Afrikas und Asiens vor Augen. (…)“

Wer Karl Richter erlebt hat, kann bezeugen, daß er selbst diese Ruhe ausstrahlt, daß er dieses Mit-sich-im-Reinen-Sein verkörpert, daß das also keine leeren, rein intellektuellen Sprüche sind, sondern eine Grundüberzeugung ist, die aus Karl Richters Tiefenperson kommt. Weiter Karl Richter:

„Nein, das Problem, unser Defizit sitzt tiefer, und es hat – dies die hier vorgetragene These – mit der tiefsitzenden Unwahrheit aller unserer Zustände zu tun. Nichts stimmt mehr in unserem Gemeinwesen, und jeder, der nicht debil oder vernagelt ist, muß es sich eingestehen: Unsere Politiker vertreten nicht unsere Interessen, die Früchte unserer Arbeit kommen nicht unserer Zukunft und unseren eigenen Nachkommen zugute, sondern fremden; nicht einmal unsere Vergangenheit, wie sie uns ständig einsuggeriert wird, stimmt – und um wieviel weniger das, was an täglichen Informationen in die Gehirne geträufelt wird? Die große Lüge, die jeden von uns umgibt, ist mit Händen zu greifen. Es hat viel mit der Fähigkeit zur Wahrheit zu tun, sich das einzugestehen. (…)

Während andere in sich ruhen, die Wahrheit und die Zukunft auf ihrer Seite wissen, steht das Abendland neben sich, zerfressen von Selbstzweifel und Dekadenz. (…)

Europa, der Westen muß mit sich selbst ins Reine kommen und unter der Tünche der Verwesung zuvörderst sich selbst wiederfinden.“

Sowjetische Besatzung

Martin Sellner von der Identitären Bewegung schreibt in einem Artikel der Zeitschrift Sezession:

„‚Besuch auf Godenholm‘, jene kurze, 1952 erschienene Schrift Ernst Jüngers, in der er schildert, wie zwei grundverschiedene konservative Charaktere die Reise zu den Urgründen ihres Selbst und des Universums antreten.

Die Erzählung schildert, wie Einar, Ulma und Moltner sich in den Sitzungen mit Schwarzenberg zu den Wurzeln des Lebens zurückbegeben und mit neuer Kraft versehen in das zurückkehren, was man etwas prosaisch als Alltag bezeichnen könnte. (…)

Ein Einwand hier wird lauten: ‚Für so was haben wir keine Zeit, wir befinden uns im Ausnahmezustand. Wir müssen handeln, müssen uns wehren, müssen etwas tun!‘ Was aber, wenn alles Handeln und Tun blind und im Wesentlichen folgenlos wäre, wenn alle gutgemeinte Aktion sich im Aktionismus erschöpfte, eben weil die Reise zu den Wurzeln unterblieb?“

Wahrheit

Und wie es eine „Identitäre Bewegung“ gibt, die das Kollektive und die Schnittmenge von Menschen, die an einem bestimmten Ort leben und gemeinsame Werte und Traditionen haben, betont, so wird dieser Aspekt des Identitären nun von der Tiefenwahrheit als einer Identitären Bewegung für das Innere ergänzt: der Wahrsager spürt seinem Inneren nach, nimmt seine Gefühle war und anerkennt sie, d.h. identifiziert sich mit diesen, wird zum Inneren Identitären.

Die Frage der Identität heißt: Wer bin ich wirklich und eigentlich? Wenn die Vorstellung von mir identisch mit meinem tatsächlichen Sein ist, wenn es dort keinen Widerspruch und keine Spannung gibt (Lebenslüge), dann bin ich mein wahres Selbst, meine wahre Person. Und unsere kollektive Identität besteht aus Eigenschaften und Sitten, deren Bestand davon abhängt, ob und wie wir die wollen – jeder einzeln.

Wenn wir individuell keinen Lebenswillen haben, können wir auch nicht unsere Kultur verteidigen und erhalten: das ist eine Frage der persönlichen Vitalität, die dann beeinträchtigt ist, wenn wir nicht mit uns selbst im Klaren und gespalten sind, wenn wir nicht wissen, wer wir sind und welche Interessen wir haben.

Dirk Taphorn schreibt: „Peter Feist nimmt kein Blatt vor den Mund: ‚Das ist Verrat am deutschen Volk und Bruch des Völkerrechts durch die Politiker!‘ Doch wie könnte man Souveränität zurückgewinnen? Dazu bräuchte es selbstbestimmte Individuen.“

Deutschland

Thorsten Hinz schreibt in der Jungen Freiheit (05/15):

„Gegen diese geballte Macht wehren sich die ‚Lügenpresse‘-Rufer in dem bewußten oder unbewußten Wunsch, ‚in der Wahrheit zu leben‘ (Václav Havel). Dieser Wunsch geht über das Politische hinaus. Es geht darum, einen Rest persönlicher Autonomie vor dem organisierten Irresein zu retten. Denn, so schreibt Arnold Gehlen: ‚Teuflisch ist, wer das Reich der Lüge aufrichtet und andere Menschen zwingt, in ihm zu leben. (…) Der Teufel ist nicht der Töter, er ist Diabolos, der Verleumder, ist der Gott, in dem die Lüge nicht Feigheit ist, wie im Menschen, sondern Herrschaft. Er verschüttet den letzten Ausweg der Verzweiflung, die Erkenntnis, er stiftet das Reich der Verrücktheit, denn es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.‘“

Schließlich fordert die die NPD Rosenheim in einem Flugblatt zur Drogenbekämpfung:

„Schaffung einer neuen Art von Entzugs-, Therapie- und Erziehungseinrichtungen mit den besten Führungs- und Erziehungskräften, die aufgeboten werden können! Kosten dürfen keine Rolle spielen, wenn es um die Rettung unserer Jugend geht!“