Zusammenfassung und Kommentare II. Teil Buch „Stirner und Tiefenwahrheit“


Erweiterter Titel: 2017_01_26 GE PHANTASIE ABSCHIED DANK OMA – vorher schwerer verrückter ÜBERTRAGUNGS-WIDERSTAND nehme Sitzungen nur für Wahrheitsbegleiters Überleben-Geld – geduldiger Wahrheitsbegleiter schliesslich Zusammenbruch Durchbruch Bindungs-Liebeslosigkeit nur Oma einzige Unterstützung – Grosses Nein zum Leben – Eigner zerstört mit Omas Liebe Wiederaufbau Mut zum Leben – LSR

Gesamter Text, Video, Buch

Nachdem am 2017_01_13 die Angst vor Trauer und Ersticken eine große Rolle gespielt hat, hole ich mir hier bei Oma Unterstützung, um gegen diese Angst vorzugehen bzw. um überhaupt eigene Substanz und Kraft zu haben: Ich hole den verpaßten Abschied und die verpaßte Danksagung nach.
(N. spielt hier nur kurz eine Rolle.)

Die Gründe, dich mich daran hindern, eigene Interessen zu vertreten – ein Eigner zu werden. Ich kann doch gar nicht ich-selbst werden, wenn ich noch zugunsten der Mutter (Übertragung N., Wahrheitsbegleiter) auf mich verzichte.

Ich wehre mich auf Teufel komm raus gegen – freilich total abwesende, unbewußte – Gefühle und streite mich mit dem über alle Maße geduldigen Wahrheitsbegleiter, dem ich – von diesen unbewußten Gefühlen getrieben – partout einreden will, daß ich mich um ihn kümmern muß und daß er von mir abhängig ist: Ich muß Liegungen nehmen, damit er überleben kann. Das ist eine ziemlich verrückte Übertragung von der verrückten Mutter auf Wahrheitsbegleiter. Das ganze Übertragungsschauspiel dauert 19 Minuten, bis ich schließlich zusammenbreche und ein großer Schmerz bezüglich Oma ausbricht, von der ich mich nicht verabschiedet und mich nicht bedankt habe.

Erst dann ist ausgeräumt, daß ich die Liegung nicht für Wahrheitsbegleiter, sondern für mich selbst nehme.

Den jetzt immer öfter auftretenden Moment zwischen Ersticken und Röcheln nenne ich ab sofort „Ersticken, auf dem letzten Loch pfeifen“ – das müßte rückwirkend an etliche Stellen eingesetzt werden.

Das Verpaßte – die Danksagung an und der Abschied von Oma –, über das ich mich ärgere, wird in einer langen, ausgedehnten, ausführlichen Phantasie, in der nichts ausgelassen wird und alles gesagt wird, nachgeholt.

Eine lange Auseinandersetzung mit der Übertragung und der Verrücktheit.

Eigner (Stirner)

Rationalität vs. Irrationalität

Die Liegung besteht sehr deutlich aus nur zwei Teilen:
1. Übertragung: Sorge um Mutter (Wahrheitsbegleiter mit Liegungen das Überleben sichern): Vor lauter Sorge verzichte ich auf mich selbst, ich bin nicht da.
2. Um dann das Mini-Selbst zu stärken, gehe ich einer Phantasie aus dem Alltag nach, in der ich von Oma Abschied nehme, ihr danke – und dadurch aber selbst gestärkt werde, weil sie mich als wahre Person bestätigt, sie auf meiner Seite ist und mir Mut macht.

Ich teile die Liegung dennoch in vier Groß-Kapitel auf.

Ich befleißige mich hier in den Kommentaren einer technischen, aus der Psychotherapie stammenden Sprache, um mit wissenschafts-affinen Leuten (LSR-Gemeinde) in Kommunikation treten zu können. 


Geeignet:
– Das Große Nein zum Leben
– Übertragung / Verrücktheit
– Starker Widerstand
– Therapie-Praxis
– Oma
– LSR
– Rationalität vs. Irrationalität

Nur Groß-Kapitel-Überschriften:

I. Erörterung der Frage, ob der Wahrsager in einer konkreten Lebenssituation überhaupt eine Tiefenwahrheits-Liegung nehmen und weiter seinen „Eigner“ im Sinne Max Stirners entwickeln will. 

II. Bemühen des Wahrheits-Begleiters (R.), den Widerstand gegen die Eigner-Entwicklung zu brechen. Widerstand des Wahrsagers gegen die Einsicht, daß er nicht mittels Tiefenwahrheits-Liegungen für das Überleben des Wahrheits-Begleiters sorgen muß (Übertragung Mutter) und an sich selbst denken, d.h. ein Eigner werden darf, weil an sich selbst zu denken zu schmerzlich ist.

III. Nach Widerstands-Aufgabe brechen jene schmerzlichen und bisher verdrängten Gefühle hervor, die sich der Phantasie eines nicht stattgefundenen liebevollen Abschiedes von der einzigen Person, die den Wahrsager vor der totalen Vernichtung bewahrt hat, bedienen.

IV. Endbesprechung: Die Wiederan-Eignung, Wieder-Ausfüllung des Leib-Eigners (Schmitz) und Rückgewinnung von Selbst-Genuß und Produktivität in der konkreten Lebenssituation. Die Perspektive der weiteren Eigner-Entwicklung.

Alle Abschnitts-Überschriften [mit einigen Kommentaren]:

I. Erörterung der Frage, ob der Wahrsager in einer konkreten Lebenssituation überhaupt eine Tiefenwahrheits-Liegung nehmen und weiter seinen „Eigner“ im Sinne Max Stirners entwickeln will.

