Der Text ist einer von „Zwei Begleittexten zum Erscheinen des neuen Buches von Peter Töpfer: „Max Stirner und die Tiefenwahrheit als post-psychotherapeutisches Selbstermächtigsverfahren. Bernd A. Laskas LSR-Projekt und die Weiterentwicklung der im Kognitiven, Affektiven und Korporellen operierenden Neuen Aufklärung‘ (2025)“
Die Präambel zu diesen beiden Begleittexten
Der andere Begleittext: Tiefenwahrheit und Kunst. Die symbolistische Verfehlung der Künstler Kleist, Wagner und Thomas Mann. Dramaturgische Tricks als verkürzende und ausweichende Entsprechung zur Tiefenwahrheit. Zu Kleists Theaterstück „Amphitryon“, dem „witzig-anmutvollsten, geistreichsten, tiefsten und schönsten Theaterspielwerk der Welt“ (Thomas Mann), und Richard Wagners Musikdramen
Geschichte versus Hier & Jetzt
Peter Töpfer ist, wie Arne Schimmer sagte, „seiner Zeit 7000 Jahre hinterher“viii – oder auch immer etwa 20 Jahre voraus: So lange dauerte es, bis von seinem Nationalanarchismus (Mitte der 1990er Jahre) mit dem Libertärpatriotismus eine verflachte und verwässerte Variante in Mode kam. Die libertäre Zeitschrift eigentümlich frei begann damals schon mit der Verflachungsarbeit: „Töpfer wandelt auf großen individualistischen Pfaden, rutscht dann wieder in kollektivistischer brauner Soße aus.“ Nur, weil Töpfer kein Individualist ist? Nur weil es für Töpfer ein Kollektiv gibt, ohne das kein Indviduum überleben kann? „Zwischen Mahlerschem Schwachsinn und Stirnerschen Höhen. Zwischen Perlen und Säuen, Peter Töpfer könnte bei etwas weniger nationalistischer Sauerei glatt kultig werden.“ix Nur weil Töpfer sagt, daß Stirner kein Individualist ist, und den Begriff „kollektiver Eigner“ kreiert? Deswegen ist Töpfer eine nationalistische Sau? Kein Wunder, daß das mit den Libertärpatrioten nichts wird: Vereinzelung führt in den Untergang. Aber wir haben ja mit den Freien Sachsen(ix b) eine politische Kraft, die das Libertäre mit dem Politischen auf das vorzüglichste verbindet, wenn sie auch nicht – aber das kann im kurz-, mittel- bis lang-fristigen politischen Geschäft gar nicht anders sein – die Tiefendimension des Nationalanarchismus hat. Der Freie Sachse Nico Schneider aber hat schon mal die richtige Vision: „Mit jedem Rechtsruck in der Gesellschaft müssen wir uns neu und noch weiter rechts positionieren, aber irgendwann ist Schluß. Dann müssen wir von ganz links einfach wieder anfangen.😜“ (ix c)
Mit Töpfers Tiefenwahrheit als der real im Affektiven operierenden Neuen, Radikalen Aufklärung wird es wieder das gleiche sein: Dann werden wir eine Neue Welle an Menschlichkeit erleben.

Arne Schimmer schrieb vor 20 Jahren, im Juli 2005, über Peter Töpfer: „Nationalanarchismus? – Der große konservative Philosoph Panajotis Kondylis äußerte in einem seiner letzten Texte, dem Vorwort zu seiner fulminanten Aufsatzsammlung ‚Das Politische im 20. Jahrhundert‘, eine ätzende Kritik an der Gegenwartslinken, die seiner Ansicht nach jeden Bezug zu ihren junghegelianischen und frühaufklärerischen Wurzeln verloren und sich nicht mehr der ‚ausnahmslosen Verherrlichung des freiheitlichen Gedankenguts‘ verschrieben, sondern sich zum ‚Schlußlicht oder zum Rottenschließer des Amerikanismus gewandelt‘ habe. Als einer der ganz wenigen Erben des freiheitlichen Furors dieser Ur-Linken kann der Berliner Peter Töpfer betrachtet werden, der gleichzeitig als früherer Mitherausgeber der Zeitschrift Sleipnirx und Initiator des ‚Querfront‘-Projektsxi zu den kreativsten Köpfen der nationalen Opposition zählt und viel dazu beigetragen hat, daß die nur der herrschenden Politik und den Geheimdiensten dienenden Bürgerkriegsfronten zwischen Rechten und Linken in den letzten Jahren ein wenig aufgeweicht wurden. (…) Worum geht es dabei? Töpfer grenzt den ‚Nationalanarchismus‘ scharf von allen Formen des Chaos ab, für ihn ist er die natürliche, selbstregulierende Ordnung, wie sie an den Anfängen der Menschheit schon einmal existierte. In den frühen Stammesgesellschaften, auf die Töpfer sich beruft, führte ein dichtes soziales Netz zur Herausbildung nicht-formgebundener Ordnungen von erheblicher und langanhaltender Stabilität. In dem zunehmenden Verfall jener auf sozialen Beziehungen, direkter Transaktion und informellen Regeln beruhenden Urgemeinschaft sieht Töpfer auch die Wurzeln der Krise der modernen Massengesellschaften begründet. Die Moderne ist für ihn ein verhängnisvoller Zentralisierungs- und Entfremdungsprozeß, charakterisiert durch imperiale Machtzusammenballungen, die die noch funktionierenden kleinen Gemeinschaften vor Ort durch die Unterwerfung unter die Sachzwänge des globalen Kapitals zerstört und den Einzelnen immer mehr von den elementaren Grundlagen des Lebens entfernt und ihn so in eine zunehmende seelische Verwahrlosung treibt. Dabei ist Töpfer aber das genaue Gegenteil eines geschichtsphilosophischen Defaitisten, der in zyklischen Untergangstheorien denkt und für den zwangsläufig alles auf die große unausweichliche Katastrophe hinausläuft. Der Einzelne und kleine Gruppen können sich immer helfen und das Soziale kann sich in den Mikrostrukturen vor Ort, sofern diese nur wiederbelebt werden, immer wieder regenerieren. Peter Töpfers in zwei Bänden gesammelte Texte zum Nationalanarchismus stellen bewußt kein geschlossenes und widerspruchsloses philosophisches System dar, sondern enthalten eine Vielzahl von essayistischen Reflexionen zu den Themenfeldern Nation, politische Theorie, moderne Psychologie, Zuwanderung, Rechtsphilosophie, Revisionismus und Frühgeschichte. Wer sich für akademische Philosophie interessiert, den wird Töpfers Auseinandersetzung mit Max Stirner, Carl Schmitt, Peter Sloterdijk und Julien Offray de La Mettrie ansprechen. (…) Töpfers Debüt als politischer Philosoph, im letztjährig gegründeten eigner verlag erschienen, wird für erheblichen Diskussionsstoff sorgen, bietet aber auch so viele geistige Anregungen, daß man immer wieder gerne zu den beiden Bänden greift. Einen prominenten Fürsprecher haben die Bücher schon gefunden – nämlich den Berliner Historiker und Geschichtsphilosophen Professor Ernst Nolte, der in einem Brief an Peter Töpfer unter anderem schrieb: ‚In beiden Büchern habe ich mit Interesse gelesen – vielleicht wissen Sie, daß ich eine Schwäche für die Linke habe, sofern sie nicht (wie leider meist) konformistisch und opportunistisch ist. Eine >rara avis< sind Sie auch dadurch, daß Sie die >Historische Existenz< bei Ihren Überlegungen heranziehen.‘ Töpfers rigoroses Plädoyer für die Natürlichkeit in einer Zeit, in der der Mensch zwischen den Requisiten einer perfekten Technik, die er sich selbst geschaffen hat, mehr und mehr als eine Art antiquierter und fleischhafter Tölpel erscheint, ist jedenfalls durchweg erfrischend.“xii

In der Tat hatte Ernst Nolte 2004 in einem Brief an Töpfer geschrieben: „Ich habe eine Schwäche für die Linke, sofern sie nicht (wie leider meist) konformistisch und opportunistisch ist. (…) Ihr [Töpfers] konkretes Ideal des Zusammenlebens scheint mir allerdings dem ‚Bonobo-Ideal‘ ähnlich zu sein, von dem ich mich aus guten Gründen entfernt halte. Aber ich möchte den ‚Bonobos‘ keinen Schaden tun, sofern sie sich mir gegenüber entsprechend verhalten, und bei Ihnen ist das sicherlich der Fall.“xiii Und zwei Jahre später, 2006, schrieb Nolte: „Sie [Töpfer] sind ein Mann, mit dem zu streiten lohnend sein kann. Ich vermag nicht zu sehen, daß die Geschichte oder meinetwegen die Halb-Nachgeschichte erkennbare Schritte auf das Bonobo-Ideal hin macht, und ich fürchte, daß die schließlich durch die Verbreitung amerikanischer Sitten und die Wirkungen amerikanischer Atombomben tatsächlich zustandegekommene Nachgeschichte voll von Frustrationen und Konflikten sein wird, welche die Erinnerung an die ‚dunklen Jahre‘, nämlich die Geschichte, zu einer spirituellen Erholung werden lassen, zumal es in dieser Geschichte ja noch ganz anderes gab als blutige Kriege und rechthaberische Ideologien. So wird das ‚Höchstmaß an Sozialintegration‘ wohl ein frommer Wunsch bleiben, und im übrigen ist es bei den Ameisen und Termiten noch vollständiger entwickelt als bei den Bonobos. Ihr [Buch] ‚Nationalanarchismus‘xiv habe ich richtig erhalten und zum guten Teil gelesen. Schon als ‚Linker‘, der von den ‚Linken‘ bekämpft wird, sind Sie ja eine ungewöhnliche Erscheinung.“xv
Was sowohl Schimmer als auch Nolte vor 20 Jahren unterschlagen, zumindest nicht erkannt hatten, ist, daß sich Töpfer eben nicht als „historische Existenz“ oder als „Bonobo“ sieht, daß er sich eben nicht „auf frühe Stammesgesellschaften, auf Urgemeinschaft und Frühgeschichte beruft“ – also auch nicht auf eine „Vorgeschichte“ (Nolte).
Töpfer ist kein „geschichtsphilosophischer Defaitist“, sondern überhaupt kein Geschichtsphilosoph, weil er sich auch gar nicht als Teil der Geschichte sieht, sondern konsequent im Hier & Jetzt ist und somit aus der Geschichte ausgestiegen ist. Auf diese Weise ist er aber eben auch nicht in einer „Nachgeschichte“ (Nolte) angekommen. Noltes „Nachgeschichte“ hat mit einem Ausstieg aus der Geschichte und der ausschließlichen Konzentration auf die Gegenwart nichts zu tun. Der Bezug auf Geschichte im allgemeinen und der Ur- oder Vorgeschichte im besonderen, den Töpfer mitunter – selten – herstellt, ist lediglich ein Bild, das der Kommunikation mit Intellektuellen dient, die es gewohnt sind, in einem geschichtlichen Rahmen zu denken.xvi Es wäre aber von Töpfers Standpunkt aus das falscheste, in diesem kommunikationsnotwendigen Bezug auch nur einen Ansatz von Normativismus zu sehen. Töpfer hat immer wieder darauf verwiesen, daß man sich sehr wohl sowohl von heutigen primitiven Völkern als auch von Ergebnissen frühgeschichtlicher Forschungen inspirieren lassen kann, und insofern schließen sich Geschichte und Hier & Jetzt nicht unbedingt gegenseitig aus. Das muß aber im Hier & Jetzt der Inspirierten resonnieren und sollte diese nie aus ihrer strengen Selbstwahrnehmung, Selbstprüfung und von ihrer Freiheit und Eigenverantwortung entfernen.
Ernst Noltes Ahnung vom Ausstieg aus der Geschichte
Obwohl Nolte bei Töpfer nicht den Ausstieg aus der Geschichte bemerkte, hatte er selbst sehr wohl eine mehr als nur undeutliche Ahnung, was „Ausstieg aus der Geschichte“ ist. Vor allem aber bringt er diesen in den entscheidenden Zusammenhang, nämlich den des Selbstbewußtseins – das wesentliche Merkmal des Hier & Jetzt. Zunächst „ist das Selbstbewußtsein“ für Nolte noch „in der Tat das elementarste Kennzeichen des Menschen, und ohne Selbstbewußtsein gibt es keine menschliche Geschichte, … “; doch dann stößt Nolte noch im selben Satz in die Nähe des Ausstiegs aus der Geschichte vor: „… aber wie das Beispiel der indischen Asketen oder der christlichen Säulenheiligen zeigt, kann eine extreme Form des Selbstbewußtseins gerade den Ausstieg aus der Geschichte implizieren.“xvii Ich sagte „in die Nähe des Ausstiegs“, weil Mystiker eben gerade nichts mit Selbstbewußtsein zu tun haben – ganz im Gegenteil ist die Mystik eine Flucht aus dem schmerzenden Selbstbewußtsein – und sich diese Fokussierung auf das alleinige Hier & Jetzt eben nur durch die ganze Tiefenwahrheit einstellt. Die Tiefenwahrheit – und nicht deren Gegenteil, die Mystik – ist jene „extreme Form“, die allein den Ausstieg aus der Geschichte bewirkt. Das wußte Nolte offenbar nicht; er hat sich von den Mystikern trügen lassen. Es gibt einen Möchtegern-Ausstieg – einen mit Brimborium erschlichenen, der eine einzige Flucht aus der Realität darstellt – und einen realen Ausstieg.
Wer kann den realen Ausstieg aus der Geschichte und damit die volle Konzentration auf das Hier & Jetzt und die Souveränität schaffen? Töpfers These: das, was er das „Linksradikale“ nennt. Das Linke ist nur der Protest; aus ihm erwächst nichts Eigenes und Solides; nur unter dem Protest – in der Wurzel, im Radikalen – liegen Freiheit und Eigenverantwortung.
