Zusammenfassung der Liegung vom 2018_09_05


Ganze Liegung

2018_09_05 KI – weiter getrennt mit erstaunlich konsequentem Selbstständigkeits-Willen effektiv Leben verändern aber Panik wegen Abriß – Nicht-Wille vs. Rest-Wille Urschrei „Ich bin doch tot! Wie soll ich denn leben?!“ – Große Nähe der Extreme Dynamik Dramatik Tod vs. Leben Optimismus Therapie vs. realistisch-pessimistische Einsicht – Christian als besserer Therapeut – Wille zur Kognition Lageerkenntnis und -beschreibung – Ansatz zu New Deal und Umwidmung aber weiter optimistisch

Zusammenfassung

Lage in bezug auf Nasti-Beziehung:
Ich stehe weiter zur Trennung, betreibe diese auch erstaunlich konsequent, will weiter selbständig und erwachsen werden (also kein Kompromiß, wie in vergangenen Sitzungen angedacht), mache tatsächlich auch minimale, aber echte Fortschritte. Ich halte hier tatsächlich einen Abriß des Kontaktes für möglich, weil Nasti ihn jetzt auch offenbar abreißen läßt, weil sie einsieht, daß nichts passiert. Aber Panik wegen Abriß und Loslassen. Erstaunlicher (irrwitziger) Wille zur Selbständigkeit und tatsächlichen Trennung.

Innere Lage:
Nur Alternative zwischen „Lebendigkeit“ in Form von Traurigkeit und Tod (am Ende der Sitzung Ansatz von Freude über Fortschritt und Verlassen dieser Alternative); dazwischen nur Minimal-Kreativität (Lennon- und Harrison-Covers)

Abgründige Traurigkeit, totale Verzweiflung. Gleichzeitig Aufgabe der Hoffnung auf eine Veränderung – weil ich eine Veränderung gar nicht will (das Große Nein). Weitere Ansätze zur Umwidmung der Therapie zu Sterbebegleitung. Trotz extremer Bindungsabhängigkeit und Anhänglichkeit meldet sich auch der Minimal-Eigner: er will ein neues Leben beginnen! (effektiv sein Leben zu verändern!) Minimalst-Eigner will ernsthaft erwachsen werden, sich sogar von seinen Freunden lösen, etwas unabhängiger, selbständiger werden – ist dabei aber in tiefster Verzweiflung. Sehr seltsam und paradox (aber eigentlich ja gar nicht): Ich bin sowohl tot, richtig tot – und gleichzeitig gibt es aber tatsächlich junge Triebe des Mini-Eigners.

Hauptthemen:
Nicht-Lebenswille und letzte Zuckungen eines Lebenswillens (Urschrei). Von Nicht-Lebenswille zu Nicht-Lebenswille – Thema am Anfang und am Ende. Am Höhepunkt prallen Nicht-Lebenswille (euphemistisch: „Trotzreaktion“) und Lebenswille in einem Urschrei aufeinander: „Ich bin doch tot! Wie soll ich denn leben?!“ Viel Urschmerz darüber, daß mir der Lebenswille fehlt bzw. zerstört worden ist.
Große Nähe der Extreme (Dynamik, Dramatik): Untergang, Tod, Resignation vs. Reste des Eigners; richtig tot vs. echte junge Triebe des Mini-Eigners. Große Nähe auch hier: Zuversicht, mit Therapie weiter voranzukommen vs. rationaler Resignation, realistisch-prophetisch-pessimistischer Einsicht

Wir befinden uns hier aber noch, trotz Ansatz von New Deal und Umwidmung, eindeutig im Paradigma der Therapie.

Geeignet für:
– Kampf, Zerrissenheit Lebenswille vs. Anti-Wille
– neue Dimension des Urschmerzes: Urschrei „Ich bin doch tot! Wie soll ich denn leben?!“

– Könnte sehr gut in das Christian-Spezial-Video passen, weil ich zeige, daß ich meine Gefühle bei ihm gehen lassen habe – das hätte er bei mir auch machen können, um sich vor dem Krebstod zu retten. Er wußte es doch eigentlich …

Panikattacken (wird aber nur thematisiert, angedeutet, nicht gefühlt)
– Man könnte vielleicht schön mit den Lennon- und Harrison-Covern experimentieren

Weitere Themen:

