2018_08_29 KI noch kein Rücktritt von Trennung Bindungsabriß zu schrecklich – Alternative Stumpfsinn Traurigkeit doch dritter Aspekt zu hohe QUANTITÄT AN URSCHMERZ endloser Schrecken Urschmerzüberlastung Nasti alleine lassen (fremdzentriert) – Was soll ich nur tun Wimmern Flehen Näherung Ur-Trauma Ersticken aber nur unvollständige Verschmerzung – endgültige unlösbare Verzweiflung Selbstmordgedanken – rational-realistische Resignation – Minimal-Eigner wenigstens Simulation Leben zweifelhafte Kreativität – Fazit ambivalent noch Therapie-Paradigma noch keine New Deal Sterbebegleitung aber pessimistisch-realistisch
(Sofort-Titel nach Sitzung: Lage: erstens Stumpfsinn, zweitens lebenswille – aber drittens emotional-quantitativer Aspekt: zu grosser Schmerz)
Ganzer Text
Too much:
Überlastung, Großes Nein, rationale Resignation: Ich werde immer mehr davon überzeugt, daß ich es nicht schaffen kann und werde. Einsicht in die Unmöglichkeit einer Änderung, doch noch kein Paradigmawechsel von Therapie zu Sterbebegleitung.
Viel Theorie:
die definitive (?) Sitzung für die theoretische Frage „Realismus oder ‚altes Gefühl‘?“ Bestätigungs-, aber auch viel Theoriebedarf, weil ja angesichts der Endlosigkeit des Elends und des Schreckens die gesamte Therapie auf den Prüfstand oder infrage gestellt wird. In der Endbesprechung diskutieren wir theoretisch und auf meinen Fall bezogen die Frage der Bindung in der Ontogenese und damit aber auch – ohne es explizit zu nennen – die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Verschmerzung.
Haupt-Qual und Haupt-Leid:
ewiges Hin und Her, ewige Unsicherheit, welche Stimme in mir nun recht hat: mich trennen oder bei Nasti bleiben? Ich lasse weiter nichts unversucht, die Not des Nicht-Wissens zu lindern.
Erstaunliche Eigner-Fortschritte:
Klare Lageanalyse – aber es nützt nicht viel (populäre Thema „Das Wissen reicht nicht aus, Lage leicht zu verstehen – aber nicht zu ändern“) Ein Mini-Eigner ist tatsächlich noch da: Er will nicht mit Nasti telefonieren. Beziehung zu einer anderen Frau für denkbar
Kritik an Ronald:
auch Frage, ob Gegenübertragung. Seine Stimme hört sich sehr betroffen an – das spricht vielleicht nicht nur für seine Empathie, sondern vielleicht auch für eine Gegenübertragung. Oder es spricht dafür, daß er meine realistische Sichtweise teilt: daß er schon ahnt, daß es mit mir nicht nur sehr schwierig, sondern unmöglich wird.
Zweifelhafte Kreativität(könnte gut mit musi. Illu. Lennon-Covers verbunden werden; weitere musi. Illu. Young, Through My Sails)
Verschmerzungen finden statt – aber abgebrochen, unvollständig, kein langes, tiefes Ausatmen.
Fazit:
Ich will dem Pseudo-Eigner nicht folgen, kein Leben simulieren, stattdessen den traumatisierten, rat- und hoffnunglosen Fötus akzeptieren und weiter sprechen lassen, auch wenn ich weiß, daß sein Urschmerz nie vollständig verschmerzt werden kann
Hashtags
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Geeignet für:
– Pseudo-Wissen, weil nicht emotional unterfüttert (zu hohe Quantität an Urschmerz), klare Lageanalyse – aber es nützt nicht viel. Populäres Thema: „Das Wissen reicht nicht aus, Lage leicht zu verstehen – aber nicht zu ändern“
– Theorie, Ronald-Kritik, Diskussion der Ronald-Kritik
– Haupt-Qual und Haupt-Leid: ewiges Hin und Her, ewige Unsicherheit, welche Stimme in mir nun recht hat: mich trennen oder bei Nasti bleiben?