Links (Protest, Aufbegehren) versus Linksradikal (Fundamentalkritik an Zivilisation)
Ernst Nolte nimmt politologiephilosophisch diese grobe Unterteilung vor: auf der einen Seite die Linke, die er „’Partei der Bewegung‘, d.h. des Liberalismus“ nennt, auf der anderen Seite die Rechte, die er „’Partei der Beharrung‘, die als ‚Konservatismus‘ oder als ‚Reaktion‘ bezeichnet wurde“xviii, nennt. Nicht nur innernational, sondern auch international-geopolitisch: Die Westmächte sind liberal, die Ostmächte sind konservativ.xix
Nolte betrachtete nur all zu berechtigt „das Denken der rationalistischen [Ersten] Aufklärung“ äußerst kritisch: „Die Französische Revolution schien unter Beweis zu stellen, daß die Kosmopoliten zu fanatischen französischen Nationalisten und die Prediger der Humanität zu blutgierigen Tyrannen wurden.“(xix b)
Das Kennzeichen der radikalen, topischen, nicht-messianistischen Linken ist die Neue, Zweite Aufklärung als vollständiges Bewußtsein im Hier & Jetzt, das unter das nur Kognitive stößt. Töpfer wendet sich aber nicht nur gegen die Linke, die in der Geschichte bleibt und somit keine Erlösung bietet, sondern auch gegen die Konservativen. Diese sind Töpfers Meinung nach eben eigentlich gar nicht konservativ, belassen und bewahren die menschliche Existenz nicht in ihrem Urzustand (diese Kritik an den Konservativen arbeitet Töpfer ausführlich in seinem Buch „Pan-Agnostik“xx heraus, insbesondere in dessen Achter Abteilung: Kritik des Rechtskonservatismus und den Kapiteln 66 „Die Insuffizienz der rechten Konservativen und die Notwendigkeit des linksradikalen Ultrakonservatismus“, 70 „Beispiel für Vorhandenes, Zu-tradierendes und Zu-konservierendes: das Matriarchat“ und 103. „Aktuëll-politisches Nachwort: Auf der Suche nach dem ‚Grundkonsens‘ (Martin Sellner)“). Stattdessen manipulieren die Konservativen mittels „Erziehung“ und vermeintlich notwendiger Korrektur des Urzustandes an diesem herum und bemerken nicht, daß sie damit erst das Übel und die Perversion schaffen, die sie dann bekämpfen. Was Laska bzw. Wilhelm Reich die „Jahrtausendentdeckung“ nennt, ist korrekt: „Die moralische Regulierung des Trieblebens schafft gerade das, was sie bändigen zu können vorgibt: das asoziale Triebleben.“(xx b) Damit bringen die Konservativen ständig etwas in Bewegung – sind also im nolte’schen Sinne Linke – und in permanente Unruhe, wo nichts wirklich sein und bleiben kann, wie es ist.
Töpfer sind die Konservativen zu progressiv: Das Nicht-Bewahren der ursprünglichen menschlichen Existenz ist eben ein Fortschritt vom „glücklichen Urzustand“ (Hesiod/Nolte) weg!
Jetzt, wo sich alle nach rechts wenden (Mathias Brodkorb (xx c) usw.), sieht Töpfer nur noch in einer Radikalisierung des Linken die Lösung. Bei ihm findet die anti-neolithische Konterrevolution, die Mutter der Reaktion, statt – auf eine Weise, die kein Reaktionär verstehen kann.
Konservative gefallen sich regelrecht in einem Pessimismus und geben sich mit der Grundentfremdung ab. Björn Höcke sagt: „Der Linke hat ein postives Menschenbild, das ihn zu vielem befähigt und das dann auch schnell zu einem utopischen Überschuß führt mit der Tendenz, Ideologien auch zu formulieren, die die konkrete Lebenswirklichkeit auch verändern sollen. Und der Konservative ist eher mit einem pessimistischen Menschenbild ausgestattet.“(xx d) Höcke bringt jetzt Arnold Gehlens berühmt-programmatisches Zitat: „Der Mensch ist ein instinktarmes Tier und muß deswegen eine institutionelle Entlastung erfahren.“ Das ist eine Bankrotterklärung, die mit Stolz auf ein vermeintliches Einsichtsvermögen vorgetragen wird. Aber was soll – bei aller Kritik am kriminell-naiven „Optimismus“ der Linken – Pessimismus überhaupt für eine Grundlage sein? Dieser schwere konservative Konstruktionsfehler fällt den Konservativen auf, aber es bleibt ihnen aufgrund ihrer eigenen Entfremdung, Instinkt- und Ahnlungslosigkeit nichts anderes übrig, als sich achselzuckend in ihren Pessimismus zu schicken. Die Antwort auf die gehlen’sche Feststellung kann nur lauten, der Entfremdung durch Aktivierung des Eigners („Instinkte“) zu begegnen und sie nicht noch institutionell zu zementieren. Die „Institutionen“ zerstören das, was sie dann wettzumachen behaupten. Töpfer gehört aber nicht zu den Institutionenzerstörern, sondern plädiert für ein Leben möglichst an diesen vorbei.
Die verlorene Autonomie – nicht mehr zu wissen, wer man ist und was man will – führt zur Heteronomie: Man sucht nicht mehr im Inneren nach den Regularien, sondern im Außen (in den „Institutionen“): entweder religiös (Gott als Regelgeber) oder wissenschaftlich (die Natur als Regelgeberin) – beide vereint sie, daß sie vor dem Inneren als Regler die Augen verschließt. Warum? – Weil das Verlieren der Autonomie urschmerzlich ist und bei jedem Blick nach Innen der schmerzliche Verlust der Eigenheit und der Selbstregulierung wieder in die Nähe der Wahrnehmung kommt. Deshalb sucht man das „Heil“ jetzt im Außen: Es geht nur noch um Gott, Medizin und Geopolitik. Die Psychologie ist nur eine Spielart der Wissenschaft.
Töpfers Kritik sowohl an den Progressiven als auch an den Konservativen, die ihm beide nicht konsequent und radikal genug sind, führt zu seiner Position eines ultrakonservativen Linksradikalismus. Töpfer will Zivilisation und Geschichte – diesen Ausnahmezustand, diese „winzige Zwischenphase zwischen den Jahrhunderttausenden der Vorgeschichte und jenen unabsehbaren Zeiträumen der Nachgeschichte“ (Noltexxi) – beenden und sie durch die „absolute Vorherrschaft der Tradition und die daraus resultierende Verändergungslosigkeit“ (Noltexxii) ersetzen. „Tradition“ versteht Töpfer aber als Fortführung und Bewahrung des Ursprünglichen und nicht als kulturellen Aufwand, wie es Traditionalisten à la Duginxxiii sehen, der eben eine Veränderung am Ursprünglichen, ein Fortschreiten von diesem weg, bewirkt. Beide, die Linke und die Rechte, vertreiben das Ursprüngliche immer weiter durch die Geschichte voran. Im Aufwand liegt aber Streß, hier kultureller Streß; später kommen wir zu einem anderen Aufwand bzw. Streß: dem physiologischen.
Der Komponist Moondog mag zum Verständnis dessen, was Töpfer als „ultrakonservativ“ bezeichnet, beitragen; er sagt: „Ich bin ultrakonservativ [linksradikal]. Ich rebelliere gegen die Rebellen [Linken]. Die Rebellen sind für mich die Atonalisten und Polytonalisten. Ich bleibe der Tonalität und den alten Formen treu, weil ich denke, daß ihre Möglichkeiten nicht ausgeschöpft sind und auch nie ausgeschöpft werden können.“ Wikipedia: „Die Tendenzen der Neuen Musik zur Atonalität und zur Elektronik waren Moondog ein kompositorisches Gräuel. Klassische Techniken führten bei ihm zu einem unklassischen Resultat. Er komponierte so konsequent konservativ, dass es schon fast wieder revolutionär wirkte.“(xxiii b)
Bei der Einschätzung Töpfers Kritik an den Linken lag die taz durchaus richtig, als sie 1999 über Töpfer schrieb, er „versteht sich selbst als Anarchist und zählt sich zur Linken“, nur „schlägt ihm das Herz zu weit links“, weswegen „der Fall Peter Töpfer weit interessanter als Oskar Lafontaine ist“.xxiv Die taz hat instinktiv den ciskognitiven Ansatz Töpfers erfaßt („Herz“). Töpfer ist radikaler Linker, linker als die Linken (und Pseudolinksradikalen) – aber auch konservativer als die Konservativen. Davor steht die taz freilich wie das Schwein vorm Uhrwerk, lallt nur hilflos etwas von einer „intellektuellen und politischen Katastrophe, die unter https://nationalanarchismus.de bis in private Einzelheiten hinein nachzulesen ist“. Kann es ein schöneres Kompliment geben? Welcher Rechte hat je ein solches von Linken bekommen?
Zum schändlichen und kläglichen Versagen der Linken schreibt Gilad Atzmon am 11. Dezember 2025: „Es ist faszinierend zu beobachten, was derzeit in der konservativen Bewegung Amerikas geschieht. Früher war die Politik das ‚Medium‘ und die Medien fungierten als Kommentatoren. Im heutigen Amerika sind die Kommentatoren (Tucker Carlson, Candace Owens, Nick Fuentes usw.) zum Medium geworden, während die Politik zu bedeutungslosem Lärm verkommen ist, der keine Relevanz mehr hat. Ich hätte mir einen ähnlichen Wandel auf der linken Seite gewünscht: eine ideologisch begründete Rebellion gegen die alten, kompromißbereiten Institutionen. Ich hätte mir etwas gewünscht, das auf Bedeutung abzielt, eine Überarbeitung alter Ideen. Leider sehe ich das nicht und glaube auch nicht, daß es in nächster Zeit dazu kommen wird.“(xxiv b)
Das Linksradikale steht dem Konservativen nähe als dem Linken
Schon vor 25 Jahren, im Jahre 2000, hatte Arne Schimmer geschrieben: „Volksbefreiung durch nationale Anarchie? Peter Töpfer ist ein kleines Wunder gelungen: Er hat einen Links-Rechts-Dialog in Gang gesetzt, der es in sich hat und vor keinen Tabus zurückschreckt. (…) Wo jedoch so viel Geistesfreiheit herrscht, ist in Deutschland die Repression nicht weit. (…) Peter Töpfers Anklage gilt der ‚Verhausschweinung‘ des Gegenwartsmenschen, dem er die spontane und gesund-archaische Ordnung der Anarchie entgegensetzt.“xxv
„Spontanität“ ist für Töpfers Haltung zutreffend, eine Vokabel wie „gesund“ gibt es in Töpfers Schriften nicht. Anarchie und Autonomie sind mit Normativismen wie „Gesundheit“ unvereinbar.
Ja, es ist richtig: „Schriften“ gibt es nur innerhalb der Geschichte, sie sind, wie Philosophie, „Existenzialen der historischen Existenz“ (Noltexxvi). – Wieder haben wir es mit einem Paradoxon zu tun, das sich aus dem Bedürfnis Töpfers nach Kommunikation ergibt. Und diese sucht er nicht bei Linken und Progressiven, sondern bei Rechten und Konservativen. Denn die Konservativen stehen ihm näher, sind eher in der Lage, seinen Ausstieg aus der Zivilisation – denn mit einem solchen ist der Ausstieg aus der Geschichte identisch – zu verstehen. Diese nehmen das „Aufbegehren und die Linke“ (Noltexxvii) als ein „’Existenzial‘ der Geschichte“ (Nolte) wahr und erkennen sie auch an, kommen aber – als „Paläokonservative“– einem Verständnis des Linken auch als Ausgangspunkt für einen Ausstieg aus der Geschichte nahe. Dazu sind Linke selbst wiederum selten in der Lage; der „historische und dialektische Materialismus“ zum Beispiel, den Marx nach seinem Scheitern am situationistischen Stirner entwickelt hat, spricht dahingehend Bände.
Ja, Nolte hat recht: Der Protest ist geschichts- und zivilisationsimmanent, trägt zum ewigen Kreislauf der Geschichte und den „zyklischen Untergängen“ bei. Sicher, es gibt „in dieser Geschichte noch ganz anderes als blutige Kriege“ und nicht nur „dunkle Jahre“, aber tatsächlich „läuft alles zwangsläufig auf große unausweichliche Katastrophen hinaus“ – wenn nicht aus der Geschichte ausgestiegen wird. Der Geschichtsverbleib der Linken war nicht nur Ursache für ihr Scheitern im Sinne von Selbstermächtigung und Selbstregulierung, sondern in ihm liegen sogar die größten Katastrophen der Geschichte begründet. Dafür ist aber nicht Töpfers radikale Linke, sondern die wüstische Linke verantwortlich, die von E. Michael Jonesxxviii und Igor Schafarewitschxxix so vehement denunziert wird. Nolte dazu: „Zefanja sagt die Ausrottung aller Geldwechsler vorausxxx, und nach Sacharja wird ‚an jenem Tag‘ kein Händler mehr im Haus des Herrn der Heere sein.xxxi ‚Jener Tag‘ aber ist nichts anderes als der Tag des Endes der Geschichte und des Beginns des Gottesreichs, in dem jene reine Anfangszeit des Wüstenaufenthaltes wiedergekehrt sein wird, aber so, daß alle Völker der Erde sich nach der Vernichtung der Gottlosen zu Jahwe, dem Gott Israels, bekehrt haben werden. Die prophetisch-rechabitische Bewegung – der Anfang der ‚Linken‘ – begnügt sich nicht mehr mit sozial- und kulturkritischen Tadelnsworten, sondern sie entwirft ein Zukunftsbild, eine ‚Utopie‘ (die freilich jener bei den Bonobos schon im Tierreich verwirklichten Utopie auf das schroffste entgegengesetzt ist): ein Vorrang von weltgeschichtlicher Bedeutung, der allerdings für viele Jahrhunderte keine unmittelbaren Folgen haben sollte.“xxxii Diese Folgen sollten später im Bolschewismus ihren bisherigen Höhepunkt finden; die Bonobos befinden sich ganz am anderen Ende der sozialen Erscheinungen: im absolut Topischen und Friedlichen. „Ende der Geschichte“ ist eben nicht Ausstieg aus der Geschichte. Das „Gottesreich“ ist das Gegenteil von der „verwirklichten Utopie“.
Und dabei war die „Alte“, im 19. Jahrhundert verwurzelte Linke zwar „sozialreligiös“xxxiii und von daher totalitär, aber noch „haben Marx und Engels so sehr doch auch im persönlichen Umgang auf einen friedlichen Übergang gesetzt“. Marx und Engels seien noch im Einklang mit dem „liberalen Zeitgeist“ und Teilnehmer am „Liberalen System“ gewesen, in dem es noch keine „Vernichtungen“ oder „Vernichtungsforderungen“xxxiv gab (weswegen Nolte das „Liberale System“ des 19. Jahrhunderts – die Kultiviertheit und gegenseitige Toleranz von links und rechts – als optimal und vorbildlich ausmacht, welcher Einschätzung ich mich nur anschließen kann). Das Vernichten blieb der Linken des 20. Jahrhunderts und dann der „Neuen“, grün-versifften Linken vorbehalten.