Kognition (vor allem auch schriftliches Festhalten auf Zettel oder Email an Ronald oder Tagebuch) Ausdruck des Lebenswillens: Abschluß, Abrundung des Verschmerzungs- und damit eines potentiellen Veränderunprozesses. Ich darf das nicht zulassen – darf nichts aufschreiben. Bedeutung von Bildern und Sprache für umfassendes Wahrnehmen – im Tod werden sie eingenebelt.
– Frage des optimalen Wahrheits- oder Sterbebegleiters – jemand Professionelles oder ein Freund?
– Es findet unvollständiges und vollständiges Verschmerzen statt (Unterschied von …)
Fortschritt löst Traurigkeit aus – will ich nicht, zurück in Schneckenhaus, Nicht-Lebenswille, Großes Nein

Mögliche musik. Illu.:
Harrison- und Lennon-Covers

Nur Kapitel

1. Nicht-Lebenswille, Großes Nein

2. Keine Wille mehr (also: hier schon vorläufiger Übergang von Therapie zu Sterbebegleitung) – nur noch Trennungsschmerz und Panik, ins Nichts zu fallen (später in der Sitzung wird die Therapie wieder aufgenommen – und sich sogar über Fortschritt gefreut!)

3. Der Mini-Eigner regt sich – doch wird prompt getötet, weil ich die Bindung verliere

4. Der Mini-Eigner stirbt wirklich – urschreit aber noch auf: „Ich bin doch tot! Wie soll ich denn leben?!“

5. Resignation bzw. Einsicht in die aussichtslose Lage – trotzdem tapferes, erstaunliches (irrwitziges) Bemühen, ein Mini-Eigner zu sein, und wieder Glaube an die Therapie

6. Errungener Mini-Eigner wird wieder zurückgeschlagen. Große Angst vor Selbständigkeit, Bindungslosigkeit und Einsamkeit – trotzdem weiter Therapie bei gleichzeitigem realistischem Pessimismus

7. Endbesprechung: Ronald und ich zuversichtlich. Ich erkenne sogar Fortschritt ohne Rückfall in Tod und mit Freude an (untrügliches Zeichen eines tatsächlichen Fortschritts). Ronald erkennt aber die Hauptgefahr: der Nicht-Wille, das Große Nein

Kapitel und Abschnitte

1. Nicht-Lebenswille, Großes Nein

0.09 Beginn – sofort Weinen

1.44 Will lebendig werden – stürze deswegen aber immer nur in den Tod

2.40 Auch durch Lageerörterung und Suche nach Bildern für meinen Zustand will ich auf dem Weg zu mehr Lebendigkeit und Eignerschaft vorankommen, aber der Tod und das durch diesen entstandene Unvermögen verhindern auch das

3.15 Alles, was passiert, ist ein Sein zwischen Traurigkeit (als einziger Form der Lebendigkeit) und Tod (ich will lebendig sein, ja, aber alles, was dabei oder dadurch entsteht, ist Traurigkeit)

3.25 Was ich schaffe (ob nun Lebendigkeit oder Überleben), das geschieht gegen meinen Willen – aus dem Bauch heraus bestimmt das die kleine Stimme. Das macht mich traurig

3.46 Ich will gar keine Erfolgserlebnisse (sie erinnern mich viel zu viel an das Trauma) – will sofort wieder zurück in den Tod (der Tod als Rettung vom Trauma). (Vor-Urschmerz)

4.34 Der Nicht-Lebenswille. Urschmerz darüber, daß ich offenbar nicht leben will, daß mir der Lebenswille zerstört wurde

5.31 Ich antizipiere Ronald-Meinung (laß die blanken Gefühle nur gehen – auch ohne Bilder), bin aber sehr skeptisch, daß sich dadurch etwas verändern und ich etwas verschmerzen könnte

6.00 Das Hauptproblem ist aber, daß ich gar nicht will, daß sich etwas ändert – das Große Nein –, obwohl ich ja eine Sitzung mache und irgendwo in mir drin ein Veränderung will (tiefe Paradoxie und Spaltung)

2. Keine Wille mehr (also: hier schon vorläufiger Übergang von Therapie zu Sterbebegleitung) – nur noch Trennungsschmerz und Panik, ins Nichts zu fallen (später in der Sitzung wird die Therapie wieder aufgenommen – und sich sogar über Fortschritt gefreut!)

6.06 Ich verfolge kein therapeutisches Ziel mehr, will nur meine Traurigkeit gehen lassen. Verändern tut sich an mir nichts – ich will es ja auch gar nicht.