I.1.: Unsicherheit, ob ich überhaupt eine Liegung machen wollte oder nicht doch eher an meinen Tiefenwahrheits- und Post-LSR-Projekten weiterarbeiten sollte – dort bin ich gerade im Arbeitsfluß, den ich leider für die Liegung unterbrechen mußte
[Ich – zumindest ein Teil von mir – will eigentlich gar keine Liegung nehmen. Der Grund, warum ein anderer Teil sie dennoch genommen hat, wird sich gleich unter I.7. herausstellen.]

I.2.: R. erinnert an die Möglichkeit abzubrechen gegen Bezahlung einer halben Stunde

I.3.: Dagegen nun protestiere ich wieder, traue mich aber nicht zum entschieden-witzigen Protest: Ich traue mich nicht, den „bösen Gedanken („Kümmere dich gefälligst um mich!“) und daß ich eigentlich doch eine Liegung nehmen will, zu äußern.
[Ich wollte nur oberflächlich keine Liegung nehmen; ich hatte sehr wohl meine Gründe, eine zu nehmen. Das Verrückte: R. hat ja gar nicht behauptet, sich als Wahrheits-Begleiter nicht um mich kümmern zu wollen: Das unterstelle ich ihm einfach.]

I.4.: Ich thematisiere die Protest-Unterdrückung und spreche den witzigen Protest aus: „Freundchen, schön hierbleiben!“

I.5.: Ich habe Angst davor, wirklich zu mir zu stehen und meine „bösen (kritischen) Gedanken“ zu äußern. Leichtes Ärgern und Bedauern, daß mir nur Witzchen und Andeutungen zur Verfügung stehen, um meine Bedürfnisse zu zeigen und daß ich sie nur so indirekt-zögerlich äußern kann
[Ich darf nicht da sein – erst recht kein Eigner sein.]

I.6.: Ich bin unsicher. Ich mache mir Mut, ein Eigner zu werden, indem ich mich rückversichere, daß ich in der Therapie wirklich alles sagen darf. – R. bestätigt und ich reagiere auch prompt spontan und freue mich darüber

I.7: Ich komme auf I.1. zurück und kann jetzt deutlicher aussprechen, daß ich manchmal gegen meinen Willen eine Liegung nehme – und zwar R. zuliebe
[Der Grund dafür liegt in einer Übertragung: Ich muß unbewußt meine Mutter gutstimmen, ja sogar mich um sie kümmern. Die Verrücktheit der Mutter und diese kolossale Aufgabe schlägt mich jetzt auch gleich kurz nieder.] 

I.8: Die (verrückte) Übertragung sitzt ernsthaft sehr tief: Das Rationale weicht enorm vom Emotionalen ab. Ich bin verunsichert, benötige Bestätigung, daß ich keine Liegung R. zuliebe nehmen muß 

I.9: Mit dem – eigentlich gar nicht gewollten – Konsum von Liegungen kümmere ich mich um R. und sorge ich für dessen Überleben
[Ich muß um das Überleben der Mutter sorgen. – Ich kann kein Eigner sein, weil ich meine Souveränität zugunsten der bedürftigen Mutter abgeben muß – ja, weil ich deren Leben retten muß!]



II. Bemühen des Wahrheits-Begleiters, den Widerstand gegen die Eigner-Entwicklung zu brechen. Widerstand des Wahrsagers gegen die Einsicht, daß er nicht mittels Tiefenwahrheits-Liegungen für das Überleben des Wahrheits-Begleiters sorgen muß (Übertragung Mutter) und an sich selbst denken, d.h. ein Eigner werden darf, weil an sich selbst zu denken zu schmerzlich ist.

II.1.: Erster Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen, indem er mich von der kolossalen Aufgabe seiner Lebensrettung befreit und damit dem Eigner den Weg freigibt. R. ist vom Ausmaß der Übertragung (der Verrücktheit) überrascht, lobt und ermutigt mich dann aber
[Wieder einmal unterschätzt R. meine Verrücktheit bzw. das Ausmaß meiner Entfremdung.]

II.2.: Der Selbst-Verzicht
[Ich verzichte auf mich selbst zugunsten der Mutter: Vernichtung des Eigners – der nur noch eine Utopie ist – mittels des mütterlichen Vorwurfs, egoistisch und arrogant (d.h. normal selbstbewußt-eignerisch) zu sein.]

II.3.: Bis zur eigenen Vernichtung gehende Rücksicht auf die Mutter. Die Übertragung auf R. führt zu einer krassen Spaltung in Rationalität und Irrationalität, in Gedanken und Gefühle: Das Kind spricht: „Ich muß mich um R. kümmern“, der Erwachsene spricht: „Es gibt eine glasklare geschäftliche Vereinbarung zwischen mir und R.“
[Diese Rücksicht kenne ich aus der Beziehung mit Helke: Da bin ich geradezu in sie hineingekrochen, um ihre Wünsche zu ermitteln und diese zu erfüllen – grausam, verrückt!]