– Zweifelhafte Kreativität (da auch geeignete musikalische Illustration vorhanden)
Nur Kapitelüberschriften:
1. Ich will aus dem Stumpfen heraus. Verzweifelte Suche nach Steuerung als letztes Lebenszeichen?
2. Wissenserörterung geht bis zu einer geometrischen Lagebeschreibung: die zwei Daseinsformen meines Lebens: Stumpfsinn oder Traurigkeit (letztere eine Form der Lebendigkeit). – Also doppelter Fortschritt: a) Durch Sitzungen immer wieder lebendig und b) Ich weiß etwas (Steuerung ist möglich (mich für die Traurigkeit entscheiden anstatt des Stumpfsinns))
3. Zur geometrischen Lagebeschreibung kommt nun aber neben Stumpfsinn und Traurigkeit ein Drittes Element, ein Dritter Punkt oder Aspekt hinzu: keine Daseinsform (Qualität), sondern die Quantität der einen Daseinsform, nämlich der Traurigkeit (die sich nun in endlosen Schrecken verwandelt): diese Quantität ist zu hoch, ich muß sie verdrängen, verliere dadurch Wissen und Steuerung
4. Der qualitative Inhalt dessen, was eine zu hohe Quantität hat und verdrängt werden muß, deutet sich an: die Trennung, d.h. das Hinaussegeln in den Kosmos auf Nimmerwiedersehen, der endgültige Abriß von seinen Geliebten, das Abschiednehmen für immer
5. Kurze Entdrängung (Abriß-Vorverschmerzen: Ersticken)
6. Wiederverschließen und dadurch erneute Wissenserörterung, aber die rein schematisch-geometrisch-kognitive Lagebeschreibung hat keinen Sinn, gibt nicht genug Steuerungsinformationen, weil der Dritte Aspekt – die zu hohe Quantität des Schmerzes der Informationsbeschaffung im Wege steht – ein Verdrängen bewirkt. Der Schmerz läßt sich nicht entdrängen, weil er zu katastophal ist: Ich kann ihn nicht aushalten (Vor-Urschmerz) (Wimmern)
7. Weil die Informationen nicht das Steuerungszentrum (Ich) erreichen und keinen Rest-Eigner bilden können, wird versucht, ersatzweise auf der Metaebene Informationen zu erlangen: eine theoretische Diskussion findet statt: Ist eine Entdrängung durch Fühlen möglich oder muß ich in den Kosmos wegdriften? Dabei findet eine minimale Entdrängung statt
8. Die minimale Entdrängung setzt sehr viel Schmerz frei. Ich kann ihn wahrnehmen, werde dabei aber ultrasensibel: Ich brauche zwar die positivierende Übertragung, diese löst aber gleichzeitig wieder zu viel Schmerz aus
9. In der positivierenden Übertragung liegt die letzte Illusion einer Informationsbeschaffung: „Was soll ich denn nur tun ?! (Vor-Urschmerz) (Wimmern) (Flehen)“
10. Die Illusion zerplatzt: Die Information („du mußt dich trennen“) kann mir nicht helfen, mich nicht freundlich fremdsteuern, weil sie zu brutal und nicht brauchbar ist
11. Durch die Teilverschmerzung durch Vor-Urschmerz, Wimmern und Flehen entstehen Information: ein Mini-Eigner regt sich erstaunlich deutlich und will sich tatsächlich von Nasti lösen
12. Die Vorstellung der Lösung von Nasti und deren Aussprechen löst zunächst den reinen Gedanken an Urschmerz, Wimmern und Flehen aus – und nur in Bezug, in der Übertragung auf Nasti (Fremdzentriertheit). Weil ich wieder auf der kognitiven Ebene bin, fehlen wieder die Informationen aus der zu hohen Quantität, und ich habe wieder Erörterungs- und Bestätigungsbedarf
13. Ich versuche, mich durch Antizipation des Schmerzes diesem zu nähern und die Informationen und den Urschmerz zu entdrängen
14. Die Entdrängung funktioniert zum Teil: „Es ist so schrecklich“ (Wimmern) (Vor-Urschmerz)
15. Da es keine vollständige Endrängung samt Verschmerzung ist, entsteht wieder Erörterungsbedarf (Orientierung per Kognition) und Hilfsbedarf (freundliche Heteronomie/Fremdsteuerung)
16. Die freundliche Fremdsteuerung entpuppt sich als Illusion; dem Ratschlag des freundlichen Heteronomen kann aufgrund der überdeutlichen Präsenz des traumatisierten Fötus nicht gefolgt werden: erneute Totalorientierungslosigkeit