6.50 Ich suche nur nach jemandem, der mir zuhört

7.32 Abgrundtiefe, permanente Traurigkeit, die ich unterdrücken muß, um halbwegs funktionieren zu können

8.11 Dankbarkeit für meine Freunde – kann und darf sie aber nicht überstrapazieren: keine Ansprechpartner dafür, daß ich meine ganze Traurigkeit fließen lasse, optimal wäre aber Christian, weil er alles miterlebt hat (Frage des optimalen Wahrheits- oder Sterbebegleiters – jemand Professionelles oder ein Freund?)

Ich habe mich bei Christian gehen lassen (müssen – es ging gar nicht anders, meine Traurigkeit war am Überfließen („Mein Herz soll ein Wasser sein …“ (Lift)))

10.15 Nicht nur Ciskognition, sondern vor allem auch Kognition (die Bilder und die Gründe für die Traurigkeit aufzuschreiben) könnte meine Lage verbessern – aber deswegen mache ich es ja gerade nicht, weil die Kognition eigentlich und definitiv Ausdruck des Lebenswillens ist (das Große Nein).

10.28 Einzig mögliches Ventil oder Katalysator: eine Sitzung. Dann fließen zwar die Gefühle sofort und leicht, aber die Kognition hält nicht Schritt – die Begriffe, Bilder und Lagebeschreibungen sind weg.

10.38 Ich weiß zwar, daß ich die Bilder und Gedanken formulieren (aufschreiben) muß – aber ich tue es nicht! Verlixt! Verflucht! Großes Tabu! Wenn ich die richtigen, genau entsprechenden Bilder zu den Gefühlen hätte, würde es mich noch viel mehr im Urschmerz zerreißen. Das ist nicht möglich (absolute Überlastung – Grund für Scheitern)

10.42 Ronald: Ich kann die Kognition mit Konzentration und Erinnerungen an konkrete Momente herstellen – wie jetzt eben die Erinnerung an gestern bei Christian

10.52 Hemmungen, vor Ronald Urschmerz zu zeigen (ein neuer Gedanken, eine neue Dimension – aber genauso war es. Der Urschmerz ist so schrecklich und tief, daß ich mich sogar vor Ronald dafür geschämt habe, jedenfalls gehemmt war). Ich erwäge ernsthaft eine Sitzung mit Christian zu machen, weil das noch viel authentischer abgehen würde als mit Ronald, also auch mehr Kognition stattfinden würde (Da ging es nicht so sehr um Authentizität und Präzision, aber fern vergleichbar damit, daß ich Helke vorschlagen wollte, daß sie mit mir Sitzungen macht; ich wollte sie regelrecht zu meiner Begleiterin machen und sie auch dafür bezahlen – so, wie ich sie ja auch zu meiner Hure machen wollte. Ob ich das tatsächlich so gemacht habe, weiß ich nicht mehr, ich glaube nicht. Es scheint neben der positivierenden Übertragung (freundliche Heteronomie) auch noch eine restliche negative Übertragung zu geben: Die Hemmung kann ja nur von der Mutter kommen). Der Vorteil Christians gegenüber Ronald wäre vor allem die Konkretheit der Bekanntheit, des Ortes …

11.33 (Urschmerz) (Wimmern) über nicht lösbare Bindung und Anhänglichkeit an Nasti. Unmöglichkeit der Trennung. Das Bindungsbedürfnis geht nicht weg

11.58 Erneuter endgültiger Abschied? (bin ich hier ein zweites mal nach Ungarn endgültig abgehauen? Bio checken!) Ich halte tatsächlich einen Abriß des Kontaktes hier für möglich, weil Nasti offenbar ihn jetzt abreißen läßt, weil sie einsieht, daß nichts passiert (Ich habe also keinen Kompromiß gemacht, wie ich ihn in den vergangenen Sitzungen angedacht habe – kein Schwarz/weiß mehr. Nicht ich vollziehe hier die Trennung (falls), sondern Nasti ist es)

13.06 Absolutes Nicht-Wissen, Unsicherheit – Panik, daß ich alles falsch machen könnte und meine (passiven!) Entscheidungen extrem bereuen könnte. Wir haben ein gemeinsames, auch erwachsenes Leben zusammen gestaltet (z.B. Krisen-Vorsorge) (Wir irre! Ich habe die Trennung passiv betrieben, aber gleichzeitig die Prepper-Rucksäcke mit ihr gepackt?!?!)