II.4.: Ich darf die Mutter nicht hängen lassen, nicht enttäuschen

II.5.: R. hat wieder Schwierigkeiten, mir in meine Verrücktheit zu folgen: Er erklärt es sich (richtigerweise) mit der verrückten Mutter, auf die ich über Otto Gebühr Rücksicht nehmen und um die ich mich sorgen mußte

II.6.: Die Übertragung von Mutter auf R. und der Kampf um die Aufrechterhaltung dieser Übertragung
[Die Übertragung ist so stark, daß ich noch mal nachfragen und mich rückversichern muß: „Ich ernähre dich doch tatsächlich mit meinen Honoraren: Du bist doch tatsächlich abhängig von mir! – Oder nicht?“ – Ich vermenge und unifiziere die Position des Erwachsenen und die des verrückten Kindes: Ich sorge ja tatsächlich – zu einem Teil aber nur und nicht wirklich – für das Einkommen und das Überleben R.s.] 

II.7.: Ich versuche, meine kindische Verrücktheit und die unbewußte Übertragung mit Verweis auf R.s wirtschaftliche Situation zu rationalisieren. Das geht aber eigentlich nicht richtig; es ist irrational: R. hat genug echte und potentielle Kunden und hängt in keiner Weise von mir ab
[Er hängt von der Gesamtheit seiner Kunden ab – das wäre rational.]

II.8.: Zweiter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen, indem er mir sagt, daß ich sehr wohl weniger Liegungen nehmen kann und keine Sorge haben brauche, daß er deshalb sterben müsse
[R. geht also voll auf meine Ängste ein und nimmt diese absolut ernst:]
R. räumt den „realen Anteil“ in „so einer neurotischen (sprich: verrückten) Übertragung“ ein (jede Übertragung brauche so einen kleinen Anteil). Aber er entkräftet den neurotischen Anteil: Ich müsse – so, wie andere Kunden es machen – nicht so viele Liegungen nehmen
[Er tut also so, als wäre ich rational: So zieht er mich von der irrationalen Ebene auf die rationale Ebene hinab: „Wenn du der Meinung bist, daß du mich ernährst, und du willst das nicht – na, dann nimm einfach weniger Liegungen!“]

II.9.: Ich bestehe darauf, auf mich zu verzichten und R. das Leben retten zu müssen: Ich glaube ihm nicht, daß ich weniger Liegungen nehmen kann, ohne ihn damit in den Tod zu stoßen. Ich bin – zumindest emotional in der Übertragung – nach wie vor der Meinung, ich füttere ihn durch. Ich kontere seinen Angriff auf meinen Widerstand mit einem „bösen Gedanken“: „Na, wenn das so ist, muß ich mich nicht um dich kümmern, dann brauchst du mich also als Ernährer ja nicht!“ Ich hoffe aber immer noch, daß ich doch recht habe: daß R. von mir lebt, er von mir abhängig ist und ich ihn – wenn ich etwas von ihm haben will (ich brauche ihn ja) – ernähren muß.
[Die Freiheit, daß ich niemandem das Leben retten muß, ist weit weg: Ich bin ein Anti-Eigner und in innerer Gefangenschaft gefesselt: „Murder of Christ“, W. Reich; „Men in the Trap“, E. F. Baker; „Prisoner of Pain“, A. Janov]

II.10.: Ich entwickle nun doch etwas Selbstkritik und lasse ein bißchen von der Verrücktheit ab, bin aber nach wie vor stark in der Übertragung. Ich brauche Rückversicherung, daß es nicht so ist: daß ich nicht solch eine Bürde habe; aber auch, daß ich meine verrückten, aus der Übertragung stammenden Gedanken äußern darf. Ich ahne natürlich, daß ich mich in einer Übertragung befinde, aber ich befinde mich voll in ihr
[Die Gefühle aus der „2. Schicht“ (Reich, Janov) bestimmen mich eindeutig noch.]

II.11.: Dritter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen – d.h.: mich zum Eigner zu machen und mich in die Freiheit zu entlassen –, indem er mir sagt, daß ich sehr wohl weniger Liegungen nehmen kann, ohne schuld an seinem Tod durch Geldknappheit zu werden
[Er läßt sich nach wie vor auf meine Übertragungs-Logik ein: Er ent-irrationalisiert mich, indem er zu mir auf die irrationale Ebene kommt: „Du kannst ruhig viel weniger anrufen und viel weniger Liegungen nehmen! Du mußt mich nicht so mit Liegungen und Geld zuschütten! Du kannst mir auch weniger Geld geben – du wirst trotzdem weiter Therapie machen können, verlierst mich nicht als (irrational) Ersatzmutter bzw. als (rational) Wahrheitsbegleiter.“]

II.12.: Trotzdem bin ich immer noch skeptisch und bleibe bei meinem Wahn, R. vor dem Tod retten zu müssen. Ich beharre darauf, auf mich selbst zu verzichten. Seine Einlassung auf meine irrationale Ebene – also durch seine rationalen Einwände gegen meine Verrücktheit – zeitigen noch immer keinen allzu großen Erfolg

II.13.: R. kritisiert jetzt das auf Profit ausgerichtete Gesundheitssystem. Das macht mich noch skeptischer: Er arbeitet ja nicht für umme!
[Nicht gerade ein gutes Argument gegen meine Verrücktheit: Er soll mal nicht so tun, als seien seine Liegungen kostenlos.]


II.14.: Vierter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Er entkräftet geduldig weiter meine irrationalen Übertragungs-Gedanken: „Ich kann mir andere Patienten suchen, falls du als Kunde wegfallen solltest.“ – Ich halte skeptisch dagegen, daß er sehr wohl an mir einen sehr guten Kunden hat und daß er erst mal neue Kundschaft finden muß, wenn ich ausfallen sollte.
[Ich kann und will mir partout nicht vorstellen, frei und ein Eigner zu sein. Ich kämpfe weiterhin gegen das stimmige und rationale Argument an, daß R. tatsächlich unter keinen wirtschaftlichen Sorgen, auf keinen Fall unter Kunden-Mangel leidet, und bestehe darauf, ihn finanziell retten zu müssen. – Ich bin wirklich verrückt: Der Schmerz darüber, daß ich meiner Mutter das Leben retten mußte, und die Verdrängung dieses damals sehr wohl rationalen Gedankens und dieses Schmerzes, verbieten es jetzt, daß ich rational denken und den Schritt in die Freiheit gehen kann.]