17. In der Verzweiflung wird ein Kompromiß aus Eigner-Aktivität (zweifelhafte Kreativität) und Nicht-Trennung gesucht („halbe Sache“); dieser wird aber verworfen, weil der Mini-Eigner zu stark ist, ihn als unrealistisch erkennt (Folge wäre wieder nur Stumpfen). Der „zu starke“ Mini-Eigner ist aber nicht stark genug, als daß er keine kognitive Bestätigung bräuchte
18. Durch kognitive Bestätigung gestärkt und ermutigt, dreht der Mini-Eigner nun ciskognitiv am großen Rad der Empörung, versucht sich durch Wut durchzusetzen, muß aber sofort wieder den Schwanz einziehen, fühlt die Eiseskälte der Trennung nahen und zieht sich zur illusionären Informationsbeschaffung wieder in die kognitive Erörterung zurück, die ihm sagt, daß der Dritte Aspekt (die Urschmerzquantität) zu stark ist
19. Die Frustrationswut als Lebendigkeit löst sofort wieder den Gegenschlag aus; angesichts der der dahinterliegenden zu hohen Urschmerzquantität wird erneut durch Sterben verdrängt. Der Anti-Eigner trägt den Sieg im Kampf um die Steuerung davon: Ich bin vor Urschmerzüberlastung „gerettet“
20. Die „Rettung“ aber funktioniert nur kurz, sie bedeutet nämlich nur erneuten Stumpfsinn, jetzt jedoch radikalisiert zu Öde und Ekel
21. In der Alternative aus Pseudorettung und Lebensekel, die keine ist, sondern die endgültige und unlösbare Verzweiflung, entstehen folgerichtig Gedanken an Selbstmord als der einzig wirklichen Lösung
22. Rationale Resignation: Einsicht, daß der Schmerz zu groß ist und ich nie verschmerzen und ich selbst (Eigner) werden kann (realistisch-prophetisch)
23. Durch die Erinnerung des Minimal-Eigners daran, wie es sein müßte (Konditionalsatz wenn ich Eigner wäre, hätte ich oder müßte ich das Ziel haben, den Schmerz loszuwerden), werde ich an die traurige Tatsache erinnert, wie sehr minimal mein Eigner ist, und weine ich
24. Durch das Weinen gewinnt der Minimal-Eigner etwas an Volumen und wird der Lebensgeist wenigstens so weit geweckt, daß ich Leben simulieren will. Daß mein Leben nur eine Simulation sein soll, löst eine weitere Ciskognition aus, und ich nähere mich in der Entdrängung meinem Ur-Trauma (Ersticken). Eine Verschmerzung kann aber nicht stattfinden, weil der Rachen noch verpanzert ist
25. Durch das Stecken-bleiben des Ur-Trauma-Schmerzes im Rachen, die Vorausschau auf die Unverschmerzbarkeit und die Unvorstellbarkeit des Urschmerzes (und damit seine Vorstellung) wird die Ciskognition vertieft (Urschmerz im Ersticken), führt aber weiter zu keiner Verschmerzung, aber zu genügend Mini-Eigner-Volumen und Hoffnung, die Therapie fortzusetzen und sie noch nicht in eine Sterbebegleitung umzuwidmen. Angst vor der weiteren Therapie und dem Schrecken, den sie freisetzen wird
26. Endbesprechung: Alle Themen werden noch einmal kognitiv Revue passiert – doch es wird schließlich doch noch einen ciskognitivem Exkurs geben, und zwar dann in die tiefsten Gefühle der ganzen Sitzung
27. Ciskognitiver Exkurs in der Endbesprechung: Wie die Vorstellung von der bloßen Simulation meines Lebens in Kapitel 22, löst jetzt die eines Pseudo-Eigners, der ich nur noch bin und vom Grund dafür, nämlich den Bindungsabbruch als Fötus, Urschmerz aus
28. Ich will dem Pseudo-Eigner nicht folgen, kein Leben simulieren, stattdessen den traumatisierten, rat- und hoffnunglosen Fötus akzeptieren und weiter sprechen lassen, auch wenn ich weiß, daß sein Urschmerz nie vollständig verschmerzt werden kann
29. Selbstgespräch – pessimistisch-realistisches Nachwort. Ich konterkariere und relativiere das unter Kapitel 26 Gesagte: Jetzt kein eindeutiges Bekenntnis zu weiterer Therapie mehr, möglicher Übergang zur Sterbebegleitung