14.27 Den Trennungsgrund kann ich nur noch ein bißchen ahnen – auf Ronalds Nachfrage fällt es mir gar nicht mehr ein

3. Der Mini-Eigner regt sich – doch wird prompt getötet, weil ich die Bindung verliere

14.56 Jetzt regt sich die Ahnung wieder leicht, ich will auf das Eigenständige und auf die Eigner-Ahnung zu sprechen kommen, aber erneut wird alles nur von der riesigen Traurigkeit und den Erinnerungen an Gemeinsames überdeckt: der Wald, in dem ich gerade stehe

16.28 Nun will ich doch auf den Mini-Eigner zu sprechen kommen – aber da ereilt mich natürlich sofort wieder der Tod

17.07 Ich versuche, trotzdem den Mini-Eigner sprechen zu lassen (dem Großen Nein zu trotzen). Auch gegenüber Freunden unabhängiger werden, ein neues Leben beginnen! (effektiv dein Leben zu verändern!) Werde selbständig und erwachsen! – So, wie ich es jetzt für die Sitzung im Wald getan habe: Ich bin in einer völlig neuen Welt und will darin zu rechtkommen – ohne jede Hilfe, ich ganz allein

18.40 Beim Gedanken an ein Eigner-Leben zieht mich natürlich sofort alles in den Tod und in den Nicht-Willen zu leben zurück

19.04 Ich antizipiere Ronald-Einschätzung: „Ermutigung, bleibe mit der Selbständigkeit am Ball!“ – Das will ich ja auch selbst, aber offenbar und eigentlich fehlt mir doch der Wille dazu

19.33 Ich kann nur minimale Schritte in Richtung Selbständigkeit gehen – aber jeder bringt mich von Nasti weg. Ich kann nicht verstehen, wie ich das tun kann! Das widerspricht meinen „ursprünglichsten“ (?) Bedürfnissen. Innerlich bleibe ich trotz der minimalen erwachsenen Bestrebungen und trotz des tatsächlichen Vorhandenseins eine Mini-Eigner völlig mit Nasti verbunden. Der Mini-Eigner ist wieder einmal nur Befehlsgeber aus dem Bauch heraus ohne jede Kognition (feindliche Autonomie? Wie könnte man das bezeichnen analog zur „freundlichen Heteronomie“? Da ist eine kleine Stimme da, ja, aber die erscheint am Ende doch als fremd, also eine Art Pseudo-Heteronomie, aber gleichzeitig Pseudo-Autonomie! Und ist diese nun freundlich oder feindlich? – Ich weiß es nicht, ich finde keine Bezeichnung für dieses Phänomen; ich weiß nur: Dieser „Eigner“ ist tatsächlich wie völlig künstlich (obwohl er ja manchmal auch zu spüren ist). Alles, womit ich mich von Nasti wegreißen will, ist durch und durch künstlich. Das bestimmt mich TOTAL. Ich werde NICHT von einem auch nur minimalsten Eigner bestimmt)

20.45 Kleine Dinge in Richtung Autonomie mache ich, weil ich nicht nur rumstumpfen kann (und auch irgendwo auch will) (Die Alternative ist also: entweder Stumpfen oder auf der anderen Seite sowohl Traurigkeit als auch minimale Eignerschaft. Das ist ein minimaler Fortschritt, weil auf der anderen Seite sonst oder bisher nur der Tod gestanden hat als … – später überarbeiten!) Ich versuche mich sogar an größeren Dingen trotz aller Zurückgezogenheit, …

21.15 …, aber ich kann und will nicht – ich will nur die Bindung erhalten, das ist alles, was wirklich für mich zählt, worum alles geht: nur um die Lebendigkeit des Fötus, nicht die des Erwachsenen. Der Fötus verdrängt komplett den Erwachsenen (so daß ich sogar jetzt, 2026, immer noch einen vollständig scheinenden Zweifel an dessen schierer Existenz habe)

22.00 Bestätigungsbedürfnis (positivierende Übertragung)

23.11 Ich will verstanden werden, verstehe mich aber selbst überhaupt nicht (Nicht-Wissen, Entfremdung)

24.00 Minimalst-Eigner ist von riesigem Berg Traurigkeit zugeschüttet. Das war schon mit Helke so (Daran kann ich mich jetzt nicht mehr erinnern. Ist es verschmerzt, oder ist es einfach nur von der Nasti-Beziehung verdrängt worden?)

