Text-Version “Dugin Heimat” 4: Hineingehen ins Dorf


Video-Reihe
“Rekonstitution und Radikalisierung des nihilisierten Subjekts.
Das Entstehen von Zugehörigkeit – die Entdeckung der Heimat.
Zu Alexander Dugin: ‘Eurasische Mission’ (Arktos London 2022). Mit einem Vorwort ‘Das Radikale Subjekt als Katechon’ von Peter Töpfer”
Kurztitel der Video-Reihe: “Dugin Heimat”

4. Teil: Hineingehen ins Dorf (Fortsetzung von 1. Teil “Annäherung ans Dorf”)

Video-Version mit Vorrede: Youtube, Odysee, Bitchute, Rumble

Kommentare zu diesem 4. Teil “Dugin Heimat”

Text-Version

Ich gehe da aus dem Tor… Aus dem Hofeingang gehe ich mit ihr gemeinsam raus. Und dann gehe ich nach rechts auf dem Weg die Straße lang durchs Dorf durch. Ich weiß genau noch, wo sie mir das Geld… (Weinen, Röcheln, Ausatmen) Ich weiß genau noch, wo sie mir das Geld zugesteckt hat. Ich weiß es ganz genau noch, ich weiß genau noch die Stelle. (Ausatmen)

Und dann gehe ich so raus mit ihr aus dem Hof – dem Zugang zum Hof –, [aus dem] Tor… Ja, und dann gehen wir so rechts den Weg hoch… Es ist so schrecklich (Weinen), es ist so schlimm… Es ist so schlimm. 

Jetzt sehe ich zum ersten mal überhaupt, was in mir drin war – was ich damals schon gar nicht gewußt habe. Ich begreife das ja erst jetzt so, ich durfte das ja gar nicht denken. Ich gehe dann mit ihr so, aber in mir ist gar nichts, in mir geht gar nichts vor.

– Exkurs Heiligkeit / Sensibilität / Intimität (Siehe “Dugin Heimat” 5. Teil) –

(Der Wahrsager will den Wahrheitsbegleiter jetzt nicht hören und nicht von ihm gestört werden.)

[An den Wahrheitsbegleiter gerichtet:] Sei nicht böse, ich muß jetzt ganz alleine erst mal sein.

Ich muß erst mal… (Weinen), ich muß das erst mal ganz alleine für mich aussprechen.

Es ist so sensibel, ich vertrage da gar nicht…, gar kein Geräusch irgendwie. Ich weiß auch nicht warum, aber es ist so.

– Ende Exkurs –

Und ich gehe dann neben ihr her, aber ich bin völlig leer oder völlig apathisch oder völlig tot. (Weinen Röcheln Ausatmen) Ah.

Bloß es ist ja noch schlimmer: Ich weiß ja gar nicht, daß ich tot bin. Ich weiß ja gar nichts mehr; ich darf ja gar nichts denken – gar nichts! Ich denke nichts mehr.

Und das Komische ist, daß ich trotzdem rausgefahren sein muß! Ich muß in diesem Zustand der völligen Isolierung oder des völligen Todes oder des völligen inneren Schmerzes – ein Riesen-Schmerz, von dem ich aber irgendwie nichts weiß oder… (ich nehme wahrscheinlich nur so eine Art Verzweiflung wahr, oder irgendwas muß ich ja wahrnehmen) –, und in diesem Zustand muß ich rausgefahren sein zu ihr. (Weinen Vor-Urschmerz Ausatmen)

Und dann muß ich mich irgendwie einfach bei ihr in die Küche gesetzt haben: In so einer Mischung aus totaler Verzweiflung und Tod, Abgestumpft-Sein, muß ich mich einfach bei ihr… – Mich hat es einfach da offenbar rausgetrieben mit dem Zug; ich muß da einfach da zu ihr hingefahren sein. Es muß ja so gewesen sein, weil: Ich kann mich an den…, an den Rückweg erinnern, aber an den Hinweg kann ich mich nicht erinnern. Ich muß mich da…, ich muß da völlig bewußtlos gewesen sein! Und erst auf dem Rückweg muß ja irgendwas gewesen sein, daß ich mich überhaupt wieder erinnern kann.

Jedenfalls… – Ja, daß ich mich wenigstens an den Moment erinnern kann, wo wir da gemeinsam gehen. (Weinen Vor-Urschmerz Ausatmen) Ja.