Kapitel- und Abschnittsüberschriften
1. Ich will aus dem Stumpfen heraus. Verzweifelte Suche nach Steuerung als letztes Lebenszeichen?
5.40 Sofortiges, längeres Weinen
7.14 Habe es immer noch und wieder mit dem Stumpfsinn zu tun; verzweifelt, daß ich nicht lebendig und kreativ werden kann und mich nur um das schiere Überleben kümmern muß
8.24 Zweifel am Willen
8.30 Der Minimal-Eigner ist noch da, stimmt traurig, aussichtslos
2. Wissenserörterung geht bis zu einer geometrischen Lagebeschreibung: die zwei Daseinsformen meines Lebens: Stumpfsinn oder Traurigkeit (letztere eine Form der Lebendigkeit). – Also doppelter Fortschritt: a) Durch Sitzungen immer wieder lebendig und b) Ich weiß etwas (Steuerung ist möglich (mich für die Traurigkeit entscheiden anstatt des Stumpfsinns))
9.04 Erörterung: Zwei Optionen diesseits des Stumpfsinns: Lebendigkeit oder Traurigkeit, letzteres bestimmt aber total – stellt aber die Lebendigkeit dar
9.42 Bestätigungsbedürfnis
3. Zur geometrischen Lagebeschreibung kommt nun aber neben Stumpfsinn und Traurigkeit ein Drittes Element, ein Dritter Punkt oder Aspekt hinzu: keine Daseinsform (Qualität), sondern die Quantität der einen Daseinsform, nämlich der Traurigkeit (die sich nun in endlosen Schrecken verwandelt): diese Quantität ist zu hoch, ich muß sie verdrängen, verliere dadurch Wissen und Steuerung
10.21 Erörterung vorläufig abgeschlossen, aber etwas Drittes kommt hinzu, nämlich das Quantitative: das Ausmaß der Schwierigkeit (Was aber nichts anderes ist als die Überlastung mit Urschmerz. Die Struktur ist klar und verstanden, aber das Gefühl darin ist zu groß); deshalb ist es aussichtslos, ich bin realistisch pessimistisch
11.21 Ich kann weder die Traurigkeit in ihre wirkliche Tiefe fühlen, noch kann ich dem Minimal-Eigner folgen – ich mache es einfach nicht, bleibe immer nur im Stumpfsinn (Das Große Nein ist am Werk gegen den eigenen Vorsatz, den therapeutischen Richtlinien zu folgen – diese Art von Selbstbestrafung) Rational-realistische Resignation bzw. Prophezeiung: Das Ausmaß des katastrophalen Gefühls ist zu groß
12.11 Das Gefühl ist so überwältigend, daß ich es genauso wenig realisieren kann, wie ich es nicht fühlen kann. Der Bindungsabriß ist viel zu schrecklich für mich – unvorstellbar. Wenn die Trennung von Nasti die Voraussetzung für meine Vitalisierung ist, kann mit einer solchen absolut nicht gerechnet werden, weil ich mich nicht trennen kann. Eine „Selbstermächtigung“, eine „Aneignung“ kann also nicht stattfinden, der „Eigner“ bleibt nur ein Traum – das ist meine realistische Einschätzung und nicht etwa nur „ein altes Gefühl“, in dem ich noch stecke (Na gut, es ist natürlich ein altes Gefühl, ja, aber die damalige Überlastung durch das Gefühl – weswegen und wegen dessen Verdrängung es ja noch heute in mir ist – ist auch heute noch wirksam. Auch das ist klar, ja. Aber der psychologische Spruch, wonach man damals Überlastendes heute wahrnehmen und fühlen („integrieren“) kann und wonach ein Erwachsener mehr fühlen kann als ein Kind, der scheint auf mich nicht zuzutreffen. Oder liegt es an etwas ganz anderem? Liegt es vielleicht an der Glukose? Kann mein Gehirn gar nicht an die Integration gehen, weil es strukturell und metabolisch durch die Glukose dazu verunmöglicht wird? Oder liegt es an noch etwas ganz anderem? Denn: Ich fühle ja die ganze Zeit den Urschmerz, ich gehe ja eigentlich maximal in jenes „Ausmaß“ hinein. Die Therapie funktioniert ja eigentlich; diese sieht ja eigentlich gut aus. Was könnte es noch sein, das mich die Verschmerzung vervollständigen und eine tatsächliche Veränderung herbeiführen lassen könnte, das mich die Wand, vor der ich stehe, und diesen großen Ball an Gefühlen in mir auflösen lassen könnte? Was könnte es sein, daß ich Nasti nicht aus meinem Leben gehen lassen kann? Es ist in der Tat eine absolut festgefahrene Lage. Es ist wirklich unmöglich. Etwas Riesiges will sich einfach nicht auflösen)