II.15.: Die bisher für meinen verrückten Intellekt nicht sonderlich überzeugende, effektive oder stichhaltige Rationalität scheint nun doch etwas zu wirken und meine Verrücktheit in Schach zu setzen, so daß ich jetzt die rationale Ebene aufgebe und auf die Gefühl-Ebene gehe

II.16.: Fünfter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Er stößt in die Bresche des bröckelnden Widerstandes hinein, setzt mit der gesamten Macht der Rationalität nach: „Es gibt viele Patienten, die aufgehört haben, ohne daß ich deswegen arbeitslos geworden oder pleite gegangen wäre.“
[Sich von Rationalität überzeugen zu lassen, setzt emotionale Offenheit voraus.]

II.17.: Ich lasse meinen Widerstand, meine Skepsis und meine Gefühle jetzt drastischer sprechen: „Du stirbst nicht, wenn ich nicht mehr so ein regelmäßiger Kunde bin?“
[Da fällt mir ein: Als 15-jähriger hatte ich jene Theorie, daß ich über den Dingen stehen könnte, wenn ich nur über sie sprechen würde. Als

II.18.: R. realisiert wieder mal nur langsam das Ausmaß meiner Verrücktheit. Dann nimmt er mich aber sehr ernst und hält weiter argumentativ-rational dagegen. – Ich bestehe auf meine Gefühle und trage damit zum schließlichen Zusammenbruch des Widerstands und zum Durchbruch der tieferen Wahrheit, der Gefühle und des Eigners bei

II.19.: Jetzt kommen die La-Mettrie’schen „remords“ als seiner Meinung nach wichtigstem Grund für die Nicht-Zulassung des Eigners zum Einsatz: Wenn ich Liegungen absage, habe ich ein schlechtes Gewissen (weil ich dann R./Mutter im Stich lasse und enttäuschen muß)
[In die Kategorie fällt auch, daß ich immer so einen großen Wert darauf lege, daß ich R. so auf dem laufenden halte planungsmäßig, damit er immer so schell wie möglich seinen Kalender aktualisieren und dort Tage als frei oder besetzt markieren kann – um so einen maximalen Profit zu erzielen, sprich: um nicht am Hungertuch nagen zu müssen und schlicht überleben zu können.]

II.20.: Sechster Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Er entkräftet weiter minutiös und geduldig meine irrationale Argumentation: „Ich bin überhaupt nicht von dir abhängig!“, d.h.: „Du brauchst dich wirklich nicht um mich zu kümmern.“

II.21.: Ich lasse nicht locker, versuche in meiner argumentativen Schwäche, jetzt seine Argumente auf einem ganz anderen Feld zu verhandeln und ihn der Widersprüchlichkeit zu überführen: „Du hast doch mal gesagt: Du nimmst keine neuen Patienten mehr – jetzt sagst du aber genau das Gegenteil!“
[Ein ausgesprochen sinnloses, weil völlig verqueres – eben irrationales Argument: Es ist gar kein Widerspruch. Ich suche krampfhaft Widersprüche, wo gar keine sind. – Das kenne ich an mir: Manchmal habe ich mit Leuten auf diese Art bis aufs Messer diskutiert und recht behalten wollen. – Das ist ein sicheres Zeichen, daß der Zusammenbruch nicht mehr sehr lange auf sich warten läßt.]

II.22.: In meiner emotionalen Trübung erreichen mich immer noch nicht die rationalen Argumente R.s; ich interpretiere seine Argumentation aber jetzt sowohl als emotionale Beruhigung als auch als emotionale Ermutigung, meine Emotionen (die der 2., irrationalen Schicht) sprechen zu lassen: Das bereitet weiter den Zusammenbruch des Widerstands und das Erscheinen des winzigen Eigners vor

II.23.: Siebter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Er spricht beharrlich rational auf mich ein und treibt mich damit therapeutisch zielsicher und versiert in die Emotionen hinter der Übertragung: „Es gibt keinerlei Abonnement-Vertrag zwischen uns wie bei anderen Psychotherapeuten“

II.24.: Doch auch ich versuche beharrlich weiter, unbedingt in meinem Wahn zu bleiben: jetzt subtil und ohne es wirklich deutlich auszusprechen (deswegen das verstohlene Lachen) auf eine neue Art: Ich unterstelle ihm – und diesen Gedanken hatte ich andauernd und habe ihn heute noch –, daß er mich nur deswegen ermutigt, wirtschaftlich am Ball zu bleiben und nicht unter der Brücke zu landen, weil er nämlich dann etwas davon hat – also aus rein egoistischen Gründen: Ich soll fein fleißig sein und bleiben, um ihm das Geld ranzuschaffen