Nolte kritisiert die kommunistisch-egalitaristische Linke; eine nicht-egalitaristische, radikale Linke kommt ihm aber nicht in den Sinn; im Gegenteil würdigt er die „Egalitätsideologen“ und „[sieht] in ‚der Linken‘ sogar eine Grundbestimmung, ein Existenzial des historischen Daseins, [schreibt] ihnen ein großes historisches Recht [zu].“xxxv Nolte verkennt natürlich auch nicht die Katastrophen, die diese egalitaristische Linke zu verantworten hat: „Aber wir haben auch das Scheitern und die Tragödie dieser weltgeschichtlichen Kraft hervorgehoben: Jeder Erfolg, den sie errang, verkehrte sich in einen Mißerfolg, denn es traten nur andersartige Ungleichheiten und Differenzen an die Stelle der alten, und nichts war zwangsläufiger, sofern Geschichte fortschreitende Differenzierung bedeutet, die dem Ideal der Rückkehr – sei es auch ‚auf höherer Stufe‘ – zu dem undifferenzierten Stammesleben der Vorgeschichte allenfalls flüchtige Realisierungen erlaubt.“xxxvi Darin liegt aber eine geradezu skandalöse Beschönigung der Linken, der Nolte sogar noch ironisch, jedoch defaitistisch nachschickt: „Aber nichts liegt uns ferner als der Wunsch, es möge die Prediger des Gottesreichs auf Erden, die radikale Linke oder die Egalitätsideologen, gar nicht geben oder heute nicht geben.“xxxvii
Noltes nicht zu überhörender sarkastischer, eigentlich verzweifelt-bissiger Ton ergibt sich aus seinem Dilemma, daß er, der nur in der Geschichte bleiben kann, die Linke als Korrektur von „Kastengesellschaften“xxxviii anerkennen muß, sie für notwendig erachtet und bejaht, gleichzeitig aber nicht ihre offensichtlichen Verwerfungen ignorieren kann. Zu einem Blick unter die überhaupt nicht notwendige und falsche Dichotomie einer guten und schlechten Linken, nämlich auf eine außergeschichtliche Linke, ist er nicht wirklich im Stande, obwohl er ja gleichzeitig von jener anderen – der nicht-utopischen, nicht-messianistischen, nämlich topischen – Linken bzw. vom Topos der Bonobos sehr wohl wußte und sich dann vom „’Bonobo-Ideal’“ eben doch nicht so sehr „entfernt hiehlt“, und es für eine solche Entfernung dann vielleicht doch nicht so „gute Gründe“ gab, wie er es im Brief an Töpfer schrieb. Was Nolte als „radikale Linke“ bezeichnet, ist nicht Töpfer „Linksradikales“, sondern die Linke – jene des alleinigen Protestes, die eine „historische Existenziale“ ist, also nur zum Hauen & Stechen dazugehört und dieses sogar auf die Spitze treibt.
Noltes Fehler und der Grund für die Verwirrung war, daß er den Ausstieg aus der Geschichte und das „Bonobo-Ideal“ als „Utopie“ bezeichnet: „Wie sehr die Utopie in der ‚menschlichen Natur‘ als solcher verwurzelt ist, wird schon durch ein Gedicht deutlich, das etwa in die gleiche Zeit gehört wie Jesaja und das freilich kein Endreich zeichnet, sondern einen Ursprungszustand. Beim Blick auf die Gegenwart ist es nicht weniger pessimistisch, als es die Unheilsverkündungen der Propheten ist, doch es bleibt von einem ‚Messianismus‘ entfernt. Aber daß aus der Sehnsucht nach dem längst Vergangenen und Besseren die Hoffnung auf ein künftiges Heil entstehen kann, läßt sich schwerlich bezweifeln. Es handelt sich um den Mythos vom Goldenen Zeitalter vor dem Anfang der Geschichte, den Hesiod um 700 in seinem Lehrgedicht ‚Werke und Tage‘ erzählt:
Golden war ja zuerst das Geschlecht der sprechenden Menschen,
Das die Unsterblichen schufen, die hohen Olympos-Bewohner,
Jene waren zur Zeit des Kronos der herrschte im Himmel,
Und sie lebten wie Götter und hatten das Herz ohne Kummer,
Ohne Plagen und Jammer …
Wie vom Schlaf überwältigt, starben sie; alles Erwünschte
War ihnen eigen. Und Frucht trug der nahrgungsspendene Acker
Unbestellt in neidloser Fülle …
Die Utopie, die Sehnsucht nach Geschichtslosigkeit, ist also vermutlich in aller Geschichte mächtig, und sie mag zu einer Kraft werden, der kaum eine andere vergleichbar ist, wenn sie sich mit jenem Aufbegehren gegen gegewärtige Ungerechtigkeit verbindet, das der Boden einer ‚Linken‘ ist, sobald Verbindung und Organisation gestiftet sind.“xxxix
Es gilt, „die Sehnsucht nach Geschichtslosigkeit“ von jenem Utopismus, also die topische von der utopischen Linken zu unterscheiden. Marx hat sich, um seinem Messianismus zum Erfolg zu bringen – um nicht nur gänzlich geschichtlich, sondern geschichtsmächtig zu werden und geschichtlich zu triumphieren – das Vertrauen der Topiker erschlichen. Nolte trifft leider nicht die Unterscheidung und bringt Utopie und Topie durcheinander, obwohl er es eigentlich besser weiß.
Es hat also immer auch eine andere Linke, eine – um es mit E. Michael Jones zu sagen – Logos-Linke gegeben, und zwar nicht nur in Athen, sondern sogar auch in Jerusalem.xl In dem Sinne findet es Nolte gerade „bemerkenswert“, daß „seit 1945 von keinem ernstzunehmenden Autor der so oft zerstörerisch gekennzeichnete Prozeß der Weltzivilisation auf die Juden als Urheber zurückgeführt wird (…). Aber noch viel bemerkenswerter ist die Tatsache, daß so viele Denker jüdischer Abkunft (…) die Weltzivilisation keineswegs, wie Hitler meinte, als ihr eigenstes und positives Werk empfanden, sondern als Gefahr, ja als die größte aller Gefahren. (…) Und schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte [der jüdischstämmige] Georg Simmel in seiner ‚Philosophie des Geldes‘ keinen Zweifel daran gelassen, daß für ihn die abstrakte und quantifizierende Natur des Geldes, das rechnende Denken, der Intellektualismus und das Judentum eng zusammengehörten, daß also die Juden den Geist der Moderne besser verkörperten als jede andere Gruppe, auch wenn sie natürlich nicht die ausschließlichen Urheber waren.“xli Und Nolte erwähnt in diesem Zusammenhang den Juden Erwin Chargaff, der in „kulturkritischen Verzweiflungsausbrüchen“ vom „’unaufhaltsamen Entmenschungsprozeß‘, den die moderne Welt darstelle, spricht“.xlii Gleichwohl sei die These, wonach sich die „’Weltzivilisation‘ und der Charakter dieser Weltzivilisation selbst weithin mit einem ganz negativen Akzent versehen wurden“, wobei „(…) den Juden eine zu große Bedeutung [zugeschrieben]“ wurde, keine „’Wahnidee‘ und [nicht] moralisch schlechterdings verwerflich; wahnhaft und verdammenswert war nur die Vermutung Hitlers, man könne durch die physische Vernichtung eines Volkes der Modernität, den ‚Fortschritt‘ und die Weltzivilisation – oder vielleicht nur deren negative Charakterzüge – aus der Welt schaffen.“xliii Und Goebbels‘ Vermutung, man könne gegen „überspitzten jüdischen Intellektualismus“ mit Bücherverbrennungen vorgehenxliv, war extrem verkürzend und unintelligent, selbst wüstisch.
Töpfer bekennt sich zwar auch zum Protest und zur innerzivilisatorischen Kritik, aber darin kann für ihn nur der erste Schritt zum Ausstieg aus den „blutigen Kriegen“ liegen. Für ihn ist die Weiterentwicklung des Linken zum Linksradikalen ein notwendiger zweiter Schritt hin zu Autonomie und Souveränität. Für den jungen Marx stand noch die Entfremdungsfrage im Mittelpunkt, bevor er diese verdrängte, sich vom Individuum abwendete und auf die politische Macht abzielte. Marx war ein Linker. Das Linksradikale schlummert in den Menschen, die am uralten Traum von der Vereinheitlichung der Person festhalten, wo eine Korruption durch das Politische keinerlei Rolle spielt.
Die Linke dagegen hat keinerlei Anspruch mehr auf die Befreiung von den Übeln der Zivilisation. Die Zivilisation ist gleichzeitig Ursache der Übel als auch der illusorische Versuch von deren Überwindung. Wenn die Linke ihr Ziel einer Unterwindung der Zivilisation aufgibt, im selben Moment aber auch die von der Rechten angemahnten Kontrolle der Übel, die einigermaßen das Leben schützt, fahren läßt, ist sie nur noch destruktiv und faul. Töpfer nun greift nicht nur den Gedanken des innerhalb des historischen Paradigmas liegenden Protestes wieder auf, sondern knüpft an den edelsten Traditionen der Linken, nämlich den Junghegelianern an, für die nur ein Ausstieg aus der Geschichte und somit aus der Philosophie und aus dem Intellektualismus erstrebenswert war. Dabei kritisiert Töpfer (auch in seinem Buch „Pan-Agnostik“) sowohl die Schwächen der Junghegelianer – mit den versifften Linken befaßt er sich gar nicht erst – als auch die Schwächen des Protestes gegen den Protest, also die der Rechten. Er kritisiert beider Inkonsequenz: linksradikaler Ultrakonservatismus. Dessen Hauptmerkmal besteht darin, das Leben – das der Subjekte – sein zu lassen, es nicht nur zu bewahren, sondern aktiv zu seinem Bestehen beizutragen.
Nolte mit seiner „Schwäche für die Linke“ hatte ganz sicher eine Ahnung von Autonomie und Souveränität – wenngleich stets im geschichtlichen Paradigma verbleibend: Der Mensch sei „aus dem paradiesischen Zustand seines Ursprungs in die Nöte der ‚geschichtlichen Existenz‘ eingetreten.“xlv Mit den Anführungszeichen drückt Nolte – bewußt? – seine Skepsis gegenüber eben jener „geschichtlichen Existenz“ aus. Er war der schlichten Existenz im Hier & Jetzt und dem Ausstieg nahe, worin kein „paradiesischer“, aber ein optimaler Zustand im Sinne der Selbstbestimmung liegt. Nolte wußte, daß der „tiefsinnige Mythos“ vom „Paradies“, „vom ‚Goldenen Zeitaler‘ vor der Geschichte einen rationalen Kern zu enthalten scheint“xlvi. „Erzählungen vom ‚Goldenen Zeitalter‘ (…) finden sich vielmehr bei zahlreichen Völkern“xlvii – Das könne offenbar kein Zufall sein und müsse wohl eine Erinnerung an eine Realität sein. Das Sprechen hier von „Paradies“ und „Goldenem Zeitaler“ aber ist irrational und mystisch.
Das alles war Nolte aber weder Anlaß noch Ansporn, nicht etwa dorthin „zurückzukehren“, sondern den Schritt ins Hier & Jetzt – das diese „’primitiven Völker’“xlviii kennzeichnet – zu vollziehen; er legte es – als selbst „historische Existenz“ und fleißiger Historiker, der er war – unter der Kategorie „Vorgeschichte“ ab: „Als ‚Vorgeschichte‘ wird der unvorstellbar lange Zeitraum zwichen den ersten Spuren menschlicher oder mindestens menschenähnlicher Wesen vor über einer Million Jahren bis zur Ablösung des Zeitalters der Sammler und Jäger durch den Übergang zur Seßhaftigkeit und zur Landwirtschaft in der ’neolithischen Revolution‘ oder auch erst durch das Aufkommen von Schrift und ‚Hochkultur‘ verstanden. Zu diesem Zeitalter gibt es im 19. Jahrhundert an ziemlich vielen Stellen der Erde und gibt es heute noch in ganz versteckten Winkeln Analogien unter ‚Naturvölkern‘, die durchweg durch einen fundamentalen Konservatismus (Hervorhebung von mir, PT)und durch die Ablehnung von ‚Neuerungen‘, zugleich aber durch ein in zivilisierten oder entwickelten Zuständen längst verschwundenes Höchstmaß an ‚Sozialintegration‘, an Gemeinschaftlichkeit, gekennzeichnet sind.“xlix – War das „’Höchstmaß an Sozialintegration’“ für Nolte also vielleicht doch nicht nur „wohl ein frommer Wunsch“, wie es im Brief an Töpfer hieß?
Nolte fährt fort: „Eben diese Geschlossenheit und eben dieses hartnäckige Festhalten an den überlieferten Lebensformen unter Horden, Sippen und allenfalls Stämmen, welche die Wissenschaft der Ethnologie vorfand und beschrieb, darf für die gesamte Vorgeschichte der Menschheit angenommen werden, die ihrer Zeitdauer nach ebensoviel länger währte, als die ‚eigentliche Geschichte‘ seit 5000 Jahren bewegter und dynamischer ist.“l
Nolte war sich des alles entscheidenden, „so tiefen Umbruchs“li, der die neolithischen Revolution war, bewußt: „Wenn jedoch, grob gesprochen, der Übergang von der Sammeltätigkeit und der Jagd zur Bebauung des Bodens und zur Domestizierung von Tieren gemeint ist, dann hat es in der Tat kaum je eine so tiefgreifende Veränderung des menschlichen Lebens gegeben.“lii
So sehr dies von Töpfers Standpunkt aus löblich und ihm nahestehend scheint, so kann man aber, wenn es um eine effektive Umsetzung der Selbstregulierung geht, mit derlei bloßen Geschichtsbetrachtungen keinen Blumentopf gewinnen. Ein Ausstieg aus der Geschichte, der zu etwas der „Vorgeschichte“ Vergleichbarem führen könnte, kam für den ambivalenten Nolte eigentlich auch gar nicht wirklich in Betracht. Er sah nicht konsequent in einem Ausstieg aus der Geschicht das Pendant zur „Vorgeschichte“ – obwohl er die „Sehnsucht nach Geschichtslosigkeit“ sehr gut kannte –, sondern stellte der „Vorgeschichte“ nun eine „Nachgeschichte“ entgegen. Diese stellte er sich – ganz sicher zu recht – nur als „negative Utopie“ und Alptraum vor: Nolte führt dafür, um „die Ur-Urenkel der gegenwärtigen Menschen“ zu beschreiben, ein Zitate an: Diese Ur-Urenkel würden „übersteigerte eggheads … mit einem mächtigen Wasserkopf und greisenhaft wirkendem Gesicht“ sein. „Im zukünftigen, vollklimatisierten, vollautomatisierten, keimfreien Raum säße apathisch ein geschichts-, traditions- und kulturloses Wesen, dessen Denken vom Computer übernommen und des Gefühle biochemisch ausbalanciert wären.“liii
Und doch hatte Nolte eine Ahnung davon, daß auch die „Nachgeschichte“ Chancen hat, einem Ausstieg aus der Geschichte zu ähneln und sie somit auf eine ganz andere Weise stattfinden kann: „Bis zu welchem Grade auch Sammeltätigkeit zum Lebensunterhalt beitrug, ist unklar; aus vergleichsweise sehr späten Funden, welche die Untersuchung des Mageninhalts erlaubten, ergab sich, daß unter noch durchaus vorzeitlichen Verhältnissen um 2000 v.Chr. Die Nahrung weitgehend aus einer Art Grütze bestand und bloß geringen Nährwert hatte. Das mag aber in den besten Zeiten des eiszeitlichen Jägerdaseins ganz anders gewesen sein, und es gibt ernstzunehmende Forscher, die der Meinung sind, die Altsteinzeit sei ein ‚goldenes Zeitalter‘ gewesen; nie wieder hätten sich später die Menschen mit so geringem Zeitaufwand so viel und so gute Nahrung beschaffen können wie die eiszeitlichen Jäger.liv Anschaulichkeit ergibt sich für solche Thesen aber nicht aus Funden, sondern aus den Feststellungen der Ethnologen über primitive Völker der jüngsten Vergangenheit, etwa der Eskimos oder auch afrikanischer Stämme, die durch die absolute Vorherrschaft der Tradition und die daraus resultierende Verändergungslosigkeit (Hervorhebung von mir, PT) gekennzeichnet waren und von denen ein moderner Forscher sagen konnte: ‚Sie sind glücklich. Sie haben keine Geschichte.‘lv“lvi
Exkurs: Der physische Aspekt der nach-neolithischen Entfremdungskatastrophe in uns. Ketogene- bzw. Steinzeiternährung als physische Methode der Rückkehr zum Ursprungszustand
Ein wesentlicher Punkt der Kritik an der Zivilisation sind die mit Recht so genannten Zivilisationskrankheiten. Neben der Entfremdung, d.h. der Uneinheitlichkeit der Person – also einem Streß und einem die Person schwächenden und zerstörenden mentalen und emotionalen Kampf im Inneren ihres Körpers –, liegen die Ursachen der Zivilisationskrankheiten in der widernatürlichen Nahrung, die die Menschen seit der neolithischen Revolution zu sich nehmen. „Gute Nahrung“ (Nolte) heißt wilde Nahrung, vor allem Fleisch; schlechte Nahrung ist kultivierte Nahrung, vor allem Getreide. (Kultiviertes, gezüchtetes Fleisch ist heute kein schlechter Ersatz für wildes Fleisch.) Die Adligen haben sich weiter ihre Bäuche mit Wildschwein, Hirsch und Fasan vollgehauen, während die Leibeigenen nun mit Getreidebrei abgespeist wurden: Auf diese Weise wurden die die Leibeigenen – zusammen mit der autoritären Erziehung – zu perfekten Knechten und Soldaten programmiert und abgerichtet; von einer Selbstregulierung waren sie nun um Lichtjahre entfernt, was vorerst, zur Coronazeit, in der massenhaften freiwilligen mRNA-Impfung gipfelte.