25.03 Gegen den Berg an Traurigkeit und Schmerz versuche ich, den Minimalst-Eigner leben zu lassen (es kommt mir so vor, als sei ich nur tapfer, als würde ich mich nur nicht der Wahrheit hingeben wollen, als hielte ich etwas künstlich aufrecht. Andererseits gab es Minimalst-, meinetwegen auch Pseudokreativitäten – die wenigstens nicht tot waren. Das kann man ja nicht leugnen. Einst steht fest: Ich war nicht nur tot. Das mag sich nach einer Übertreibung anhören, ist es aber nicht; das Ausmaß des Todes war tatsächlich so enorm), aber …

25.22 … aber schreit alles in mir nur nach der Bindung des Fötus; Ronald soll mich nicht als Minimal-Eigner unterstützen, sondern den Fötus in mir (was ja auch richtig ist im therapeutischen Rahmen), (Bestätigungsbedürfnis)

26.25 Auch Nasti und Christian sollen mich verstehen und trösten (wieder diese irre Paradoxie!: Ich will mich von Nasti trennen, hänge aber komplett von ihr ab)

26.54 Zuspitzung, Radikalisierung der positivierenden Übertragung, Ronald soll meine Mutter sein

28.18 Das große Verdrängen meiner Gefühle bei Nasti und das gleichzeitige tiefe Bedürfnis, Nasti alles zu sagen (dieses Paradoxon ist wirklich unglaublich, aber eigentlich ganz klar)

29.20 Ronald fordert mich auf, es jetzt zu tun

29.29 Ich bin sehr kooperativ, mein Anti-Haltung und Therapie-Kritik in diesem Punkt ist vorbei, aber ich will es auf meine Art machen, mich dem authentisch nähern

30.06 Ronald fordert mich erneut auf, es jetzt zu tun – jetzt protestiere ich aber gegen das für mich zu Technische. Ich bleibe aber kooperativ

30.26 Die ewige Frage, ob oder was ich ihr sagen sollte, wie weit ich meinem starken Bedürfnis nachgehen soll. Große Unsicherheit und Spaltung von Mini-Eigner und Fötus

32.03 Ich komme der Aufforderung Ronalds nach und will jetzt das sagen, was ich Nasti gern direkt sagen würde: Es ist nichts zwischen uns: stummes Verständnis, absolutes Verbundensein ohne Worte

33.16 Wir haben den perfekten Kontakt – das hätte ich gewollt, daß sie es von mir noch einmal hört

35.29 Das Ausmaß des Kontaktes entspricht dem Ausmaß der Trauer, wenn ich ihn nicht habe (die Frage, warum ich mich denn dann aber trennen will, stellt sich tatsächlich; der Minimalst-Eigner verschwindet dann vollständig)

35.40 Trennung bewirkt Panik und Horrorszenarien (Daran kann ich mich heute nicht mehr erinnern; muß wohl zu schrecklich gewesen sein – verdrängt)

36.24 Hoffnung auf Rettung durch äußere Ereignisse, dann bliebe uns der Schmerz erspart; Alibibegründung, daß wir zusammenbleiben aus praktischen Gründen oder solchen der Not

37.50 Exkurs in politische Lage

37.30 Panik unter dem Stumpfen (vergleichbar meinem Panikanfall nach dem Essen). Überlebenskampf, als ob ich zugrunde gehen müsste (kaum noch nachvollziehbar, aber berühren tut es mich trotzdem) (Verschmerzen)

38.32 Zur Psychologie des Preppers

39.06 Es klingt, als ob ich zum Ende der Sitzung kommen will

Die Minimalität des Eigners äußert sich darin, der erste Mensch zu sein und nach einer Tabularasa dazustehen. Ich will den Mini-Eigner aber weiter ausbauen (Das mag ja damals so richtig gewesen sein, und der Versuch aller Ehren wert, abe das hört sich für mich heute utopisch an; vielleicht aber auch ist mir genau dies in einem gewissen Maße tatsächlich so gelungen … – Warum kann ich mich nicht mehr an die Panik erinnern z.B.?), aber …

39.58 … die Gefühle um Nasti ziehen mich davon mit aller Gewalt zurück

40.12 Der Mini-Eigner will sich durch die Heimat stärken lassen (das kommt mir heute naiv und oberflächlich vor), ist aber zu klein – dem ist mit so was nicht geholfen

41.11 Die überwältigend riesiger Stimme ist die des Fötus: Sie klingt auch viel authentischer, absolut überzeugend (Verschmerzen). Der Fötus kann die Bindung nicht aufgeben