II.24.: Mein Widerstands-Wahn wird von R.s fühlbarer Ehrlichkeit durchkreuzt

II.25.: Achter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Jetzt reicht es ihm endgültig: Er riecht jetzt definitiv den verrückten Braten, den er wohl nicht für möglich gehalten hat, und entbindet mich ein für alle male und strikt davon, ihn immer auf dem laufenden halten zu müssen, weil er jetzt erkannt hat, daß mein ach-so-nettes-und-kooperatives Verhalten (fast) nur falsch und neurotisch war.
[Das nennt man in der Primär-Sprache: Unterbinden des Ausagierens. (In der Sprache der Charakter- bzw. Widerstandsanalyse nach Wilhelm Reich heißt es: „geordnete Deutung“ und „Deutungstechnik“ und damit Zerstörung der „charakterlichen Panzerung“. – R. geht hier vorbildlich so „geordnet“ vor: die intellektuell-irrationale Panzerung wird mit Ratio wegziseliert (das geht freilich nur mit einer gleichzeitigen Ermutigung, die Gefühle unter der Panzerung zuzulassen).
Ich habe mit meinem fast ausschließlich pseudo-kooperativen Verhalten (die Reich’sche 2. Schicht der sozialen Maske und Höflichkeit) meinen Schmerz, eine verrückte Mutter retten zu müssen, „ausagiert“ (wie Janov es nennt). Das entlastet mich zwar einerseits und wird gleich meinen Widerstand brechen. Andererseits aber reagiere ich sofort panisch: Ich fühle die Fälle des Widerstandes gegen das von der verrückten Mutter erzeugte Leid davonschwimmen: „Hilfe! Laß mir doch bitte die Illusion, daß ich nicht Eigner – d.h. souverän, frei und eigenverantwortlich – werden muß!“
R. sieht tatsächlich erst jetzt den Zusammenhang mit dem Planungs- und Kalender-Terror. Therapeuten, die mit ihrer eignen Befreiung aus der Falle schon gut vorangekommen sind, scheinen manchmal dabei Schwierigkeiten zu haben, der Verrücktheit ihrer Patienten zu folgen.
(Diesen seinen resoluten Änderungsvorschlag hier in dieser Liegung hatte ich vergessen. Wahrscheinlich geht das mit dem Auf-dem-laufenden-halten-Terror – als ob hier nichts gesagt würde – genauso weiter. Ich habe das wohl bis zum Ende so beibehalten. – Allein das zeigt doch, wie weit ich doch von einer Verschmerzung des verrückten Terrors der Mutter entfernt war – und ewig bleiben werde – Grund für das finale Scheitern. Man darf allerdings auch nicht den real-kooperativen und rationalen Beweggrund bzw. Anteil in meinem dann doch auch tatsächlichen kooperativen Verhalten übersehen – der hier ja auch gleich zum Durchbruch des winzigen Eigners beitragen wird.)]

II.26.: Ich trenne jetzt das Rationale vom Irrationalen in der Praxis des Bescheid-sagens (des „Auf-dem-laufenden-halten-Terrors“). Ich bestehe auf dem Rational-Kooperativen und damit Lebendigen und Emotionalen (Liebe): daß wir uns gegenseitig helfen
[Jetzt – tiefere Emotionen entstehen – beginnt der Widerstand (der Panzer) zu schmelzen.]

II.27.: Neunter Schritt R.s, meinen Widerstand zu brechen: Ihm wird es jetzt definitiv zu bunt, zieht nun endgültig andere Saiten auf und verweist auf ein Privileg meinerseits und damit darauf, daß ich es bei ihm guthabe und ich ihm im Grunde Unrecht antue (Verletzung der freundschaftlich-liebevollen Verhältnisses): Das erweicht schließlich meine „Panzerung“, und … 

III. Nach Widerstands-Aufgabe brechen jene schmerzlichen und bisher verdrängten Gefühle hervor, die sich der Phantasie eines nicht stattgefundenen liebevollen Abschiedes von der einzigen Person, die den Wahrsager vor der totalen Vernichtung bewahrt hat, bedienen.

… dadurch bricht jetzt endlich der zähe, verrückte, irrationale Widerstand: Jetzt brechen die dem Widerstand zugrundeliegenden Emotionen – d.h. die Tiefenwahrheit – durch
[Anstatt mich in meiner Eignerheit zu unterstützen, für mich als Eigner (als Selbst) und überhaupt schlicht für mein Leben und sogar Überleben zu sorgen (Verhinderung des Erstickens), habe ich – weil ich sie brauchte – für meine Mutter gesorgt, mich um sie gekümmert und ihr Leben gerettet. Von diesem in der frühen Kindheit begründeten, später aber beibehaltenen und wahnhaften Verhalten wollte ich nicht ablassen, weil die darunter liegende Wahrheit zu schmerzlich war. Jetzt kommt die Person ins Spiel, die mir – obschon nur ersatz- und ansatz-, aber nicht zu unterschätzenderweise – diese Unterstützung und Sorge tatsächlich angedeihen lassen hat: meine Oma.
Um mir mein wahres Selbst zurückzuerobern (um Eigner zu werden), d.h. um in Kontakt mit der Tiefenwahrheit und meinen Gefühlen zu kommen, habe ich als Selbsthilfemaßnahme spontan eine Phantasie entwickelt, mit der ich diese Unterstützung durch meine Oma in mein Bewußtsein zurückgerufen – und sogar verstärkt – habe.]