Allein das heute gepriesene Urkorn war schon die Pforte ins Verderben, aber seither ist das Getreide völlig überzüchtet und am Ende sogar noch genmanipuliert worden. Wie weit die Umprogrammierung vorangeschritten ist, zeigt, daß gerade all das, was als „gesund“ gilt, für unseren Körper das reine Gift ist: Obst und Gemüse.lvii Fast alle Pflanzen stören die Verdauung der Eiweiße und Fette als den wichtigen Nahrungsbestandteilen, sie haben außer den gefährlichen Oxalaten und Lektinen noch andere natürliche Giftstoffe als Pflanzenschutzmittel, weil sie nicht, wie die Tiere, flüchten können oder sich vor Insekten schützen müssen (ganz abgesehen davon sind Pflanzen heutzutage auch noch zusätzlich voller künstlicher Gifte, genmanipuliert und nährstoffverarmt).
Fruchtzucker ist pures Gift, giftiger als Industriezucker, und würde uns töten, wenn es durch die Bluthirnschranke kommen würde; er wird erst durch die Umwandlung in Zucker halbwegs erträglich. Bei dieser Umwandlung, die die Leber streßt, entsteht Harnsäure, in der die Ursache von stillen Entzündungen liegt. Diese werden anhand des Harnsäureanteils gemessen. Harnsäure wird auch durch Trinken von Getreidesaft (Bier) gebildet. Die Leber kann ihren anderen Aufgaben nicht nachkommen, weil sie andauernd Fruchtzucker umwandeln muß. Wenn das geschieht, kommt der Zucker aufgrund der Insulinresistenz nicht in die Zellen und wieder zurück zur Leber, die ihn dann in Fett umwandelt, wobei sie selbst verfettet und mehr und mehr funktionsunfähig wird. Alles, was an Obst gut ist (Spurenelemente), ist auch in Fleisch vorhanden, aber in weitaus höheren Mengen und vor allem bioverfügbarer. An pflanzlichem Eiweiß sind nur 30 Prozent bioverfügbar – bei Fleisch 95 Prozent –, außerdem wird das gesamte Hormonastatlviii durch Pflanzen gestört; viele Vegetarierinnen und vor allem Veganerinnen haben ihre Regel nicht mehr. Auch das Mikrobiom wird – obwohl das Gegenteil behauptet wird – gerade durch Obst und Gemüse zerstört. Ketarier und Karnivore (Fleischfresser) haben nie Blähungen und flatulieren auch nicht; sie bilden viel weniger Kot, weil so gut wie alles verwertet wird (sie essen keine unnötigen und störenden Ballaststoffe).
Wir haben es mit einer kompletten Perversion, einer satanischen Umkehr von gut und schlecht zu tun: Was gut ist, gilt als sehr schlecht, und genau das, was schlecht ist, als äußerst gut. Die Menschen sind unrettbar in der Desinformation gefangen und verloren. Diese sagt ihnen, daß sie „Allesfresser“ sind, die eine „ausgewogene Nahrung“ bräuchten usw. oder – noch viel schlimmer – daß sie ganz auf Fleisch verzichten sollen. Kein Tier dieser Welt hat eine „vielseitige Nahrung“, aber wir sind ja etwas Höheres (unser Körper aber nicht).
Die Umstellung des Stoffwechsels von Fettverbrennung auf Zuckerverbrennung bei Herausbildung der Zivilisation (neolithische Revolution) stellt die Urkatastrophe dar, die nämlich sämtliche Zivilisationskrankheiten bei denen nach sich zog, die fortan nicht schon auf den Schlachtfeldern hingemetzelt wurden: alle Immunkrankheiten, Unfruchtbarkeit bei Frauen und Männern usw. Mit der Zuckerverbrennung muß der Körper permanent seiner eigentlichen Leistung hinterherrennen, es entsteht ein Stoffwechselstreß, bzw. der Körper steht ständig unter metabolischer Last. Genauer gesagt ist der Stoffwechselstreß ein oxidativer Streß: Brennstoff stößt in der Zelle (in den Mitochondrien) auf Oxygenium. Dadurch wird eine chemische Reaktion ausgelöst, deren Ergebnis die Energiegewinnung ist. Stoffwechsel ist der Wechsel von Stoff zu Energie, die Umwandlung des Stoffes in Energie durch den Brennvorgang. Es ist der falsche, unnatürliche, nicht vorgesehene Brennstoff – Zucker –, der zum Verbrennungsstreß führt.
Unser Körper ist von seiner Anlage her auf Fettverbrennung eingestellt; so sind seine Mitochondrien gebaut. Beim Fasten würde der Körper, wenn Zucker der Primärlieferant wäre, Gluconeogenese machen, d.h., Zucker selbst herstellen. Das macht er aber im Fastenmodus nicht (nur sehr geringfügig für die Beschaffung eines geeigneten Brennstoffs für schnelle, intensive Muskelarbeit, der der Zucker ist; diese natürliche und eigene Zuckerherstellung ist bei einem Fettstoffwechsel immer gewährleistet). Im Fastenmodus geht der Körper an die Fettreserven. Fett ist das, was der Körper will. Im Fasten geht der Körper auf den Urstoffwechsel zurück. Ein Zuckerstoffwechsler wird beim Fasten zum Fettstoffwechsler – er hält nicht am Zuckerstoffwechsel fest. Aber umgekehrt geht ein Fettstoffwechsler beim Fasten nicht in den Zuckerstoffwechsel über. Der Zuckerstoffwechsel ist sekundär, er ist ein Ersatz für das Primäre, der Folgen hat. Jahrmillionen von Jahren hat der Mensch im Fettstoffwechsel zugebracht; das ist der evolutionäre Beweis für dessen Tauglichkeit und Richtigkeit. Genauso beweist die rapide Degeneration der Menschen in kürzester Zeit (6000 Jahre sind gar nichts in der Evolution) seit Einführung von Getreide als Nahrung die absolute Untauglichkeit und Falschheit des Zuckerstoffwechsel.Der Fettstoffwechsel ist nebenwirkungsfrei, der Zuckerstoffwechsel hat massenhaft Nebenwirkungen. Fett verhindert nicht die Verarbeitung des Zuckers als Brennstoff, Zucker aber sehr wohl, er unterdrückt die Fettverbrennung. Man kann das so machen und Zucker verstoffwechseln – doch dann wird’s halt Scheiße.
Der Laie staunt, und der Fachmann wundert sich, daß wir Fett verlieren, indem wir Fett essen (allerdings ohne Kohlehydrate), d.h. in den Fettstoffwechsel übergehen. Fast alle Menschen auf dieser Erde nach der neolothischen Revolution essen nicht nur dieses Gift namens Zucker, sondern obendrein noch viel zu viel davon. Bei etwas weniger würden sie nach wie vor Fett verbrennen (Teilketose). Aber so verbrennen sie am Ende gar kein Fett mehr und werden immer fetter.
Auch das Gehirn bevorzugt, wenn es die Wahl hat, die Resultate von Fettverbrennung in der Leber: sog. Ketonkörper. Fett ist der primäre Energielieferant: so ist unser Körper aufgebaut und angelegt. Die zivilisatorische Wissenschaft sagt nun genau das Gegenteil: Ketonkörper seien chemische Verbindungen, die bei der Fettverbrennung als Nebenprodukt entstehen, wenn der Körper Glukose als primäre Energiequelle nicht nutzen könne. Fett und Ketonkörper seien nicht nur die sekundäre Energiequelle – sie könnten auch nur eine alternative Energiequelle für Organe wie das Gehirn darstellen. Sie würden aber auch bei bestimmten Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Hunger oder einer kohlenhydratarmen Ernährung in erhöhter Menge auftreten. Die Ketonkörper sind also – so die Wissenschaft – etwas Krankhaftes, Unnormales, Widernatürliches; und schließlich versteigt sich die Wissenschaft zu der vollends pervertierenden Aussage, die Ketonkörperproduktion könne durch Insulinmangel bei Diabetes mellitus verursacht werden! Ja, es „mangelt“ im Fettstoffwechsel in der Tat an Insulin – welch schreckliche Tatsache.
Bei Diabetes wird Insulin gespritzt, anstatt den Zucker abzusetzen – das muß man sich erst einmal vorstellen! Und die Leute lassen sich lieber ein Bein amputieren, anstatt auf die Torte zu verzichten. Soweit sind wir gekommen …
Wenn jetzt, wie die Wissenschaft empfiehlt, anstelle des Fettes Zucker in die Mitochondrien kommt, kann der Zucker zwar verbrannt werden, aber nur mit besonderem Aufwand: dieser stellt den oxidativen Streß dar, der mit dem kulturellen Streß (siehe oben) vergleichbar ist. Der Zucker kann nur mit Insulin und einer gesteigerten Produktion desselben in die Zellen gelangen und dort verbrannt werden. Es kann nur zu jener sekundär-ersatzweisen Verbrennung kommen, indem mehr Insulin produziert wird.
Insulin ist einerseits das Königshormon, das die Energie in unsere Zellen trägt und alle weiteren Hormone mitsteuert. Aber es mutiert aufgrund der Verabreichung von Zucker als Energielieferant zum Teufelshormon. Auch das Blut selbst von Nichtdiabetikern und denjenigen, die noch keine Insulinresistenz haben, hat aufgrund deren Kohlehydratverzehrs zu viel Insulin. Und viele sind Diabetiker oder haben Prädiabetis, ohne es zu wissen. Das Insulin durchbricht die Schranke zum Gehirn und sorgt dort für Alzheimer, Parkinson, Depressionen usw. Diese Krankheiten werden eben nicht von „Verklumpungen“ im Gehirn verursacht, sondern vom Zucker, der – wie auch im restlichen Körper – die roten Blutkörperchen mit einem Gelee ummantelt und damit ganze Zellen zum Absterben bringt. Das führt u.a. unmittelbar dazu, daß die Menschen mit steigendem Alter immer schlechter Sauerstoff zu den Zellen tragen können und am Ende nur noch japsen.
Der mit im Zentrum Töpfers Buch stehende Philosoph Bernd A. Laska ist in seinen letzten Jahren mit Demenz dahingesiecht. Er hätte als Reichianer von der totalen, alle Bereiche erfassenden Destruktivität der post-neolithischen Welt – also auch vom Killerhormon, in das sich Insulin verwandelt, wenn es ab dem Neolithikum im Übermaß produziert wird – wissen und sich daran halten müssen. Er hat auf physischer, aber auch auf psychischer Ebene versagt – um letzteres geht es im Buch „Max Stirner und Tiefenwahrheit“.
Die Ursache aller aus der Überschwemmung mit Insulin folgenden Krankheiten ist die Bereitstellung des falschen Brennstoffs. Die Probleme werden zwar durch das hohe Insulin ausgelöst – aber für dessen erhöhte Produktion gibt es einen Grund, und das ist die Zurverfügungstellung von Zucker als Brennstoff. Das muß man so deutlich sagen, wenn man an einer Beseitigung der Krankheiten interessiert ist.
Zucker ist im Körper ohne Insulin nicht zu verwenden. Das Königshormon verkommt jetzt zu einem Laufburschen für puren Dreck. Der Körper stößt den Zucker eigentlich als ein Gift ab und versucht, ihn mit Hilfe des Insulins aus dem Blut zu verbannen – und wohin?: in die Zellen. Daß der Zucker dort überhaupt erst ankommt, liegt nicht daran, daß die Mitochondrien danach dürsten würden, sondern weil er regelrecht dort hineingeprügelt wird.
Und jetzt wird es aber ganz verrückt. Beim Zuckerstoffwechsel fällt Dopamin als Nebenprodukt ab, das aber nun in unserer Zivililisation zu einem Hauptrodukt wird: Dopamin ist ein Rauschmittel, das uns betrügt und uns einredet, alles sei bestens, wir seien die Größten und würden alles „richtig“ machen. Es bestätigt uns trügerisch in unserer falschen Ernährung, weil es eine Selbstbelohnung bewirkt. Ab jetzt wehren wir uns mit Zähnen und Klauen gegen einen Zuckerentzug. Zucker hat einen höheren Süchtigkeitsfaktor als Heroin. Dopamin hat einen hohen Anteil an der Überzeugung, uns täte der Zucker gut. Es versetzt uns in einen paradiesisch-rauschhaften Zustand, daß wir uns lieber Gliedmaßen amputieren lassen anstatt auf die Ursache des verfaulten Beines, die Kohlehydrate, zu verzichten. Unser täglich Brot gib uns heute. Warum ist dieser Zustand paradiesisch? – Weil er uns an das „Goldene Zeitalter“ erinnert. Aber wir befinden uns real – jenseits der mystischen Träumereien – im Schrottzeitalter.