42.12 Ich gebe mir größte Mühe, mich ernsthaft von Nasti loszureißen; ich bin ein gehorsamer Primärpatient; der Minimal-Eigner ist ein Diktator, dem ich brav folgen will. Es sieht so aus, als würde ich es tatsächlich tun (Es wird sich aber als Illusion herausstellen. Aber ich halte hier eindeutig noch daran fest, mich trennen zu müssen und das in der Wirklichkeit umzusetzen), aber …

42.40 … eigentlich kann ich es doch überhaupt nicht. Der Traum von der möglichen, mystischen Rettung ist viel zu stark; sie muß es angesichts der Grausamkeit geben; wovor ich gerettet werden muß, stellt sich sofort ein: …

43.18 … der Tod. Die Trennung von Nasti bedeutet Tod; ein „Mini-Eigner“ kann überhaupt nicht am Leben sein oder bleiben

43.37 Die Verbindung zu Nasti besteht – trotz aller naiven „Selbstermächtigungs“-Versuche (Laska) – nach wie vor. Der autonomistische Diktator, ein mehr oder weniger eingebildeter „Mini-Eigner“, blockt aber gleichzeitig diese Verbindung ab, obwohl er es gar nicht kann (Es kündigt sich im Prinzip hier schon die Rückkehr zu Nasti, die Aufgabe des Mini-Eigners bzw. zumindest ein Kompromiß und einhergehend damit der New Deal an. Eigenartige Paradoxie: Das Bedürfnis nach und die Rettung aus dem Elend durch Verbindung – und gleichzeitig dieses Abblocken, Verschlossen-bleiben Nasti gegenüber. – Ist das „nur“ die Spaltung und der Kampf zwischen traumatisiertem Fötus und Mini-Eigner?) Nasti resigniert hier

44.30 Die unvorstellbare Grausamkeit des Kappens der Verbindung. Das darf es nicht geben

4. Der Mini-Eigner stirbt wirklich – urschreit aber noch auf: „Ich bin doch tot! Wie soll ich denn leben?!“

45.53 Endgültige Regression: Der Kontaktabbruch hat zum Nahtod geführt – exakt, was mir in der Gegenwart passiert

46.56 Rückkehr aus der Regression und Übergang zur Kognition: Wie soll ich angesichts dieser Lage das Leben meistern? (Das Problem ist ja eigentlich und zusätzlich das Nicht-Dasein. Überall, wo ich hier rumschwirre – Autobahn, Thüringen … –, da bin ich ja eigentlich gar nicht da, da bin ich ja zu 95 Prozent abwesend)

47.09 Ich antizipiere, was nach der Sitzung sein wird. Ich versuche damit, Leidensdruck und Schmerz schon im vornherein wegzunehmen: Ich will jetzt schon so leiden, wie ich dann leiden werde, damit ich dann weniger leide

47.44 Ich muß leben (oder leben markieren), obwohl ich eigentlich tot bin. Es geht mir nur noch darum, es zu ertragen, tapfer die Bürde mit mir zu schleppen, den Berg an Traurigkeit („Weight of the World“, Neil Young, musik. Illus) ; an eine Erlösung ist nicht mehr zu denken (New Deal zeichnet sich ab). Urschrei: „Ich bin doch tot!“

48.13 Alles nur Pseudoleben. Sehr tiefe, realistische Einsicht meiner Lage (prophetisch)

5. Resignation bzw. Einsicht in die aussichtslose Lage – trotzdem tapferes, erstaunliches (irrwitziges) Bemühen, ein Mini-Eigner zu sein, und wieder Glaube an die Therapie

48.29 Irrwitzigerweise meldet sich doch noch so etwas wie ein „Mini-Eigner“, zumindest ein Befehlsgeber, Diktator, der den Tod – immer noch nicht akzeptieren will? Oder der tatsächlich eine Lebendigkeit repräsentiert? Es sind wohl die letzten Zuckungen dieses Diktators – in wenigen Wochen findet der New Deal statt: die Umwidmung von Therapie in Sterbebegleitung (Die Frage ist: Hat mich, so paradox das klingt, der Diktator „Mini-Eigner“ etwa an der „Trauerarbeit“ und damit an der Verschmerzung gehindert? Na gut, wir werden es ja in wenigen Wochen wissen und sehen: ob diese Verschmerzung dann im Rahmen der Sterbebegleitung stattfindet, ob die eigentliche Therapie außerhalb der Therapie stattfindet. Wie kann ich unter dem Berg von Trauer hervorkriechen? Indem ich mich ganz von ihm erdrücken lasse? Oder indem ich einen zweifelhaften „Mini-Eigner“ sprechen, d.h. diktieren lasse?) Ein erstaunlich realistischer und bewundernswerter Wille, mich dem ganzen Elend zu stellen, mich der Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit, der Unerlöslichkeit schonungslos auszusetzen und den Minimal-Eigner, den Erwachsenen wachsen zu lassen (oder was ich dafür halte, Stichwort „Pseudokreativität“ – erstaunlicherweise wieder in Zusammenhang mit einem Beatle. Man kann ja schon eine Mini-Serie daraus machen…)