III.1.: Ich kann noch nichts aussprechen, weil es in tiefe Gefühle hinabgeht, deren Freilegung nicht ohne Grund eine Viertelstunde so zäh verhindert wurde: Es geht sofort hinab zu Sein oder Nicht-Sein – (Weinen) (Ersticken, auf dem letzten Loch pfeifen)

III.2.: Ich erwähne jetzt „eine Phantasie“, sage aber noch nichts Näheres dazu. – Jetzt kommt langsam das zur Sprache und zum Vorschein, was hinter der Besorgnis um das Überleben der Mutter (in der Übertragung R.s) steht (der Hintergrund der Übertragung): Ich habe einen speziellen traurigen Gedanken, den ich aber noch nicht aussprechen kann; die Emotionen und körperlichen Reaktionen sind zu heftig bzw. noch zu sehr eingepanzert – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Ersticken, auf dem letzten Loch pfeifen)

III.4.: Exkurs Müdigkeit (Wiederaufnahme von #00:22:57-9#, dann bei #01:13:24-9#) – es ist hier eigentlich keine Müdigkeit, sondern ein Sauerstoff-Mangel, den ich mit Gähnen wettmache: Endlich sorge ich für einen halbwegs normalen Stoffwechsel und beschaffe mir so mehr Energie: Der Eigner klopft an
[Dieses Phänomen gibt es in sehr vielen Liegungen: Jedesmal weise ich wahrheitsgemäß darauf hin, daß ich nicht müde bin und genug geschlafen habe.]

III.5.: Der Panzer ist ein wenig geschmolzen, und ich kann jetzt die Phantasie und den traurigen Gedanken etwas benennen: Ich hatte in der letzten Zeit die Phantasie, daß meine Oma mir gut zuspricht – (Prä-Urschmerz) (Weinen) (Ersticken)
[So, wie eben R. Zuspruch: Befreiung durch Unterbindung des Ausagierens – als ob ich das ganze Übertragungstheater nur gemacht hätte, um von R. endlich zu hören, daß ich mich nicht um sein Überleben kümmern muß.]

III.6.: Ich spreche jetzt mit vollem Gefühl aus, worum es geht: Dank an und Abschied von Oma – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Schluchzen) (Ersticken)
[Das hängt mit dem Dank an R. bei #00:21:38-6# zusammen. Das Motiv „Abschied“ ist eine Wiederaufnahme aus der Liegung vom 2017_01_13, wo ich Abschied von mir selbst genommen habe und in Phantasie und erinnertem Traum über den letzten und einzigen Ort der winzigen Lebendigkeit hinweggeflogen bin. Zur Trauerhilfe und Selbstrettung wurden in dieser Liegung auch spontan Symbole herangezogen: der Trauerkorso polnischer LKW-Fahrer für ihren bei einem Terroranschlag ums Leben gekommenen Kollegen; Piloten, die über die Absturzstelle eines toten Kameraden hinwegfliegen und den Toten zum Abschied grüßen; Peter Reich und John-John Kennedy salutieren ihren toten Vätern Wilhelm Reich und John F. Kennedy.]

III.7.: Ärger: III.7.1.: über den nicht real genommenen Abschied von Oma und die nicht stattgefundene Danksagung an Oma; III.7.2.: darüber, daß beides jetzt nur in der Phantasie nachgeholt werden kann; III.7.3.: über verpaßte Lebendigkeit und Liebe – (Ärger) (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Röcheln) (Ersticken)

III.8.: Exkurs: Gedanken an R.s Tod (kurze Wiederaufnahme der Übertragung auf einer tieferen Ebene)

III.9.: Korrektur in der Erzählung der Phantasie: Oma ist abwesend („Koma“, „klinischer Tod“ o.drgl.), aber nicht tot – lebt noch, nimmt mich wahr. Ich halte ihre Hand – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Röcheln)

III.10.: Emo-Triphthong Ärger/Bedauern/Traurigkeit – (Weinen) (Röcheln) (Ersticken) (Husten)

III.11.: Grund für verpaßtes Leben bei Omas realem Tod (Nicht-Dank, Nicht-Abschied): Verdrängen der Liebe für Oma in Kindheit und Jugend, dummes Ignorieren von Omas Bedeutung für mich

III.12.: Exkurs: Ständiges Verschlucken trotz voller Obacht und Vorsatz, beim Trinken ordentlich mit der Speiseröhre zu schlucken: Körpererinnerung, keine Krankheit
[Es ist kein Zufall, daß ich hier auf dieses Thema komme: Ich lege nicht etwa Wert auf erklärende Theorien, sondern: Ich habe einfach Angst: Omas Liebe – Bejahung, Bestätigung und Ermutigung – hängen mit dem ständigen Quasi-Ersticken zusammen. Denke ich an sie, macht mich die Abwesenheit der Liebe traurig bis hin zum Fast-Ersticken („Gefühlskette“ – siehe Liegung vom 2017_01_06, Der Frohgemute): Die Traurigkeit über das Nicht-Leben führt zur Ursache für den Quasi-Tod. Anders gesagt: Das Quasi-Ersticken hat mein Leben vernichtet – darüber bin ich unendlich traurig. Omas Liebe füllt einen Teil der Leere aus, die ich seit dem Ersticken habe, und stellt mich (als Eigner) in einem gewissen Maße wieder her. Das Verschlucken ist ein „Wiederholungszwang“, mit dem ich endlich das Ersticken verschmerzen will. Ich lasse also kurz von der emotionalen Öffnung ab, um mich angesichts der Angst rückzuversichern. Ich nehme eine kurze Pause, bevor ich mich weiter dem Schmerz öffne.]