Wir sind in einem Teufelskreis. Jetzt, wo der Zucker einmmal im Gehirn ist, kommt es zu einer Dopaminsucht; das Gehirn schreit ab jetzt nach Zucker. Nach Fett und nach Proteinen kann der Körper nicht süchtig werden. Wenn diese nicht mehr als Hauptnahrungsmittel bereitgestellt werden, verzichten sie großzügig auf ihr Vorhandensein und überlassen dem Zucker das Feld. Die neolithische Revolution wird in dem Moment abgeschlossen, wo der Körper süchtig nach Zucker wird. Die Süße der Früchte ähnelt der der Liebe; erst deswegen sind die Menschen in der neolithischen Revolution darauf gekommen, Früchte als Liebesersatz zu essen. Es gibt nur ein Problem dabei – und das sind die vielen Nebenwirkungen des Zuckers. Mit dem Dopamin verewigt sich das Problem, und wir sind mittelbar auch nach Insulin süchtig.
Wir haben im Urzustand („Paradies“) auch ein Glückshormon – ähnlich dem Dopamin –, und das ist Serotonin, der Gegenspieler des Dopamins. Serotonin wird im Darm gebildet, aber der Darm wird durch den Zucker entzündet und kann kein Serotonin mehr herstellen. Also wird wieder mehr Dopamin, also Zucker gebraucht – der Teufelskreis rotiert weiter.
Der psychische Aspekt der nach-neolithischen Katastrophe in uns (die jeweils blinden Flecken der Psychologen und Physiologen)
Das Dopamin spielt bei der Verarbeitung, sprich: bei der Verdrängung des in der Kindheit entstandenen und seither in uns bleibenden Urschmerzes durch Liebesdeprivation, den es seit dem Neolithikum gibtlix, eine große Rolle. Der „Stoffwechsel wird erhöht, was den Körper nach und nach zermürbt und Krankheiten hervorruft“, sagt Arthur Janov, der Entdecker des Urschmerzeslx. Was Janov aber nicht wußte: Es ist nicht der „Stoffwechsel“, sondern der Zuckerstoffwechsel. In der riesigen Menge an wissenschaftlicher Literatur, die Janov so gern heranschafft, gibt es keinen einzigen Hinweis darauf, daß der Zuckerstoffwechsel an der Entstehung von Depressionen, Demenz und anderen „psychischen“ Krankheiten beteiligt ist! Janov führt diese immer ausschließlich auf im Körper verbliebenen und nicht verschmerzten Urschmerz zurück.

Existenzielle Entfremdung und widernatürliche Nahrung sind die zwei Medaillenseiten der einen Katastrophenursache im Neolithikum. Nicht nur der Psycho Janov nimmt die falsche Nahrung nicht wahr, auch die Physios wiederum haben ihrerseits keine Ahnung von den emotionalen Konflikten, die ebenfalls in die Depression führen. In ihrer Verdinglichung haben beide – die Psychos und die Physios – einen riesigen, im jeweiligen Gegenüber liegenden blinden Flecklxi.
Dramatische epigenetische Veränderungen haben die Menschen auf eine Weise zerstört, so daß es allein schon von der Physiologie her – ganz unabhängig von den psychischen Zerstörungen der Autonomie – gar keinen „Eigner“ (Stirner) mehr geben kann. Die Entfremdung steckt quasi – noch weit über die mentale Entfremdung, die allein schon astronomische Ausmaße erreicht hat – heute in den Genen. Die Zuckerverbrenner sind aber nicht nur mehr nicht sie selbst – sie sind auch keine Menschen im eigentlichen Sinne mehr, sondern im Prinzip Zombies, keine Homines sapientes mehr, sondern Homines saccharini. Durch Kohlehydrate wurde die Urgenetik zerstört, und der Zuckerstoffwechsel ist seither in uns und unseren Gehirnen epigenetisch verankert: Wir sind inzwischen schon programmiert darauf, energetisch per Zuckerverbrennung zu funktionieren, wir sind jetzt sozusagen tiefenabhängig vom Zucker und tiefensüchtig nach ihm, nach einem vermeintlich „paradiesischen“ Zustand.
Vergleichbare epigenetische Veränderung finden aber auch im psychophysischen Bereich statt: „Streß während der frühen embryonalen Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Gene. Diese Auswirkungen werden festgeschrieben und damit zum Bestandteil des epigenetischen Gedächtnisses. Die genetische Codierung [durch DNA-Methylierung] jeder einzelnen Zelle wird verändert, damit sich die Zellen an ihre Geschichte ‚erinnern‘ und Gefahren abwenden können. Frühe Traumata verändern die zellinterne Chemie und werden im Gedächtnis der Zelle abgespeichert. Dieses epignetische Gedächtnis ist jedoch nicht mit der Genetik im engeren Sinne zu verwechseln.“ (Janovlxii)
Produziert die Mutter zu wenig Thyroxin, ist sie chronisch müde und das Kind wird müde geboren: ihm wird die Hypothyreose als „normale“ Stoffwechselsituation eingeprägt.lxiii Mit ihren Hormonen gibt die Mutter ihren Schmerz weiter an das Kind.lxiv Dies nicht nur im physiologischen, sondern auch im epigenetischen Sinne. Daß z.B unser Immunsystem im Arsch ist, liegt nicht nur physiologisch am Zucker, sondern ist bereits epigenetisch verankert: „Das Streßniveau der Mutter hat direkte Auswirkungen auf ihre eigenens Immunsystem und auf das ihres Kindes. […] Den Hauptanteil dürften dabei epigenetisch Aspekte haben.“lxv Der liebevolle Kontakt zwischen Mutter und Kind senkt den Cortisol-Spiegel.lxvi (Je mehr Cortisol aber, desto weniger Antikörper und ein schlechteres Immunsystem.lxvii)
Die Analogisierung der Zerstörung des Primärzustandes von Psyche und Physis läßt sich sehr gut am Beispiel der frühen Mutter-Kind-Beziehung anwenden. Mutter und Kind befinden sich bei der Geburt automatisch im Fettstoffwechselmodus (Ketose). Die Natur kann auch nach 5000 Jahren Zuckerstoffwechsel immer noch nicht vollständig aus den Menschen verbannt werden, so zäh ist sie. Doch die angeborene Ketogenese wird sofort unterdrückt und durch Glukogenese ersetzt – es sei denn, die Mutter befriedigt ihre eigenen Bedürfnisse und die des Kindes und stillt ihr Kind; dann bleiben zu diesem Zeitpunkt beide weiter in Ketoselxviii, egal, wieviel Kohlehydrate die Mutter ißt. Dieser Zustand wird aber mit dem Abstillen beendet, und sowohl Mutter als auch Kind gehen in unserer Zivilisation dann den unheilvollen Weg in die Glukose.
Wenn aber die Mutter das Kind nicht einmal stillt und gar sofort mit einer Kohlehydraternährung des Babys beginnt, wird die Ketose noch viel schneller verlassen und die falsche, artfizielle Programmierung setzt im allerfrühesten Alter schon ein – das sicher schon vorgeburtlich. Das nun geborene Baby wird auf tiefster, zellulare Ebene frustriert, weil die Zellen kein Fett und keine Ketone mehr zur Verbrennung bekommen; es ist bereits im metabolisch-oxidativen Streß. Das führt sofort zu Unruhe und tiefen Unsicherheitsgefühlen. „Es entsteht ein Zustand ständiger Alarmbereitschaft, der das klare Denken behindert. Wenn machtvolle Signale aus frühester Zeit in den Denkapparat vordringen, kann es zum Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssydrom kommen.“lxix Durch die Kohlehydrate aber steigt auch das Insulin an, was weitere Krankheiten nach sich zieht.
Parallel dazu bleiben aber jetzt auch die körperlich-emotional-mentalen Urbedürfnisse des Babys nach Bindung und Liebe ungestillt und frustriert, was ebenso wie das rein physisch betrachtete Nichtstillen zur Abspaltung dieser Bedürfnisse und einer ersten Persönlichkeitsspaltung führt. Die Selbstregulierung (die Autonomie – das Wissen um seine eigenen Bedürfnisse) geht in diesem Moment schon verloren, weil das Kind nicht das bekommt, was es will, seine Bedürfnisse auf zellulärer und emotionaler Ebene schließlich verleugnen muß und damit sein Selbst – seinen „Eigner“ (Stirner) – verliert. „Ein Gefühl für das Selbst ist also nicht einfach etwas, das in den Begriffen der Persönlichkeit vorkommt; es ist ein Vorgang des Organismus, der bis auf die grundlegendsten zellularen Ebenen hinunterreicht.“ (Janovlxx)
Die gute Nachricht: Der Stoffwechsel kann leicht wieder auf Ketose umgestellt werden, und auch epigenetische Veränderungen können damit rückgängig gemacht werden – wie analog auch ein epigenetischer Wandel, der durch emotionale Urschmerzüberlastung verursachte wurde, durch emotionale Verschmerzungen umkehrbar ist: „Nach 26 Wochen erfolgte in der Gruppe, die aus der Tiefe weinte, ein bedeutender Anstieg des Spiegel der Wachstumshormone. lxxi […] Aber Weinen muß aus der Tiefe kommen, d.h. sich wirklich auf die eigene tiefe existenzielle Wahrheit beziehen; nur dann werden wirklich Streßhormone mit den Tränen ausgespült. lxxii Tiefe physiologische Normalisierungsprozesse sind durch Ketose und [existenzbezogene und emotionale Auseinandersetzung mit sich selbst: Tiefenwahrheit, gute Primärtherapie] möglich.lxxiii Die Umkehrung früherer Traumata führt zur Normalisierung der Hormonausschüttung.lxxiv Der Cortisolspiegel normalisiert sich durch Ketose, aber auch durch gute Primärtherapie [Tiefenwahrheit]lxxv, wie auch das sekundäre Insulinbedürfnis nicht nur mit dem Verzicht auf Zucker, sondern auch durch [gute] Primärtherapie [Tiefenwahrheit] entfällt, weil dann wieder das Serotonin in ausreichendem Maß gebildet wird.“lxxvi Wenn wir uns leidend empfinden, entspricht das auch immer einem niedrigen Serotoninspiegel. Die Hormone Testosteron und Östrogen vervierfachen sich mit der Rückkehr zur Fettverbrennung als der Physio-Primärtherapie; Frauen, die sich schon in die Menopause verabschiedet haben, können sogar wieder ihre Tage bekommen; gleiches ist in der Psycho-Primärtherapie beobachtet worden.lxxvii
Die Telomere, deren Größe bei einer konsequent kohlehydratlosen Ernährung wieder wachsen, schützen hinfort auch das genetische Material vor erneuten Schäden und sind für die Rückgängigmachung der epigenetischen Veränderung von besonderer Bedeutung. Eine Verlangsamung der schicksalhaften Verkleinerung der Telomere bewirken aber nicht nur die Ketone, sondern auch (gute) Primätherapie (Tiefenwahrheit): „In einer Studie aus dem Jahr 2007 zeigten Vivette Glover und ihre Kollegen am Imperial College, London, erstmals auf, daß die Übertragun eines hohen Cortisolspiegels auf das Kind einen niedrigeren IQ, Ängste, ADS/ADHS und Depressionen begünstigen kann.lxxviii Es scheint ein Zusammenhang zwischen Telomeren und dem Streßhormon Cortisol bestehen, weil Telomere kürzer werden, wenn der Cortisolspiegel steigt. Durch Therapie gelang es, den Cortisolspiegel unserer Patienten zu senken, möglicherweise läßt sich dadurch auch die Schrumpfung der Telomere verlangsamen.“lxxix „Bei nervösen Müttern werden im Fruchtwasser ein erhöhter Cortisolspiegel gemessen. Hier haben wir es also wirklich mit Epigenetik zu tun – damit, wie die Gene während der Zeit vor der Geburt verändert werden können.“lxxx „Im Gegensatz zur Genetik im engsten Sinne ist die DNA-Methylierung aber reversibel.“lxxxi
Ketone sind nicht nur Energieträger, sie haben auch viele positive Effekte, z.B. auf das Herz-Kreislauf-System: Sie erleichtern die Arbeit des Herzenslxxxii, es pumpt mehr Blut mit weniger Aufwand und Anstrengung; die Ketone schützen die Herzzellen, steigern die Sauerstoffeffizienz; schon nach zwei Monaten Ketose fiel mein zu hoher Blutdruck von 153/92 auf bislang 103/64 ; mein Gewicht fiel seit der Umstellung von 97 auf 84 kg, ohne daß ich dafür jemals hätte hungern müssen. Ketone erweitern die Gefäße, reduzieren unsichtbare Entzündungen und oxidativen Streß usw. Ketone sind aber vor allem auch Signalgeber: Sie bewirken die Bildung von Wachstumshormonen, besonders in bezug auf die Erneuerung der Mitochondrien. Desweiteren lösen die Ketone signalisierend die Autophagie aus (beschädigte, schadhafte und abgestorbene Zellen werden zur Bildung neuer Zellen genutzt). Die Wachstumshormonspiegel steigt aber auch durch Schluchzen über sein schlimmes Schicksal an.lxxxiii Verschmerzungen von Urschmerzüberflutungen bei der Geburt („Primärerlebnisse“) normalisieren den Wachstumshormonspiegel.lxxxiv Nicht nur die Abwesenheit von Ketonen verhindert die Bildung von Wachstumshormonen, das tut auch das Cortisol.lxxxvJe mehr Tiefenwahrheit, desto weniger Cortisol und desto mehr Wachstumshormone – die perfekte Ergänzung der ketogenen Ernährung.lxxxvi
(Ende Exkurs)
Tiefenwahrheit als psychoemotionale Methode der Rückkehr zum Ursprungszustand. Diese liegt nicht in einer „Vorgeschichte“, sondern in einem Ausstieg aus der Geschichte
Die Zivilisation weist eine desaströse, katastrophale Bilanz auf. Das läßt sich mit Hinweis auf den das Chaos einhegenden Konservatismus („Katechon“) nicht schönreden. Etwas läuft seit Beginn der Zivilisation – seit der neolithischen Revolution – mit der Menschheit kolossal schief: im Äußeren ein einziges Gemetzel, im Inneren eine Verwüstung und Zerstörung der Selbste. Töpfer läßt sich von der ernüchternden Bilanz nicht entmutigen und setzt den von links und rechts vorgeschlagenen Remeduren sein Konzept der Tiefenwahrheit entgegen: eine strengst subjektive und nicht-normative Herangehensweise an die existenzielle Problematik der Entfremdung, die er – im Unterschied zur normativen und präsktipitiven Herangehensweise in der Psychotherapie – eine primitiv-philosophische nennt. Töpfer räumt mit der auch von Laska verbreiteten Märlxxxvii auf, der primitivistische Stirner sei bereits ein Psychologe gewesen – das war er eben gerade nicht. Diese Herangehensweise im post-psychotherapeuten Verfahren der Tiefenwahrheit ist immer und konsequent an die Eigenverantwortung des Subjekts gekoppelt und delegiert an Verantwortung nichts nach außen, etwa an einen Psychotherapeuten. In ihrer rigorosen und rein phänomenologischen Subjektbezogenheit ist die Tiefenwahrheit das Gegenteil dessen, was Dugin die „objektbezogene Ontologie“lxxxviii nennt und vermeidet jegliche Objektivierung des Selbstes; in einer solchen und in der generellen Wissenschaftlichkeit in bezug auf das Subjekt sieht Töpfer entfremdendes Gift. Es wird keinen „Eigner“ auf wissenschaftlichem Wege geben. Die Tiefenwahrheit wird durch eine vor-neolithische (ketogene) Ernährung ergänzt.