48.52 Peters Tapferkeit und Realismus (Wenn ich so oft von Nastis Tapferkeit spreche – ich war auch tapfer. Es war ja am Ende auch nicht so schlimm. Ich habe tatsächlich – wie vorher befürchtet – nicht gestumpft, sondern bin immerhin pseudokreativ gewesen (Harrison-Covers)). Ich ertrags mit Humor (Wowereit), der …

49.50 … sogar eine Art Selbstbewußtsein ausdrückt – durchaus eine Art Mini-Eigner: Ich will kein Pseudoleben; ich will die Wahrheit des Allein-seins bzw. das Allein-sein (Ich kann mich jetzt nicht mehr an diesen Aspekt erinnern – vielleicht habe ich ja da tatsächlich ein bißchen verschmerzt und an Selbständigkeit gewonnen. Ich weiß nur noch, daß ich ganz bewußt nicht mehr bei Christian im Haus schlafen wollte. Wahrscheinlich wollte ich etwas tun, das mehr der Wirklichkeit entspricht) Erstaunlich, welch Grad an Mini-Eignerschaft ich damals hatte (oder markierte?)!

50.35 Ich will, daß es so ist, wie es ist. Diese Haltung schreibe ich der Kleinen Stimme zu (zurecht?)

51.21 Ronald bestätigt mich

51.25 Ich bin aber noch nicht so sehr Mini-Eigner, als daß ich auf die Begleitung und die (positivierende Übertragung) durch Ronald verzichten könnte (Bestätigungsbedürfnis)

51.39 Jetzt halte ich mich für einen Mini-Eigner (sicher etwas zu sehr. War das sogar ein Ansatz von einem Wahn des „Austherapiert-seins“? Es kling jetzt jedenfalls so in meinen Ohren, und Helkes Spruch „du hast wohl auf dem Superman-Heft geschlafen“ fällt mir ein) Ich bin voller Zuversicht, daß das modus operandi aus Mini-Eignerschaft und Therapie weiter funktionieren wird

51.57 Auch Ronald ruft schon den Erfolg der Therapie aus (Irgendwann hat er mal gesagt, ich sei über den Berg. War das zu jener Zeit? – Ich glaube, das hat er mal vorher gesagt) Ich glätte sogleich die Wogen der Hoffnung und gebe die Minimaliät des Eigners und die Maximalität des Trauerberges zu bedenken. Ich bin noch lange nicht über diesen hinweg bzw. unter den hindurch (l’exactitude oblige)

53.19 Ich brauche (immer noch) Trost (Verschmerzen)

53.32 Ich brauche Bestätigung, daß die kleine Stimme nur ganz kleine Schritte machen kann (Das würde ich heute etwas höhnisch quittieren wollen. Ich war im Eigner-Wahn. Nie im Leben hat es so einen Mini-Eigner gegeben. Das war alles nur eingebildet und ein Märchen)

54.00 Ich stimme Ronald zu, daß der Mini-Eigner erst mal nur minimal sein kann und will damit zum Ende der Sitzung kommen (erstaunlich wenig Abrißängste hier! Ich scheine tatsächlich ein kleines bißchen selbständiger zu werden, hm, komisch). Ronald bestätigt die Lage noch einmal und lobt mich für meinen Willen zur Selbständigkeit, bietet aber auch weiter seine Hilfe an

6. Errungener Mini-Eigner wird wieder zurückgeschlagen. Große Angst vor Selbständigkeit, Bindungslosigkeit und Einsamkeit – trotzdem weiter Therapie bei gleichzeitigem realistischem Pessimismus

54.25 Das Positive löst aber sofort wieder den Gegenschlag aus. Die minimale Eignerschaft verfliegt sofort wieder, wenn ich mir nur vorstelle, daß ich in wenigen Minuten runter zum See gehen werde und mich nur sehnsüchtige Erinnerungen an Nasti quälen werden (aber wo soll denn da ein See gewesen sein an der Autobahn?? – Bin ich hier etwa noch in Arendsee (eine Sitzung hatte ich ja dort im Wald gemacht, Richtung See, aber nie am See direkt))