12.40 Verlorenheit im Nicht-Wissen; ich weiß nicht, was ich tun soll und was mit mir geschieht, wohin es mich treiben wird. Für Nasti ist alles klar und einfach: Wir gehören zusammen; notfalls muß sie eben nur ein paar Jahre darauf warten, bis ich das einsehe
4. Der qualitative Inhalt dessen, was eine zu hohe Quantität hat und verdrängt werden muß, deutet sich an: die Trennung, d.h. das Hinaussegeln in den Kosmos auf Nimmerwiedersehen, der endgültige Abriß von seinen Geliebten, das Abschiednehmen für immer
13.09 Falls es aber tatsächlich auf eine Trennung hinauslaufen sollte, wird das der reine Horror sein. Ich halte erstaunlicherweise die Beziehung zu einer anderen Frau für denkbar: Das – Nasti in die Einsamkeit zu stoßen – wäre dann aber der Horror – weswegen ja auch gar nicht an eine andere Frau zu denken ist. Das, was so unvorstellbar ist, ist die Realisierung der Trennung in der Fremdzentriertheit: Ich stelle mir vor, daß Nasti vor die nackte Tatsache gestellt wird, daß ich eine andere Frau habe und sie verlasse und alleine lasse: Dieser very moment ist es, der die Überlastung darstellt; an dieser Stelle brennen alle Sicherungen durch: die Einsicht, das Realisieren der Verlorenheit: daß das tatsächlich eintritt, was überhaupt nicht sein darf: daß man verlassen wurde: daß man tatsächlich völlig alleine in den Kosmos hinaussegelt auf Nimmerwiedersehen, der endgültige Abriß von seinen Geliebten, das Abschiednehmen für immer
5. Kurze Entdrängung (Abriß-Vorverschmerzen: Ersticken)
13.52 Todesangst (Ich glaube, bläuliche Lippen im Video zu erkennen). Kurzer Ansatz von Urschmerzüberlastung (Ersticken)
6. Wiederverschließen und dadurch erneute Wissenserörterung, aber die rein schematisch-geometrisch-kognitive Lagebeschreibung hat keinen Sinn, gibt nicht genug Steuerungsinformationen, weil der Dritte Aspekt – die zu hohe Quantität des Schmerzes der Informationsbeschaffung im Wege steht – ein Verdrängen bewirkt. Der Schmerz läßt sich nicht entdrängen, weil er zu katastophal ist: Ich kann ihn nicht aushalten (Vor-Urschmerz) (Wimmern)
14.07 Der Schmerz ist zu groß – das ist das Dritte, das zur kognitiven, geometrischen Lageanalyse (Draufblick) dazukommt. Ich verstehe die Situation als Struktur, aber das bringt gar nichts, erlöst mich nicht, weil der Riesenschmerz und die riesige Traurigkeit trotz jahrzehntelangem Fühlen und Abfließen kein Ende nehmen. – Warum nicht? …:
14.28 … Weil ich den Schmerz des Abrisses nicht aushalten kann: Es ist schlimmer als jedes Bild („Hölle“). Das heißt nichts anderes, als daß ich ihn nicht fühlen und infolge dessen auch nicht auflösen (verschmerzen) kann (Das ist abermals sowohl tatsächlich ein „altes Gefühl“ als auch ein realistische, von viel Erfahrung unterfütterte Einschätzung. Ich würde gern wissen und höre mir jeden Vorschlag an, wie ich das fühlen könnte. Und ehrlicherweise spiele ich sogar selbst immer wieder mal mit diesem Gedanken, indem ich mir vorstelle, daß der Kontakt mit Nasti tatsächlich abbricht. Ich kann mir das sogar kurz vorstellen. Aber dann gibt es sofort eine Blende: das Bild wird weiß und blendet aus: Ich löse mich auf, ich höre auf zu existieren. Ich kriege noch mit, daß ich mutterseelenallein und verlassen bin – und dann reißt der Faden, dann gibt es einen Filmriß. Ich habe in diesem Moment gar keine Chance oder Gelegenheit, etwas zu fühlen oder zu „verschmerzen“: Da gibt es nur noch soaring – wofür ich sogar noch dankbar sein muß: daß ich das nicht länger erleben muß. Dann habe ich ein Nahtoderlebnis. Die Dankbarkeit drückt sich bein Neil Young so aus: „Into paradise I soared. Unable to come down for reasons I’d ignored“ (Through My Sails – musik. Illustration))