Gerade wir Deutschen haben die besten Voraussetzungen, vor das Neolithikum und in eine „Vorgeschichte“ zurückzukehren bzw. aus der Geschichte auszusteigen, weil diese „Vorgeschichte“ erst vorgestern war: Nolte dazu: „Ansätze zu einer solchen Deutung der Geschichte von der Vorgeschichte her finden sich allerdings schon in der Antike, so Hesiod, der das ‚Goldene Zeitalter‘ auf den Anfang der Welt verlegt und die ganze Geschichte als einen Prozeß des Abstiegs schildert, während der Aristoteles-Schüler Dikäarch aus Messenelxxxix zwar auch das Hirtenleben und anfänglichen Ackerbau als glücklichen Urzustand beschreibt, aber dann doch zu einer Lehre vom allmählichen Fortschritt des Menschengeschlechts gelang. [Hirtenleben und anfänglicher Ackerbau war bereits ein Fortschritt vom glücklichen Urzustand weg! – PT] Für Tacitus wiederum war in seiner Germania die glückliche Vorzeit des Dikäarch in einem Volk seiner Gegenwart verkörpert, in den Germanen, die als ein einfaches, unvermischtes und sittenreines Volk das Gegenbild zu der römischen Dekadenz und Sittenlosigkeit dartellten. Aber gerade von diesen Kriegern berichtet Tacitus, daß nach ihrer Meinung die Nacht dem Tag vorausgeht und daß einige ihrer Stämme ‚Nerthus, das heißt die Mutter (der) Erde‘, verehren. So hätte sich Johann Jakob Bachofen, der Schüler Savignys und Kollege Nietzsches an der Universität Basel, auch auf die Germania berufen können, als er seine Lehre vom ‚Mutterrecht‘ als dem Hauptkennzeichen der vorgeschichtlichen Kultur entwickelte und einer Interpretation einen mächtigen Anstoß gab, die erst heute in allen ihren Konsequenzen hervorgetreten ist, nämlich dem Verständnis der Geschichte vom Gegensatz der Geschlechter her.“xc
Töpfer ist als Radikalmaskulinistxci zwar Anhänger des Matriarchats als der Abwesenheit des Geschlechtergegensatzes, aber weder für eine Rückkehr in die Vorgeschichte, noch erst recht nicht für eine „Nachgeschichte“, selbst wenn diese nicht-transhumanistisch gestaltet würde, sondern schlicht für einen Ausstieg und für eine Hinwendung zum Hier & Jetzt – das dürfte inzwischen klar sein. Auch ein elfseitiges Kapitel „Sexualität und Ökonomie“ in Noltes Buch wird dann überflüssig und verliert mit der Hinwendung zum Matriarchat, in dem Sexualität und Ökonomie entkoppelt sind, jegliche Bedeutung – ein weiteres Element des Ausstiegs aus der Geschichte.
Töpfer mischt sich nicht in die Zukunft ein und gehört nicht zu den Kritikern einer in die Zukunft projizierten, angeblich schrecklichen Menschheit. Deren qualitativer Zustand wird – völlig unabhängig vom Stand der Technik – genau wie unser heutiger einzig von der Beantwortung der Frage nach Autonomie oder Heteronomie und der Einheitlichkeit der Person abhängen. Wie groß der Unterschied zwischen einer „Vor-“ und einer „Nachgeschichte“ dabei ist, ist nicht nur unerheblich, sondern im Sinne von Souveränität und Selbstbestimmung gänzlich uninteressant. Die historisch ermittelte verschwindende Kürze dieses Abstandes aber läßt uns als Bild und Symbol gleichwohl ein Gefühl für die Falschheit unserer Existenz entwickeln: „Es könnte so aussehen, als schrumpfe die Geschichte zu einer winzigen Zwischenphase zwischen den Jahrhunderttausenden der Vorgeschichte und jenen unabsehbaren Zeiträumen der Nachgeschichte zusammen …“ (Noltexcii)
Und jetzt sieht Nolte erneut nur die Möglichkeit einer „Nachgeschichte“ (ohne sich eine Nicht-Geschichte vorstellen zu können), die er sich aber diesmal nicht dystopisch-negativ („amerikanische Sitten und Atombomben“), sondern utopisch-positiv vorstellt: Der zuletzt zitierte Nolte-Satz geht nämlich so weiter: „…, welche die Menschheit zur Verfügung habe, um das große Werk ihrer Konstituierung als Einheit, der Überwindung innerer Konflikte und vor allem jenes Ausgreifens in den Weltraum zu bewältigen, das sie nun nicht mehr bloß in schöner Metaphorik zur vollen Herrschaft über die äußere und auch die innere Natur führe. Und daraus resultieren für Gegenwart und Zukunft nur deshalb Gefahren, weil die bisherige Geschichte immer noch in verhängnisvollen Relikten präsent ist, etwa in den Nationalismen und in religiös-fundamentalistischen Fanatismen.“ (Die „Konstituierung als Einheit“ könnte die pax americana, aber auch deren Verschärfung, die pax judaica, sein.) Noltes utopisch-positive Vorstellung von der „Nachgeschichte“ ist also sarkastisch gemeint, und er kehrt schließlich melancholisch wieder zur dystopisch-negativen zurück: „Im distanzierenden und abschiednehmenden Blick auf das Ganze der Geschichte aber würde jene Emotion allbeherrschend sein, die einst Voltaire als einer der ersten artikulierte: Nichts anderes biete sie dem Auge dar als eine deprimierende Folge von Kriegen, Torheiten und Metzeleien.“xciii
Töpfer aber ist es gleich, ob die „Nachgeschichte“ negativ oder positiv vorausgesehen oder verlaufen wird, da allein das Hier & Jetzt für Souveränität und Selbstermächtigung relevant und von Interesse ist. Gleichwohl ist im Hier & Jetzt genügend unerledigte Vergangenheit gegenwärtig, um einen Abscheu vor allem Historischen und Zivilisationellen zu empfinden. Die Vergangenheit ist unerledigt und behindert damit die Selbstbemächtigung, weil sie zu schmerzlich ist. Folglich wird es keine Souveränität geben, solange die Traumata der Vergangenheit nicht verschmerzt worden sind. Nur insofern ist Töpfer noch Teil der Geschichte.
Nolte aber bleibt voll und ganz im historischen Paradigma, kommt nicht auf den Gedanken, dieses generell in Frage zu stellen, sondern spekuliert nur weiter darüber, ob die „Nachgeschichte“ für uns ein Segen oder ein Fluch sein wird, ob die Vorgeschichte überhaupt so paradiesisch gewesen und „die Trennung von Geschichte und Vorgeschichte nicht angebracht sei“, weil „auch die Vorgeschichte Geschichte sei“. Diese „sei“, so Nolte, vielleicht „von den 5000 Jahren der als ‚eigentlich‘ bezeichneten Geschichte nicht stärker verschieden als die künftige Nachgeschichte, welche keineswegs so ‚ungeschichtlich‘ sein werde, wie sie von enthusiastischen Freunden und von furchtsamen Gegnern hingestellt werde. Es könnte sein“, fährt Nolte fort, „daß mit Frank Tipler und B.F.K. Skinner die vollständige Andersartigkeit der wissenschaftlich-technischen Zukunft der geeinten Menschheit anerkannt werden müßte, daß aber Würde und Menschlichkeit ausschließlich dem Hingeschwundenen zuzuschreiben wären.“xciv
Mit „Würde und Menschlichkeit“ bezeichnet Nolte aber nichts anderes als Souveränität und Autonomie. Jetzt schlägt seine historische Spekulation und vielleicht auch sein „politischer“ Wille wenn nicht in Richtung Ausstieg aus der Geschichte, so doch zumindest wieder – ein ständiges Hin & Her – zu einer positiven Bewertung einer möglichen „Nachgeschichte“ um. Und jetzt wird es im großen Kontext dieses meines Textes – nämlich die mögliche Perspektive einer Zweiten, Radikalen Aufklärung als notwendigem Instrumentarium einer Selbstermächtigung und eines Ausstieges aus der Geschichte – sehr interessant:
Nolte schreibt nämlich weiter: „Gerade hier [beim Hinschwinden bzw. bei der Rettung von Würde und Menschlichkeit] wären überraschende Denkmöglichkeiten vorstellbar, etwa in der Spur von Konrad Lorenz, der in einer Nebenbemerkung die Menschlichkeit des Menschen gerade in demjenigen erblickt, was den Menschen mit den Tieren gemeinsam ist, also in dem emotionalen Bereich (Hervorhebung von mir, PT), den Platon abwertend das ‚epithymetikón‘, das Begierdehafte, nannte, während die Intellektualisierung als extremes Hervortreten von Platons ‚logistikón‘, der Vernunft, zwar überaus leistungsfähige Instrumente hervorbringt, aber den Menschen selbst entleert und zerstört.“xcv
Nolte scheint sich in diesem Auschlagen des spekulativen Pendels einer Position zu nähern, die Bernd A. Laska vertritt und für notwendig erachtet, um eine Neue, Zweite, Radikale Aufklärung voranzutreiben: „Stirners Postulat, die (alte) Aufklärung, die im kognitiv-rationalen Bereich operierte, sei am Ende ihrer Möglichkeiten und deshalb durch eine neue, im affektiv-emotionalen Bereich operierende – und damit ‚praktisch‘ werdende – fortzusetzen.“xcvi – Eine erstaunliche, bis ins Terminologische gehende Nähe!
Töpfer schreibt zu diesem Laska-Zitat in seinem Buch „Stirner und Tiefenwahrheit“: „Darin liegt also das Programm von LSR und der Neuen Aufklärung: Der kognitiv-rationale Bereich muß zwar zur Aufklärung beitragen (gedankliche Kohärenz, Logik, intellektuelle Redlichkeit: kognitive Konsonanz) – aber damit ist es nicht getan.“xcvii
Bernd A. Laska und die Notwendigkeit von Neuer Aufklärung und Tiefenwahrheit zur individuellen und kollektiven Souveränisierung

Laska ist der wichtigste – wenn nicht überhaupt der einzige – intellektuelle Fürsprecher einer Neuen, Radikalen Aufklärung – einer Fortsetzung der Aufklärung mit anderen, neuen Mitteln. Er wurde links liegengelassen und blieb weitestgehend unbeachtet – mit Ausnahme folgender absolut unwichtiger Denker: Panajotis Kondylis, mit dem Laska intensiv eine sehr aussagekräftige Korrespondenz führtexcviii; Martin Walser, in dessen Roman „Der Augenblick der Liebe“ Laska einen zentrale Rolle spielt (und namentlich genannt wird, was dem Fiktiven des Romans einen – für Walser ungewöhnlich – faktischen Charakter und Laska eine besondere Würdigung gibt); und Hermann Schmitzxcix, der, Peter Sloterdijk zufolge, „neben Heidegger der größte […] Denker des 20. Jahrhunderts auf deutschem Boden“c gewesen sei, und von dem Reinhold Oberlercher völlig richtig sagt, er sei „gewissermaßen der verwirklichte Heidegger“; Schmitz habe, so Oberlercher, das „eigentümlichste und bedeutendste philosophische Werk, das die Systemphilosophie der Zweiten Systemzeit in Deutschland hervorgebracht hat“, geschaffen (übrigens:„[Schmitzens] Gefühlstheorie“, so Oberlercher, „die vom Leib statt vom Körper ihren Ausgang nimmt, hat sich von jeglicher Metaphysik radikal gelöst.“ci Damit haut Schmitz in dieselbe Kerbe wie Töpfer – siehe Kapitel 8.3. Töpfers Buch: „Die bis in die ‚Leiblichkeit‘ (Hermann Schmitz) hinein operierende Phänomenologie als philosophischer Königsweg“cii); mit Hermann Schmitz hat Laska einen über 23 Jahre dauernden intensiven Briefwechsel geführt, der seit letztem Jahr publiziert vorliegtciii. Laska ist also so etwas wie ein Geheimtip. Seine Vorworte zu den Neu-Editionen von La-Mettrie-Werkenciv und vor allem seine Arbeiten zu Stirnercv (besonders im Zusammenhang mit Carl Schmitt und Ernst Jünger) sind glänzend.
Das dringliche Bedürfnis nach einer im Affektiven operierenden Neuen Aufklärung und die Notwendigkeit für eine solche besteht angesichts der Degeneration und des drohenden Zusammenbruchs samt schrecklichster Verwerfungen, die sich schon heute deutlich abzeichnen. Das deutsche Volk ist nicht imstande, seine Interessen – im doppelten Wortsinne – wahrzunehmen und zu einem kollektiven „Eigner“ (Stirner) zu werden. Ein Über-Wir lastet schwer auf ihm und bestimmt es (Heteronomie anstatt Autonomie – siehe insbesondere Kapitel 7.2.1.16.4.3.1. „Exkurs: Frankfurter Schule, jüdischer Messianismus und das deutsche Über-Wir“ in Töpfers neuem Buch „Stirner und Tiefenwahrheit“). Die Propaganda der Feinde des deutschen Volkes operiert im Affektiven – aber die deutsche Elite operiert dort nicht, ist viel zu defensiv. Hier muß – bis auf Ausnahmen wie z.B. Ursula Haverbeck – ein Komplettversagen der Opposition, die fast ausschließlich aus Gatekeepern und Paytrioten besteht, festgestellt werden.
Daß die Notwendigkeit einer radikalen Kritik an den fünf kurzen, aber verheerenden Jahrtausenden der Zivilisation und einer im Affektiven operierenden Neuen Aufklärung besteht, ist klar. Doch welchen Weg hat das Bemühen um eine solche eingeschlagen? Sind wir auf dem Weg ins Hier & Jetzt, das allein uns die Macht gibt, etwas vorangekommen? Was ist aus Laskas „Selbstermächtigung“ geworden? In Töpfers Buch geht es weder um die Gegenaufklärer noch um die Alten Aufklärer, sondern darum, was aus den Ansätzen zu einer Neuen, Radikalen Aufklärung geworden ist. Und da muß man klar sagen, daß, wenn Laska Repräsentant einer Zweiten Aufklärung ist, diese bisher im bloßen Ansatz steckengeblieben und erst einmal gescheitert ist. Darin liegt gleichwohl nicht der geringste Grund für eine Resignation; es geht weiter, und zwar in einer Radikalität und einer Intensität, von denen bei Laska so gut wie nichts zu spüren ist.