Ja, und meine Oma, die muß das irgendwie gemerkt haben. (Weinen Urschmerz Röcheln Ausatmen Verschmerzung)

Sie muß irgendwie gemerkt haben, daß mit mir irgendwas nicht stimmt oder irgendwas richtig im Argen liegt oder so. Das muß sie gemerkt haben. Und deswegen hat sie mich auch dann begleitet noch auf den Rückweg. Aber es ist absolut logisch, was ich erzähle, weil: Ja, [auf dem] Hinweg, weißt du, in meiner totalen Verzweiflung, in meiner totalen… – einerseits diese Verzweiflung und dieser riesige Schmerz, den ich aber jetzt erst merke, in dieser riesigen Verzweiflung, in der ich gewesen sein muß – es ist mir absolut klar, das ist absolut logisch, daß ich davon nichts mehr weiß: von der Rausfahrt. Aber von der Rückfahrt – immerhin weiß ich ja noch was.

Deswegen weiß ich auch, daß es wahr ist. Und warum kann ich mich daran erinnern? Weil das mir irgendwie gut getan haben muß, daß ich bei ihr gewesen bin. Und daß sie mir irgendwie auf ihre Art und Weise… – muß sie mir ein Gefühl gegeben haben…  [von mir selber; sie muß mich in meinem Leid erkannt und bestätigt haben]. (Weinen Urschmerz Ausatmen Verschmerzung)

Sie muß das gemerkt haben, daß mit mir irgendwas nicht stimmt. Und sie muß es auch sozusagen mehr oder weniger sogar erwartet haben, daß ich zu ihr komme. Es hat sie jedenfalls nicht überrascht, es war für sie irgendwie wahrscheinlich klar oder… – es hat sie nicht überrascht. Sie hat mich einfach zu sich kommen lassen sozusagen. (Weinen Urschmerz Röcheln Ausatmen Verschmerzung)

Ich durfte ja da einfach hinkommen; sie hat mich ja nicht weggeschickt oder… – sie hat mich ja nicht jetzt mit sinnlosen Fragen oder was auch immer… [genervt, abgelenkt] – nein! Ich muß ja da bei ihr in der Küche gesessen haben dann, und zwar auf eine Art und Weise, wie es irgendwie angemessen war – und wenn es auch Schweigen gewesen ist! Klar, ich werde da geschwiegen haben, klar! Ich werde da nichts erzählt haben! Aber alleine die Tatsache, daß ich da hingehen konnte… (Weinen Urschmerz Ausatmen Verschmerzung)

Alleine die Tatsache, daß ich da hingehen konnte und einfach nur offenbar nur dasitzen konnte, durfte, einfach in aller Ruhe, während sie da wahrscheinlich den Abwasch gemacht hat oder so – das war alles ok! Wir haben wahrscheinlich geschwiegen die ganz Zeit – kann sein! Aber in diesem Schweigen oder überhaupt darin – da lag ja sozusagen für mich die Möglichkeit, ich selber zu sein! – In aller Ruhe und… – ja, ich durfte ich selber sein!

Es war irgendwie schön oder richtig oder… Es muß ja so eine Art Todesverzweiflung gewesen sein, daß ich da mehr oder weniger instinktiv da rausgefahren bin und mich einfach zu ihr in die Küche gesetzt habe. Aber alleine das scheint ja sozusagen mein Leben gerettet zu haben – ah –, so daß ich mich dann eben entsprechend erinnern konnte an das Nachhause-Gehen dann.

Na jedenfalls gehe ich dann mit ihr so rechts da vor zum…, in Richtung Bahnhof… Und ich gehe wahrscheinlich weiterhin völlig schweigsam, und sie wahrscheinlich auch. Und dann – da sie aber merkt die ganze Zeit schon, klar, sie muß es ja gemerkt haben –, dann sagt sie auch nichts, aber steckt mir aber dann noch das Geld zu in ihrer – weiß ich nicht – vielleicht Liebe einfach oder Hilflosigkeit auch – ich weiß es nicht –, jedenfalls zum Zeichen, daß sie mich sozusagen versteht oder auf meiner Seite ist oder… (Weinen) … oder daß sie mich… (Weinen Röcheln Ausatmen) … zum Zeichen, daß sie mit mir mitfühlt oder mich liebt, steckt sie mir dann dieses Geld zu.

Ich glaube, das war ein Zweimark-Stück. (Weinen Röcheln Ausatmen Verschmerzung)
.
.
.