7. Weil die Informationen nicht das Steuerungszentrum (Ich) erreichen und keinen Rest-Eigner bilden können, wird versucht, ersatzweise auf der Metaebene Informationen zu erlangen: eine theoretische Diskussion findet statt: Ist eine Entdrängung durch Fühlen möglich oder muß ich in den Kosmos wegdriften? Dabei findet eine minimale Entdrängung statt
15.47 Bestätigungsbedürfnis. Ronald weicht aber der Frage aus, er bestätigt nicht die Überlastung und Unmöglichkeit des Fühlens, ignoriert die Weißblende, den Filmriß (Aber was soll er machen? Kann er sagen?: „Ja, Peter, ich weiß, daß du das gar nicht fühlen kannst, weil du ja, bevor du etwas fühlen könntest, ins Paradies davonsoarst.“ Ja, er könnte, sollte das vielleicht sogar so sagen. Warum nicht? Es ist doch sowieso so – es ändert nichts daran, es kann nicht schlimmer werden. Stattdessen sagt er: Solange ich den Schmerz nicht fühlen kann, bin ich im Stumpfsinn. – Ja, toll, das weiß ich die ganze Zeit – er sagt ja selbst, daß ich das „erkannt“ habe. Die Frage aber lautete, ob er es auch so sähe, daß ich, weil ich mir eine Trennung nicht einmal vorstellen kann, wahrscheinlich ewig in diesem Stumpfsinn drin bleiben werde. Vielleicht denkt er, mir Mut machen zu müssen und mich animieren zu müssen, weiter zu fühlen. Aber ich habe mit dem Fühlen keine zu großen Probleme – ich fühle die ganze Zeit, er muß mich nicht unbedingt weiter dazu ermutigen. Aber es ist schwierig, weil er damit die Therapie abbrechen würde. Aber genau das passiert ja einige Wochen später sowieso! – Ich breche sie ja ab und ersetze sie durch eine Sterbebegleitung („New Deal“). Gut, er überläßt mir das, ok, das ist nicht falsch. Ich glaube nicht, daß es eine Gegenübertragung gibt und daß mein Schmerz für ihn zu groß ist. Er handelt therapeutisch nicht falsch, überläßt mir, die Einsicht zu entwickeln. Wichtig ist ja nur, daß er sich vom Wahrheitsbegleiter zum Sterbegleiter umwidmen läßt und mich weiter in den Tod begleitet – ob er sich nun davon eine Heilung (Verschmerzung) verspricht oder nicht)
16.00 Es berührt mich (Vor-Urschmerz), daß Ronald mir den Vorgang beschreibt und bestätigt: Ich fühle nicht und verdränge. Das löst aber ein Gefühl aus. Deswegen wird aber nicht die Therapie funktionieren, weil ich ja die ganze Zeit fühle. Sie wird nicht funktionieren, weil ich nicht genug, nicht vollständig fühlen und verschmerzen kann. Ich weine hier über die Aussichtslosigkeit. Das ausgelöste Gefühl ist ein letzte Bedürfnis nach Errettung und Erlösung: Er soll mir sagen, was ich tun soll und kann
8. Die minimale Entdrängung setzt sehr viel Schmerz frei. Ich kann ihn wahrnehmen, werde dabei aber ultrasensibel: Ich brauche zwar die positivierende Übertragung, diese löst aber gleichzeitig wieder zu viel Schmerz aus
16.31 Ultrasensibilität – ich ertrage nicht, daß Ronald mir glaubt (Wahrscheinlich ist der Mechanismus: „Wenn du mir glaubst, warum tust du dann nichts und läßt mich sterben?!“). Ich brauche Ronalds Bestätigung und Unterstützung (Mindestbindung, positivierende Übertragung) – gleichzeitig aber ertrage ich genau das nicht)
9. In der positivierenden Übertragung liegt die letzte Illusion einer Informationsbeschaffung: „Was soll ich denn nur tun (Vor-Urschmerz) (Wimmern) (Flehen)“