Töpfer kommt in der Tat zu einem sehr ernüchternden Ergebnis: Laska ist immer nur Philosoph und Philosophiehistoriker geblieben, da konnte er sich noch so sehr als „Paraphilosoph“ bezeichnen. Seinem eigentlichen und gelegentlich durchscheinenden cis-philosophischen Anspruch, den er bei Stirner festgestellt hat, wird er nicht gerecht. Erst Töpfer erfüllt mit seiner Tiefenwahrheit den Traum der Linkshegelianer vom Praktischwerden der Philosophie und ihrer Beendigung („Post-Philosophie“). Stoffwechselstreß (metabolische Last) im Gehirn wird durch Tiefenwahrheit reduziert – was zu weniger Philosophie führtcvi; und mit jeder Tiefenwahrheitsliegung geht auch der Puls etwas mehr runter, bis er sich – bei mir jedenfalls – um die 48 einpegelt und dadurch auch zu ein paar Jährchen länger führt.cvii Laska selbst ist einer „Selbstermächtigung“ stets ausgewichen. Das Ausgangsmaterial dazu (der „Rest-Eigner“) war zu gering (siehe Kapitel 8.5. „Selbst bei der philosophischen Herangehensweise zur Eigner-Stärkung kommt es bei großer Ich-Schwäche zu Schwierigkeiten. Laska vorbildlich im prinzipiellen Ansatz – doch trifft dann auf nichts Eigenes. Laskas Überlegungen, sich praktisch einem Verfahren der ‚Selbstermächtigung‘ zu unterziehen“).
Die Selbstermächtigung ist extrem schwierig, ja, ein Unterfangen (aber gleichzeitig extrem einfach!). Und die bisherigen Versuche – etwa durch reichianische Psychotherapie – verliefen wenig ermutigend bis katastrophal. Das war Laska, der, trotz Einschätzung der Psychotherapie als „nicht effzient“, Anhänger des Psychotherapeuten Wilhelm Reich war (dessen Verdienste freilich, so Laska, unter einem „Palimpsest“ begraben lägen), bewußt. Töpfer weist nach, daß eine „Selbstermächtigung“, eine „Wiederaneignung“ der Person nicht durch Psychotherapie erlangt werden kann. Er würdigt aber gute Ansätze von fast-stirneristischen Psychotherapeuten wie Arthur Janov und Fritz Perls. Reich dagegen wird von Töpfer im Gegenteil geradezu vernichtend kritisiert, weil er mit seinem physischen Mechanismus antisubjektiv ausgerichtet war. Aber auch Janov wird wegen mangelnder Konsequenz und Verbleib im wissenschaftlichen Paradigma ebenfalls radikal kritisiert; Perls schneidet – vom phänomenologischen Ansatz im Hier & Jetzt her – noch am besten ab, kommt aber zu keiner existenziell-emotionalen Tiefe. Töpfers Buch ist im Grunde eine intensive Untersuchung und vernichtende Kritik und Abrechnung mit dem gesamten Links- bzw. Postfreudismus aus linksradikaler und emanzipatorischer, nicht aus rechter, konservativer Sicht.
Töpfer setzt mit seiner Tiefenwahrheit auf das erschöpfende, völlig freie und grenzenlose Ausdrücken und Gehenlassen der Befindlichkeiten, seien es Probleme, Nöte und Verzweiflungen oder auch Revolten gegen diese. Bei großer Wahrhaftigkeit entspricht das dann Ausgedrückte genau den Reaktionen, die ein Leben lang unterblieben sind. Das geht tief in die katastrophalen Gefühle hinein. Erst dort liegt – psychotherapeutisch gesprochen – eine Verarbeitung (Verschmerzung) der verdrängten Konflikte, die zu Abspaltungen von Teilen der Person (Entfremdung) geführt haben. Darin liegt zwar gerade das psychotherapeutische Programm, aber die Schwierigkeiten und Tiefen der Problematik werden von der Psychotherapie – falls diese überhaupt den Objektivismus hinter sich lassen kann – nicht wahrgenommen. Der maschinelle Charakter der Psychotherapie hat ihre Patienten sich nicht total aussprechen und ausdrücken lassen. Erst die Tiefenwahrheit gibt den absolut notwendigen Raum dazu. Die Tiefenwahrheit mag wie eine neue Psychotherapie aussehen, ist aber fundamental von dieser verschieden (siehe Kapitel 7.2.1.5. „Zur Frage der hierarchisierenden Kategorisierung von ‚Psychotherapie‘ und ‚Tiefenwahrheit’“).
Versöhnung mit Ernst Nolte und Arne Schimmer
Lieber Leser, es wird sie sehr erstaunen, aber ich muß jetzt eine Lanze für die Wissenschaft – also auch für die historische Wissenschaft – brechen. Wir sind unfähig, natürlich zu leben; „natürlich“ meine ich selbstverständlich nicht normativ, sondern im Sinne des stirner’schen Eigners. Aus vielen bereits genannten und noch hinzuzufügenden Gründen ist uns das inzwischen verunmöglicht – womit ich nicht die Flinte ins Korn werfen möchte. Nur gebietet es die Ehrlichkeit, dem Stand der Dinge ins Gesicht zu sehen. Und in dieser sehr verzwickten Lage können uns Wissenschaftler tatsächlich von Hilfe sein. Wir können auch ohne Wissenschaftler, aber freilich mit einem von ihnen entwickelten Bild, nämlich das vom Urmenschen, in vielen Fragen, wo wir verhaltensmäßig verunsichert sind, Orientierung gewinnen: Wir müssen uns immer nur vorstellen: Was hat der Urmensch getan?
Dazu ein konkretes Beispiel aus dem Alltag: Bei der Frage, ob während des längeren Fastens (beim Intervallfasten sowieso) Sport getrieben werden sollte, ergibt sich die Antwort ganz einfach mit einem Blick in die (Vor)geschichte: Der Urmensch hat hin und wieder nichts zu essen gehabt, mußte also „fasten“, und in dieser „Fastenzeit“ hat er sich um neues Essen bemühen müssen, d.h., er mußte körperlich sehr aktiv sein. Und diese Bemühung war nichts anderes als unser heutiger Sport. Wir werden auf absehbare Zeit erst einmal nicht mehr mit Pfeil, Bogen, Speer und Lanze jagen oder sogar direkt mit wilden Tieren ringen (obwohl, wer weiß…), also müssen wir etwas Ähnliches machen und dabei am besten so schöpferisch wie möglich die Bewegungsabläufe beim Jagen, beim Angreifen und Verteidigen, nachahmen, anstatt vorgegebene mechanische Übungen zu machen (die aber auch gut und besser als gar nichts sind).
Es sieht so aus, als bräuchten wir die Forschungsresultate der Historiker, Archäologen, Ethnologen, Anthropologen usw. Deren Arbeiten, die man freilich immer skeptisch und kritisch hinterfragen muß, will ich auch einmal würdigen. Es geht aber nicht nur darum, ein historisches Bild zu gewinnen, sondern natürlich auch und noch mehr darum, die wirklichen Abläufe im Körper der heutigen Menschen zu untersuchen. Ich möchte hier stellvertretend die Paläomedizinerin Szófia Clemenscviii und den Molekularbiologen und Molekulargenetiker Gábor Erdosi (Erdösi)cix nennen. Eins ist klar: Wir sind, wenn wir Eigner werden wollen, nicht nur auf unsere Tiefenwahrheit angwiesen. Diese ist auf der rein biochemischen Ebene zu tief in uns verborgen; ein Ratschlag wie „höre nur auf deinen Appetit“ ist hier oft fehl am Platz. Der Appetit entspricht auf mentaler Ebene der Wahrheit, die, wir wir wissen, oft nur eine oberflächliche, vorübergehende Wahrheit ist (siehe dazu mein Buch „Die Wahrheit – sie sagen und in ihr leben“cx), aber eben nicht der Tiefenwahrheit. Der Appetit kann uns gewaltig trügen, er ist kompromittiert (siehe oben Dopamin). Wenn wir nur nach unserem Appetit gehen würden, könnten wir uns gleich im Siechenhaus anmelden. Aber unser unnatürlicher Zustand ist noch schlimmer: Selbst im Zustand der mentalen Tiefenwahrheit leben wir immer noch an der biochemischen Tiefenwahrheit vorbei. Eine mental-emotionale Tiefenwahrheitsarbeit muß unbedingt gleichzeitig mit einer physiologischen Tiefenwahrheitsarbeit, die eine Steinzeiternährung wäre, verbunden sein. Das Emotionale allein reicht hier nicht aus. Ich persönlich bin über Jahre trotz intensiver emotionaler Tiefenwahrheitpraxis immer wieder in depressive Zustände gekommen – aus dem einzigen Grunde, weil mein Gehirn die falsche Nahrung bekommen hat. Die emotionale Arbeit wird für einen Traumatisierten nie wirklich erschöpfend sein, aber ich war mit ihr einigermaßen gut vorangekommen – trotzdem kam ich immer wieder in jene Situationen, wo ich mich nur noch hinlegen konnte und dem schweren, süßen Gift – so empfand ich es immer – in meinem Körper nachgeben mußte. Natürlich wird das mit emotionellen und korporellen Gegebenheiten zusammenhängen. Aber mit absoluter Sicherheit läßt sich sagen, daß zumindest die Resilienz des Körpers bei der Manifestierung des Schadens eine große Rolle spielt. Vielleicht war es ja auch tatsächlich rein körperliches, mit der falschen Nahrung verabreichtes Gift, das ich spürte? Es war ein schweres Versäumnis, daß die Psychotherapeuten in ihrer Verdinglichung die Versorgung des Gehirns außer Acht gelassen haben.
Ein weiteres Beispiel: Es ist ein Unterschied, ob man bei emotionalem Streß Hämorrhoiden bekommt oder eben nicht. Der Streß mag noch genauso in uns sein – aber wenn Darm und Darmausgang stärker, weil natürlicher funktionierend, sind und wir allein deswegen keine Hämorrhoiden bekommen, ist das schon mal ein überaus deutlicher Vorteil.
Ich bin der erste, wenn es darum geht, auf unsere innere Stimme zu hören, aber wir können rein spontan nicht mehr zu unserem genetischen Eigner zurückfinden. Dieser Weg ist uns leider verbaut (siehe weiter oben: dopaminkompromittierte Zombies). Sollen wir aber deshalb gleich die Flinte ins Korn werfen, wie es Laska getan hat? – Nein, wir können, auch wenn wir keine ganzen „Eigner“ mehr werden, immerhin die Demenz verhindern, mit der Laska zugrundegegangen ist. Aber wir scheinen dabei auf nicht-korrupte Wissenschaftler hören zu müssen. Darauf sind wir aufgrund unserer tiefen Entfremdung angewiesen.
Und dann – das muß ich zugeben – muß ich mich, der ich stets von der notwendigen Unterwindung spreche, auch überwinden, die Tips dieser Wissenschaftler zu befolgen: Ich zwinge mich, eine bestimmte Kost einzuhalten, und ich zwinge mich, Sport zu treiben. (Zur Erinnerung: Unterwindung bedeutet, innere Konflikte dadurch zu lösen, daß die Wahrheit und ihre emotionalen Konsequenen zugelassen werden, diese einfach nur sein zu lassen und damit für einen neuen, tiefer gelegenen Ausgleich zu sorgen. Das geschieht in den Tiefenwahrheitsliegungen bzw. Stunden der Tiefenwahrheit. Überwindung im medizinischen Sinne heißt Medikamentierung; Unterwindung heißt die Rückkehr zum primären Stoffwechsel.) Dieser Zwang scheint der Selbstregulierung zu wiedersprechen und tut es in gewisser Weise auch. Aber es scheint an manchen Stellen nicht anders zu gehen.
Anders geht es sehr wohl in der Tiefenwahrheit als Erbin der Wissenschaft von der Psyche: Sie befolgt ausschließlich, wie oben gesagt, das strengst subjektive Nachdenken in eigenen Worten über die eigene Existenz und läßt daraus entstehende Gefühle zu, was diametral dem Befolgen von Vorgaben von Psychotherapeuten gegenübersteht. Man überläßt sich in der Psychotherapie unnötigerweise den Wissenschaftlern und gibt das Subjekt an der Garderobe ab. Eine Psychowissenschaft ist nicht mehr nötig – eine Physiowissenschaft offenbar ja. Am Ende unterwinden wir die physische Entfremdung, so ist es jedenfalls geplant, indem wir uns auf physischer Ebene zur Unterwindung zwingen, was streckenweise wie eine Überwindung aussehen wird.
Und insofern ich Ausschau nach physiowissenschaftlichen Forschungsergebnissen halte, interessiere ich mich auch wieder für Geschichte und bin in ihr, und Ernst Nolte und Arne Schimmer würden sich mit mir versöhnt fühlen. Aber dies tue ich nur, um besser aus der Geschichte aussteigen zu können.