III.13.: Ich berichte weiter von der Phantasie, wie ich an Oma die Liebe zurückfließen lasse, die sie mir gegeben hat, womit sie die Auswirkung des Erstickungstodes gemildert hat, und gebe mich der Phantasie hin. Nichts ist wichtiger als eine solche Liebe – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (auf dem letzten Loch pfeifen)

III.14.: Emo-Triphthong Ärger/Traurigkeit/Verzweiflung über verpaßte Liebe bzw. über verdrängten Lieblosigkeitsschmerz. Trost, daß Cousine bei Omas Sterben anwesend war

III.15.: Exkurs N.: Unsere Seelenverwandtschaft und der Grund für die Unfähigkeit zur Trennung von ihr hängt mit unseren Oma-Verhältnissen zusammen: Sie hat aber – im Unterschied zu mir – tatsächlich ihre russische Oma in den Tod begleitet (nachdem sie realisiert hatte, daß sie sich – diesmal wie ich – der Bedeutung ihrer deutschen Oma für sie in ihrer Jugend auf sträfliche Weise nicht bewußt gewesen war). Freude über dieses richtige und erfolgreiche Verhalten (Lachen) (Emo-Diphthong Lachweinen) (Weinen). Polit-historischer Exkurs im Exkurs: tragisches deutsch-russisches Verhältnis (Weinen) (Ersticken) 

III.16.: Während der weiteren Erzählung meiner phantasierten Sterbe-Assistenz sterbe ich jetzt selbst und trete vor den Schöpfer
[Das durch Omas Liebe und Beistand ermöglichte Teil-Verschmerzen meines Erstickens (Röcheln, auf dem letzten Loch pfeifen) wird durch meinen phantasierten liebevollen Beistand an ihrem Totenbett ausgelöst. Omas Tod unifiziert sich mit meinem Tod aus. „Die Liebe zurückgeben“ heißt: Beistand im Tode geben.] 

III.17.: Exkurs: wundersame Paradoxie: Tod, Nichts und vollständige äußere Stille bei gleichzeitigen Leibesbinnengeräuschen (Hermann Schmitz)
[Es ist ja offensichtlich, daß ich zwar schon im Sterbeprozeß war und davongeflogen bin, aber natürlich nur quasi-tot war und nicht wirklich und endgültig gestorben bin (daher rührt auch Omas Koma in meiner Phantasie). Der Quasi-Tod verstärkt umso mehr die Binnengeräusche, hebt sie im Kontrast zur äußeren Leere überdeutlich hervor und stellt deren Bedeutung her, als daß diese der allerletzte und einzig verbliebene Rest an Wahrnehmung und Eigen-Dasein sind (der Eigner hat auf dem letzten Loch ausgepfiffen).]

III.18.: Genuß des wiederentdeckten Daseins

III.19.: Das Entdrängen des Lieblosigkeits- und Lebensverlustschmerzes läßt die Person (den Eigner) lebendig werden und die Pseudo-Person (die Charaktermaske: der Lächelnde, der „Kooperative“) verschwinden

III.20.: Der phantasierte Dankes-Abschied von Oma bzw. die Lieblosigkeits- und Erstickungs-Verschmerzung bzw. das phantasierte Mut-machen durch Oma läßt nicht nur den Nukleus einer echten Person (Eigner) entstehen (der Körper dehnt sich aus), sondern auch Ansätze von Vitalität, Leistungsvermögen und erfolgreicher Lebensgestaltung: Ich erzähle Oma von meinem Tiefenwahrheits- und LSR-Fortsetzungs-Projekt. Oma unterstützt es – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Röcheln) (Schluchzen) 

III.21.: Oma kennt mich besser als ich mich selbst: teilweiser Ersatz der Mutter als Tiefstverbindung bzw. Verschmerzung des Verbindungsverlustes – (Weinen) (Prä-Urschmerz). Dadurch Herstellung der produktiven Person (Eigner) – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Röcheln)

III.22.: Die phantasierte Freude und Unterstützung durch Oma (Handkontakt-Geste) und damit die weitere Lieblosigkeits- und Erstickungs-Verschmerzung führt zur Erfassung des ganzen eigenen Lebens (der gesamten Eigner-Existenz) und auf den richtigen Weg zurück, den ich nur einmal als Kind gefahren war – (bebendes Atmen) (Weinen) (Röcheln)

III.23.: Erneute Phantasie der Handkontakt-Geste Omas, die zur vollständigen Erfassung des ganzen eigenen Lebens (der gesamten Eigner-Existenz) geführt hatte. Erneute Phantasie der Tiefstverbindung und damit Verschmerzung des Verbindungsverlustes. Nach dem Verschmerzungs-Ausatmen strömt viel mehr Luft in mich ein: der Eigner gewinnt an Energie. Über diese bloße Selbst-Erfassung (Wahrnehmung) hinaus jetzt aber das offensiv-aggressive Ausgreifen des neu entstandenen Eigners in die Welt hinaus, die Aneignung des eigenen Lebens und der Welt. Oma sagt: „Jetzt geh‘ los und lebe dein Leben!“ – (Weinen) (Prä-Urschmerz) (Ersticken) (Röcheln) (Ausatmen)

III.24.: Der Einzige und sein existentielles Eigentum ist da und genießt das als schön – dank der phantasierten Kontakt-Geste Omas und dank ihres Segens – (Weinen) (Röcheln) (Ausatmen)
[In der Phantasie entsteht das volle Gefühl der Liebeseinheit und der Unterstützung – und damit Verschmerzung und Rückaneignung.]

III.25.: Amalgamierung, noch keine Differenzierung von Sterben (negativ) und Erschöpft-sein, Erholung (positiv)


IV. Endbesprechung: Die Wiederan-Eignung, Wieder-Ausfüllung des Leib-Eigners (Schmitz) und Rückgewinnung von Selbst-Genuß und Produktivität in der konkreten Lebenssituation. Die Perspektive der weiteren Eigner-Entwicklung.