16.49 Ich wende mich noch einmal in einer letzten Hoffnung auf Hilfe an Ronald mit der Frage, was ich tun soll oder könnte – es ist die letzte Hoffnung, daß eine Verbindung mit mir hergestellt werden könnte, daß mir die Hand gereicht und die Gemeinsamkeit wieder hergestellt würde
10. Die Illusion zerplatzt: Die Information („du mußt dich trennen“) kann mir nicht helfen, mich nicht freundlich fremdsteuern, weil sie zu brutal und nicht brauchbar ist
17.17 Einsicht (aber nicht im positiven janov’schen Sinne): Ich schaffe es nicht, Nasti so zu enttäuschen – das könnte ich nie tun (und damit bleibe ich isoliert – sowohl im „alten Gefühl“ als auch in der erwachsenen Realität)
11. Durch die Teilverschmerzung durch Vor-Urschmerz, Wimmern und Flehen entstehen Information: ein Mini-Eigner regt sich erstaunlich deutlich und will sich tatsächlich von Nasti lösen
17.47 Ein Mini-Eigner ist tatsächlich noch da: Er will nicht mit Nasti telefonieren, aber Konflikt mit Mitleidendem. Der Mini-Eigner fungiert wieder als reiner Befehlsgeber (Pseudo-Autonomie) und unterdrückt brutal den Mitleidenden, der Nasti auf keinen Fall zurückstoßen will. Der Mitleidende bleibt leidend zurück. Auf die Idee, daß er auch nicht leidend sein kann, kommt er nicht, weil der den Urschmerz nicht loswerden kann
12. Die Vorstellung der Lösung von Nasti und deren Aussprechen löst zunächst den reinen Gedanken an Urschmerz, Wimmern und Flehen aus – und nur in Bezug, in der Übertragung auf Nasti (Fremdzentriertheit). Weil ich wieder auf der kognitiven Ebene bin, fehlen wieder die Informationen aus der zu hohen Quantität, und ich habe wieder Erörterungs- und Bestätigungsbedarf
19.11 Fremdzentriertheit: Nasti müßte bzw. würde heulen und mich anflehen, bitten und betteln – genau wie ich es müßte bzw. würde, wenn ich selbstzentriert wäre (Ich fühle durch sie, aber gleichzeitig gelingt es mir aber auch, mich genau dadurch vom Gefühl fernzuhalten). Das ist der Urschmerz, den ich vielleicht gerade noch fühlen kann. Ich flehe ja tatsächlich manchmal (Wimmern) (Winseln) (Jaulen)
19.52 Ich komme kognitiv wieder auf den dritten, quantitativen Punkt (neben den beiden Modi der geometrischen Lage) zurück: die Überlastung
(Bestätigungsbedürfnis)
20.18 Die Lage ist nach all den Jahren leicht zu verstehen – aber nicht zu ändern. Die Qualität der Gefühle ist zu ertragen – aber nicht die Quantität
13. Ich versuche, mich durch Antizipation des Schmerzes diesem zu nähern und die Informationen und den Urschmerz zu entdrängen
20.35 Ich versuche, mein Leid zu antizipieren, wenn ich zwar Rest-Eigner sein kann auf dem Lande (Lennon-Cover-Aufnahme), aber das Leid nicht verschwinden wird, um es vielleicht lindern zu können
14. Die Entdrängung funktioniert zum Teil: „Es ist so schrecklich“ (Wimmern) (Vor-Urschmerz)
20.54 Die Antizipation funktioniert (Wimmern) (Vor-Urschmerz): Der Mitleidende wird sich nicht vom Befehlsgeber und Pseudo-Autonomen unterdrücken lassen, er wird in wenigen Stunden heulen und jammern (Es wird ihn jedenfalls danach zumute sein, bzw. ist das nur, was der Anti-Eigner hier befürchtet. In der Tat werde ich schön an meinen Lennon-Covers arbeiten können in Suhrhof (Video hier einblenden als musik. Illu.) und eben bei Matthias eben nicht die ganze Zeit heulen – was natürlich wiederum nicht heißt, daß ich nicht fast die ganze Zeit innerlich heulen könnte oder daß es den Schmerz in mir nicht mehr gäbe)
15. Da es keine vollständige Endrängung samt Verschmerzung ist, entsteht wieder Erörterungsbedarf (Orientierung per Kognition) und Hilfsbedarf (freundliche Heteronomie/Fremdsteuerung)