Anmerkungen
viii Buchrücken Peter Töpfer: Nationalanarchismus. Manifest und Texte 2000 bis 2004. Mit Beiträgen von Troy Southgate und Hans Cany, weltweit 2004
ix Überraschende Wendung, Cap¡tal¡sta! Der freie Markt – liberale Bücher, Bücherdienst der Zeitschrift eigentümlich frei; nicht mehr im Netz, vielleicht noch über Netzarchiv abrufbar.
ix b https://freie-sachsen.info/
ix c https://www.facebook.com/share/p/1AVoAGijKB/?mibextid=wwXIfr
x http://peter-toepfer.de/sleipnir/sleipnir.html
xi u.a. mit Karl Nagel: https://web.archive.org/web/20031206000630/http://www.querfront.de/action/index.php4, Suchbegriff „Querfront“: https://nationalanarchismus.de/
xii Deutsche Stimme 7/2005, https://www.eigner-verlag.peter-toepfer.de/presse/body_presse.html
xiii 2.9.2004, http://peter-toepfer.de/Stimmen/Nolte/nolte.html
xiv http://faultierfarm.net/produkt-kategorie/digi-buecher/
xv 15.4.2006, http://peter-toepfer.de/Stimmen/Nolte/nolte.html
xvi Peter Töpfer: Reich & Anarchie. Querfront-Zeitschriftenschau: Etappe. Zeitschrift für Politik, Kultur und Wissenschaft, Heft 16, Dezember 2001 / Januar 2002, und Kommune. Forum für Politik, Ökonomie und Kultur, Nr. 3/1995: https://nationalanarchismus.de/Nationalanarchismus/Auto-_9/Reich_-_Anarchie/reich_-_anarchie.html
xvii Ernst Nolte: Historische Existenz. Zwischen Anfang und Ende der Geschichte?, München 1998, S. 30
xviii Ebenda, S. 516/517
xix Ebenda, S. 517
xix b Eenda, S. 23
xx Peter Töpfer: Pan-Agnostik. Erscheinungsformen der Metaphysik und deren Wertlosigkeit für die Existenz. Für ein theïstisch-agnostisches Bündnis im Kampf gegen Great Reset und Transhumanismus, 453 S., br., 2023; kostenloser Download: https://tiefenwahrheit.de/buecher/; Bestellung gedrucktes Buch: http://faultierfarm.net/produkt/pan-agnostik-buch/
xx b Bernd A. Laska alias Barbara Lehmann, WRB 1/1976, S. 32: https://www.lsr-projekt.de/wrb/wrb1.html
xx c https://www.facebook.com/share/p/1JqE73WeQ6/?mibextid=wwXIfr
xx d Streitgespräch: Wohin steuert die AfD? // Dr. Ulrike Guérot & Björn Höcke, 13:18: https://youtu.be/kP176sz_-xo?si=0XV-zy6T6mou4GE-&t=798
xxi Nolte, aaO, S. 25
xxii Ebenda, S. 97
xxiii Siehe Anm. 5
xxiii b https://de.wikipedia.org/wiki/Moondog
xxiv Wem das Herz zu weit links schlägt, die tageszeitung, 2.12.1999; https://www.eigner-verlag.peter-toepfer.de/presse/body_presse.html
xxiv b https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=25715242184736006&id=100000307309319&mibextid=wwXIfr&rdid=CmuflqQwmQ0fxaw6
xxv Deutsche Stimme 5/2000 und 10/2001
xxvi Ernst Nolte, aaO, S. 10/11
xxvii Ebenda
xxviii E. Michael Jones: The Jewish Revolutionary Spirit: And Its Impact on World History, Fidelity Press 2008, 1200 Seiten
xxix Igor Schafarewitsch: Der Todestrieb in der Geschichte. Erscheinungsformen des Sozialismus. Ullstein, 1980; Neudruck: Lichtschlag, Grevenbroich 2016
xxx Anm. bei Nolte, aaO: Zef. 1,11
xxxi Anm. bei Nolte, ebenda: Sach. 14,21
xxxii Ebenda, S. 233
xxxiii Ebenda, S. 532
xxxiv Ebenda
xxxvEbenda, S. 680
xxxviEbenda, S. 680
xxxviiEbenda, 680/681
xxxviiiEbenda, S. 680
xxxixEbenda, S. 233–234
xl Peter Töpfer: Le Tikkoun Olam pour les peuples goys ? : https://youtu.be/5hF4PVwhC0I?si=9msvfJsrx7F4Edlt; Le Tikkoun Olam – chez un Juif et un Européen primal / primordial : https://youtu.be/Tm9FvEw5bsA?si=cKPjrA1XB5Wj-4×9
xli Nolte, aaO, S. 611/612
xlii Ebenda, 610
xliii Ebenda, 612/613
xliv Joseph Goebbels, „Tag des Buches“, 10. Mai 1933: https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/268884/tag-des-buches-erinnerung-an-die-ns-buecherverbrennungen-vor-85-jahren/
xlv Nolte, aaO, S. S. 18
xlvi Ebenda, S. 19
xlvii Ebenda, S. 18
xlviii Ebenda
xlix Ebenda
l Ebenda
li Ebenda, S. 682
lii Ebenda, S. 104
liii Zitate von Paul Lüth und Heinrich Erben, in Nolte, aaO, S. 24, Anmerkungen 12 und 13 auf S. 687
liv Uwe Wesel: Frühformen des Rechts in vorstaatlichen Gesellschaften. Umrisse einer Frühgeschichte des Rechts bei Sammlern und Jägern und akephalen Ackerbauern und Hirten, Frankfurt am Main 1985, S. 45; zitiert bei Nolte, aaO, S. 97
lv Ebenda, S. 242; zitiert bei Nolte, S. 97
lvi Ernst Nolte, aaO, S. 97
lvii Lena Carnivore: https://www.youtube.com/@LenaMarie-nq9jz
lviii https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-hormonostat/
lix James DeMeo: Saharasia: The 4000 BCE Origins of Child Abuse, Sex-Repression, Warfare and Social Violence, In the Deserts of the Old World, Buch: https://www.booklooker.de/B%C3%BCcher/James-Demeo+Saharasia/id/A02JhXJc01ZZd; Download als PDF: https://www.academia.edu/3674729/The_origins_and_diffusion_of_patrism_in_Saharasia_c_4000_BCE_Evidence_for_a_worldwide_climate_linked_geographical_pattern_in_human_behavior; verkürzt auf deutsch im Netz: Die Entstehung und Ausbreitung des Patrismus vor ca. 6000 Jahren: die Saharasia-These: http://www.orgonelab.org/saharasia_de.htm
lx Unaufgelöster Urschmerz (ausgebliebene Verschmerzung) erhöht den Stoffwechsel und führt zu vorzeitigem Tod, vgl. Arthur Janov, Gefangen im Schmerz, S. 238: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-urschmerz-erhoeht-den-stoffwechsel/
lxi Ketogene bzw. Paläo-Ernährung (als Primär-Ernährung) und Primär-Psychotherapie. Die jeweils weißen/blinden Flecken der Psycho- und Physiologen: Text: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/, Video: https://youtu.be/94asT63IkBM; Tiefenwahrheit und Ernährung: https://youtu.be/Eyiqf5RiL3U
lxii Arthur Janov: Vorgeburtliches Bewußtsein, Berlin und München, 2001, S. 25
lxiii Arthur Janov: Frühe Prägungen, S. 81: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-schilddruese-thyroxin-hypothyreose/
lxiv Ebenda, S. 80: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-hormonsystem-der-mutter-spiegel-ihrer-emotionalen-verfassung/
lxv Arthur Janov: Vorgeburtliches Bewußtsein, Berlin und München, 2001, S. 25 S. 193
lxvi Arthur Janov: Frühe Prägungen S. 118: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-kontakt-zwischen-mutter-und-kind-senkt-den-kortisol-spiegel/
lxvii Vgl. Arthur Janov: Gefangen im Schmerz, S. 229: https://tiefenwahrheit.de/58155-2/
lxviii https://www.youtube.com/watch?v=p4cQ55uZUSo
lxix Arthur Janov: Vorgeburtliches Bewußtsein, Berlin und München, 2001, S. 196; https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-erhoehter-cortisolgehalt-im-fruchtwasser/
lxx Arthur Janov, Der Neue Urschrei, S. 281/282: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-das-selbst-als-physiologischer-begriff/
lxxi Ebenda, S. 341: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-anstieg-der-wachstumshormone-durch-tiefes-weinen/, https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-die-rolle-der-wachstumshormone-bei-heilung/
lxxii Vgl. Arthur Janov: Der Neue Urschrei, S. 340: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-echtes-tiefes-weinen-reduziert-stress/ und S. 269: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-schmerzreduktion-ist-gleich-stressreduktion/
lxxiii Vgl. Arthur Janov: Frühe Prägungen, S. 144: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-traumata-praegen-das-gesamte-physio-psychische-system/
lxxiv Ebenda, S. 91: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-umkehrung-frueherer-traumata/
lxxv Vgl. Arthur Janov: Gefangen im Schmerz, S. 225: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-normalisierung-des-kortisolspiegels/
lxxvi Verringerter Insulinbedarf – vgl. Arthur Janov: Gefangen im Schmerz S. 243: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-zusammenhang-von-serotonin-und-primaertherapie/
lxxvii Zur Analogie von Primärnahrung und Primärtherapie siehe: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-anstieg-der-wachstumshormone-durch-tiefes-weinen/
lxxviii Ontogeny of fetal exposure to maternal cortisol using midtrimester amniotic fluid as a biomarker, Clinical Endocrinology 66, Nr. 5 (2007), S. 636–640; zitiert bei Janov: Vorgeburtliches Bewußtsein, Kapitel „Epigenetik: die Vererbung erworbener Merkmale, S. 104
lxxix Arthur Janov: Vorgeburtliches Bewußtsein, S. 93–95; https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-wie-wirkt-sich-primaertherapie-auf-die-lebenserwartung-aus/
lxxx Ebenda, S. 196: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-erhoehter-cortisolgehalt-im-fruchtwasser/
lxxxi Ebenda, S. 26: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-erhoehter-cortisolgehalt-im-fruchtwasser/
lxxxii Dr. Ben Bikman: Ketones and Your Heart – How Ketones Protect the Cardiovascular System: https://www.youtube.com/watch?v=C2GScBhAa40
lxxxiii Arthur Janov, Der Neue Urschrei, S. 341: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-anstieg-der-wachstumshormone-durch-tiefes-weinen/
lxxxiv Arthur Janov: Frühe Prägungen, S. 386: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/58230-2/
lxxxv Arthur Janov, Gefangen im Schmerz, S. 226: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-je-mehr-kortisol-desto-weniger-wachstumshormone/
lxxxvi Ebenda, S. 237: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-je-mehr-primaertherapie-desto-mehr-wachstumshormone/
lxxxvii Bernd A. Laska: Individuelle Selbstermächtigung und rationales Über-Ich. Max Stirner als psychologischer Denker: https://www.lsr-projekt.de/Max-Stirner-Psychologe.html
lxxxviii Peter Töpfer: Objekt-orientierte Óntologie und Entfremdung. Der verheerende Einfluß der Wissenschaft – insbesondere ihrer Disziplin Psychologie – als Objekt-Orientierung auf das Subjekt. Für die Subjekt-Orientierung und darüber hinaus das Ón! (2022): https://tiefenwahrheit.de/weitere-texte/objekt-orientierte-ontologie-und-entfremdung/, https://www.multipolarpress.com/p/postmodern-sociology
lxxxix Anmerkung bei Nolte, aaO, Artikel „Dikäarch“ (Cohn) in Pauly-Wissowas Reallexikon, Bd. V,1
xc Ernst Nolte, aaO, S. 101
xci Peter Töpfer: Die Vaterschaftslüge. Für Sinn, Matriarchat und Männeremanzipation: https://nationalanarchismus.de/Nationalanarchismus/Auto-_9/Vaterschaftsluege1/vaterschaftsluege1.html ; Schluß mit den Vaterschaftstests! Hoch leben Maskulinismus und Matriarchat!: https://nationalanarchismus.de/Nationalanarchismus/auto15/Gentests/gentests.html ; Nur im Matriarchat können wir Männer wir selbst sein! Weiterer Beitrag zum Maskulismus: https://nationalanarchismus.de/Nationalanarchismus/auto18/maskulinismus/maskulinismus.html ; Der Unsinn vom Fortpflanzungs- und Arterhaltungstrieb. Gegen die Lügen der Wixenschaftler! Des Finalismus’ Finale, der Teleologie Telos. Stürzen wir Telos, den Theo der Neuzeit! Radikaler Bio-Revisionismus, Punk-Naturphilosophie: https://nationalanarchismus.de/Nationalanarchismus/auto20/teleologie/teleologie.html
xcii Nolte, aaO, S. 25
xciii Ebenda
xciv Ebenda, S. 25/26
xcv Ebenda, S. 26; Konrad Lorenz: So kam der Mensch auf den Hund, München 1965, S. 102
xcvi Bernd A. Laska: Ein dauerhafter Dissident, 150 Jahre Stirners „Einziger“. Eine kurze Wirkungsgeschichte, Nürnberg1996, S. 103/104
xcvii Peter Töpfer: Max Stirner und die Tiefenwahrheit als post-psychotherapeutisches Selbstermächtigungsverfahren. Bernd A. Laskas LSR-Projekt und die Weiterentwicklung der im Kognitiven, Affektiven und Korporellen operierenden Neuen Aufklärung, Ankara 2025, S. 45: https://tiefenwahrheit.de/buecher/
xcviii LSR-Archiv Hamburg
xcix https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826085079-bernd-a-laska-hermann-schmitz/, Leseprobe und Vorwort des Herausgebers Christian Fernandes: https://www.amazon.de/Bernd-Laska-Hermann-Briefwechsel-1993-2016/dp/382608506X?asin=B0CVHRR9PM&revisionId=&format=4&depth=1
chttps://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Schmitz_(Philosoph)
ci Reinhold Oberlercher: Lehre vom Gemeinwesen, Berlin 1994, S. 222/223
cii Siehe auch die Kapitel 3.3.26. und 3.4. in Töpfer: Stirner und Tiefenwahrheit: „Endbesprechung: Die Wiederaneignung, Wiederausfüllung des Leib-Eigners (Schmitz) und Rückgewinnung von Selbst-Genuß und Produktivität in der konkreten Lebenssituation. Die Perspektive der weiteren Eigner-Entwicklung“; Zitat: Mit seinen Büchern „Die entfremdete Subjektivität“, „Über Identität, Subjektivität und Personalität“, mit seiner „Subjektivitätstheorie“, „Philosophie des Leibes und der Gefühle“ und „Neuen Phänomenologie“ wäre Schmitz prädestiniert gewesen, Stirner fortzuführen. S. 456
ciii Laska, Bernd A. und Schmitz, Hermann: Der Briefwechsel (1993–2016). Aus dem Vorlass von Bernd A. Laska, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Christian Fernandes, 530 Seiten, Würzburg 2024
civhttps://verlag.koenigshausen-neumann.de/autor/offray-de-la-mettrie-julien/
cv Bernd A. Laska: Ein heimlicher Hit. 150 Jahre Stirners »Einziger«
Eine kurze Editionsgeschichte, Nürnberg 1994, https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783922058618/ ; Ein dauerhafter Dissident. 150 Jahre Stirners »Einziger«. Eine kurze Wirkungsgeschichte, 1996, https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/ein-dauerhafter-dissident-bernd-a-laska-isbn-9783922058625-978-3-9220-5862-5-978-3-9220-5862-5/ ; „Katechon“ und „Anarch“. Carl Schmitts und Ernst Jüngers Reaktionen auf Max Stirner, 1997, https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783922058632/
cvi Vgl. Arthur Janov, Gefangen im Schmerz, S. 218: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-verringerter-stoffwechsel/
cvii Verlangsamung von Stoffwechsel und Puls – Vgl. Arthur Janov, ebenda, S. 215: https://tiefenwahrheit.de/die-ketogene-bzw-palaeo-ernaehrung-als-primaer-ernaehrung-und-primaer-psychotherapie/arthur-janov-verlangsamung-des-stoffwechsels/
cviii https://paleomedicina.com/hu/dr-clemens-zsofia, https://www.youtube.com/watch?v=OWTc02J_O7s, https://www.youtube.com/watch?v=yUdu1tKImos
cix https://www.youtube.com/watch?v=I3mZ-J-12bA
cx https://tiefenwahrheit.de/buch/