IV.1.: Zweifel, ob das Erstickungs-Trauma jemals noch ausreichend verschmerzt werden kann. Hoffen auf weitere Verwirklichung des Eigners. Ermutigung durch den Tiefenwahrheits-Begleiter

IV.2.: Das wesentliche ist die innere Präsenz und Ausgefülltheit des Leib-Eigners (Schmitz) – Arbeitsfähigkeit und Erfolg sind die Konsequenz

IV.3.: Die Niedergeschlagenheit als Resultat des Erstickungs-Urtraumas steht der Eigner-Werdung nach wie vor im Wege – Müdigkeit hier nicht als Erholung (Gähnen), sondern als depressiver Zustand und Eigner-Hinderungsgrund (Wiederaufnahme von #00:22:57-9#, später bei #01:13:24-9#)

IV.4.: Der Tiefenwahrheits-Begleiter will zum Ende der Liegung kommen: genug intensiv gefühlt


IV.5.: Das Ausgreifen, das Heraustasten der authentischen Person unter der Bedrückung und der Niederlage hervor in die Welt (Stirners „Empörung“) und die Herstellung des Eigner-Zustandes muß weiter zunächst in kleinen, aber eben authentischen Schritten erfolgen

IV.6.: Scheitern als Chance: Das Anerkennen und Wahrnehmen der Depression und der Vernichtung des Eigners – erster Schritt aus Depression heraus und zum Eigner „empor“ (Stirner)

IV.7.: Der Eigner darf nicht da sein und sich im schieren Überlebens- statt Lebens-Modus nichts an-eignen – nur sich heimlich die Dinge erstehlen

IV.8.: Dank der Wieder-An-Eignung der Person kann ich zumindest ein klein wenig ruhig und selbstverständlich da sein, das Dasein genießen und arbeiten

IV.9.: Ich habe einen – in Jugendsprache – „Rücken“: einen Beschützer: Oma – meinen „Schutzengel“

IV.10.: Aussicht auf nächste Tiefenwahrheits-Liegung: Ich will noch mehr ausloten und auskosten, was Omas Liebeskontakt-Geste noch an existentieller Vertiefung bewirkt

IV.11.: Wiederaufnahme Thema „Müdigkeit“ (siehe #00:22:57-9# und #01:06:20-8#): Müdigkeit als Depression (nicht als Erholung) kommt, wenn ich mich gegen meine Panzerung zur Arbeit zwingen muß, d.h.: gesondert Energie aufwenden muß

IV.12.: Die Panzerung muß in den nächsten Tiefenwahrheits-Liegungen weiter aufgeweicht werden, damit es so wird, wie es sein muß: lebendig aus der Ruhe heraus arbeiten …

IV.13.: … – bis dahin muß ich mich zwingen und mit Verhaltens-Management vorgehen: mich mahnen, mir Zeit zu nehmen. Ich bin noch kein voller Eigner, aber schon so weit, daß ich mir mit verhaltenstherapeutischen Techniken helfen kann

IV.14.: Der volle Eigner ist noch in großer Ferne – aber die Schritte dahin sind auch schön

IV.15.: Die noch notwendigen verhaltenstherapeutischen Techniken allein werden es auf keinen Fall bringen – die Panzerung muß weiter aufgeweicht und mit Tiefenwahrheit und Gefühls-Entdrängung zum Kern der Person (zum Eigner) vorgedrungen werden: „Das Große Nein zu Leben“ (Wilhelm Reich, Arthur Janov) muß weiter unterwunden, das Leben wieder durch Akzeptanz des Erstickungs-Sterbens bejaht werden

IV.16.: Oma hat mir in der Kindheit und jetzt mit der phantasierten Liebeskontakt-Geste das tiefe Dasein aufgeschlossen – ich kann mir jetzt davon mehr und mehr erschließen

IV.17.: Der Tiefenwahrheits-Begleiter drängt auf das Ende der Liegung, kommt aber noch einmal auf die Frage der Übertragung zurück und beruhigt mich noch einmal: „Du mußt dich nicht um mich kümmern, mußt mich nicht versorgen!“

IV.18.: Das Geschäftliche

IV.19.: Die leichten Zweifel vom Anfang der Liegung scheinen noch einmal zurückzukommen – daß ich die Liegung nur R. zu liebe gemacht haben könnte –, aber es ist eher das Bedürfnis nach Bestätigung, etwas vorangekommen zu sein

IV.20.: Der Tiefenwahrheits-Begleiter ermahnt mich weiterzumachen und weiter Liegungen mit ihm zu nehmen – aber aus den richtigen, nämlich „egoistischen“ Gründen

IV.21.: Ich habe die Befürchtung, daß ich diesen „richtigen Gründen“, weiter Tiefenwahrheits-Stunden zu nehmen, nicht mehr folgen werde, weil mein „Großes Nein zum Leben“ (Reich, Janov) den Sieg davontragen könnte

ENDE

Selbstgespräch beim Aufstehen – ich mache mir weiter Mut

Selbstgespräch beim Abbauen der Aufnahme-Technik und beim Ordnung-machen: Ich mahne mich – wie gerade gelernt – zur ruhigen Vorgehensweise und zu kleinen Schritten

Die Audio-Reserve-Aufnahme ist ausgefallen – aber die Audio-Haupt-Aufnahme hat gut funktioniert: das schöne Gefühl eines ordentlichen und erfolgreichen Lebens