55.22 Die sehnsüchtige Stimme reißt jeden vermeintlichen Eigner-Fortschritt ein und straft ihn Lügen

55.57 Ich habe Angst vor der Selbständigkeit, d.h. vor der Einsamkeit, und glaube auch gar nicht an mein Vorhaben, Nasti aufzugeben. Das ist nach wie vor und trotz der Stunde der Tiefenwahrheit mit ihren tatsächlich stattgefundenen Verschmerzungen unvorstellbar (was ja prophetisch-realistisch ist)

56.27 Ich will wieder die Sitzung beenden; ich rückversichere mich aber, daß wir mit Sitzungen weitermachen. Ronald weiß, welche Wegstrecke noch vor uns liegt, aber er ist aus einer ähnlichen Traurigkeit auch herausgekommen und von daher optimistisch (vielleicht ist es nur Zweckoptimismus). Er bestätigt mich wieder durch die Theorie – wobei er ausdrücklich anmerkt, daß es hier nicht um Theorie geht, sondern um „Natur“: Das Weinen beendet die Traurigkeit irgendwann einmal, das sei natürlich, quasi physikalisch (Schön und gut, ich stimme dem zu, allein … – es wird bei mir nicht funktionieren; die Gesetze der Natur sind bei mir ausgehebelt). Er führt sich selbst als Beispiel an, bei ihm so das so gewesen – also wird es bei mir auch so werden (Fehlschluß, Irrtum)

57.15 Meine Skepsis bzw. mein prophetischer Realismus – meine Traurigkeit wird nie weggehen

7. Endbesprechung: Ronald und ich zuversichtlich. Ich erkenne sogar Fortschritt ohne Rückfall in Tod und mit Freude an (untrügliches Zeichen eines tatsächlichen Fortschritts). Ronald erkennt aber die Hauptgefahr: der Nicht-Wille, das Große Nein

57.25 Ronald: lobt die Sitzung, weil ich den Tod erlebt habe und ihn anerkannt habe

59.09 Ronald: Die Panik zu fühlen ist zwar sehr schwer und nur sekundenlang auszuhalten, das bringe aber die Befreiung, Lösung (sehr interessant, daß mir diese Panik weder noch präsent ist noch daß ich sie natürlich auch nicht als ein Erfolgskriterium in Erwägung ziehen und auch nicht mit dem Scheitern in Verbindungen bringen kann)

59.45 Ronald: spricht die Hemmungen an – die ich mit Christian nicht hätte, weswegen ich am liebsten mit ihm Sitzungen machen würde (doch noch ein Rest negativer Übertragung …). – Nicht die Hemmung ist damit – mit einem freieren Ausdruck – in Verbindung wichtig, sondern der Kontext: daß ich von Christian viel besser verstanden würde als von Ronald (obwohl dieser ja auch von seiner eigenen Erfahrung spricht); da käme mehr von dieser oft schon beschriebenen Bindung zustande, dieser minimal-notwendigen Energie-Zufuhr, ohne dich ich nichts fühlen kann: die Minimal-Bindung (oder wie ich sie in vorigen Sitzungen bezeichnet habe)

1.00.56 Ronald: hält das Schlußwort: Du bist auf dem richtigem Weg und machst Fortschritte

1.01.04 Ich kann erstaunlicherweise den Fortschritt anerkennen und freue ich sogar darüber – das untrügliche Zeichen eines tatsächlichen Fortschritts

1.01.16 Ronald: spricht das extrem wichtige Thema Anti-Willen (das Große Nein) an (Das wird am Ende der entscheidende Punkt sein schätze ich mal stark – wir werden es noch genauer sehen). Ich soll übers Gefühl den Grund dafür rausfinden – ich vermute: „wahrscheinlich, weil ich diesen Trost haben will“ (Hä? Ach so: Bis ich den Trost bekomme, bleibe ich eingeschnappt und schmolle, trotze vor mich hin. Da dieser Trost nie gekommen ist, bin ich immer verschlossen geblieben und muß das auch weiterhin bleiben; es sei denn, ich werde in meinem Trostbedürfnis depriviert und kann den ausbleibenden Trost und den dazu gehörigen Urschmerz verschmerzen)

1.02.00 Ermutigung und das Geschäftliche

1.02.34 ENDE

1.02.58 Auf das positive Ende folgt natürlich wieder der Gegenschlag: tot (Ich sehe auch so aus wie eine Leiche, so von unten gefilmt …)