21.10 Solange der Fötus das ihm Angetane nicht verschmerzt hat, will er vom „lebendigen Eigner“ nichts hören
21.43 Die ewige Qual der ewigen totalen Unsicherheit: Ich weiß nicht, was ich wirklich fühle und will, was wirklich vor sich geht. – Wie soll ichs auch wissen? Wie soll ich auch meiner sicher sein? (Darunter habe ich immer am meisten gelitten: das ewige Hin und Her, welche Stimme in mir nun recht hat: mich trennen oder bei Nasti bleiben? – Beide Stimmen waren zu wenig deutlich. Aber deutlich konnten sie nur werden, indem ich – wie es immer wieder so schön heißt – sie zulasse, d.h. sie wirklich fühle. Das aber war – zumindest in der nötigen Vollständigkeit – wegen besagter Quantität nicht möglich) Das anfängliche geometrische Verstehen der Lage – die beiden Möglichkeiten mit Nasti oder ohne Nasti – war also doch kein echtes, aber immerhin ein halbes Wissen. Der Fötus durchkreuzt den Plan bzw. die technisch-geometrische Zeichnung
22.06 In der verzweifelten Lage der Unsicherheit und des Nicht-Wissens brauche ich Hilfe – eine „freundliche Fremdsteuerung“ (So etwas kann es natürlich nicht geben. Aber bestimmte Interventionen können zu einer notwendigen, provisorischen Steuerung beitragen, die zumindest nicht die Autonomie noch mehr verringert. Der Wahrheitsbegleiter kann durch gefühlte Bestätigung den Wahrsager in seiner Wahrheit bestärken. Er stellt in diesem Momenten eine Verbindung her, die an die vermißte Verbindung erinnert. Diese Erinnerung ist Teil der für die Autonomie nötigen Information)
(Das kann der Mini-Eigner tatsächlich oft antizipieren, er will selbst darauf kommen, will sich ganz konkret in der Situation selbst erobern („ermächtigen“, Laska). Aber er braucht dennoch die Präsenz des Wahrheitsbegleiters, dessen „positivierende Übertragung“ – er braucht die „Mindestbindung“, einen Mindest-Input von außen, der keine Droge ist, sondern nur die Informationen ins Fließen bringt. Der Junkie bekommt keine Informationen von außen, sondern wird nur ermutigt, sein Informationsmangel auszudrücken und zu versuchen, die Neuronen zu verbinden – vorzugsweise durch vorsichtiges Auslösen von Gefühlen, denn die geometrisch-kognitive Lagebeschreibung war ja ungenügend; der „dritte Punkt“ – die Quantität an Schmerz – muß angegangen werden)
Ronald sagt exakt das, was ich vermutet habe, daß er es sagt: Du mußt der kleinen Stimme folgen, die eigentlich weiß, daß du dich trennen mußt von Nasti (diese Seite, sagt er, auch wenn sie sehr klein ist, hat recht). (Die kleine Stimme ist aber so verschwindend klein, daß sie Ronalds Bestätigung auch kaum als Stärkung benutzen kann (Besser wäre es vielleicht, daß Ronald mir sagt: „Ich weiß, wie verzweifelt gespalten du bist und unter der Situation leidest.“ Vielleicht hätte er hier gar nicht für eine der Stimmen Partei ergreifen sollen. Ich habe ihn nun aber genau danach gefragt … Er hätte aber vielleicht trotzdem gar nicht auf die Frage antworten sollen, sondern mit einem empathischen Verständnis für meine Verzweiflung mehr Verbindung hergestellt und Gefühle ausgelöst und mich somit „abgeholt“)
16. Die freundliche Fremdsteuerung entpuppt sich als Illusion; dem Ratschlag des freundlichen Heteronomen kann aufgrund der überdeutlichen Präsenz des traumatisierten Fötus nicht gefolgt werden: erneute Totalorientierungslosigkeit
23.36 Der Fötus hängt wie irre an der einmal bekommenen Bindung und will und kann sie nie wieder loslassen. Er ist so traumatisiert, daß er sich fremdzentriert und in Nastis Gefühlen steckt, diese darf er nicht re-traumatisieren – das geht nicht; deswegen …
24.15 … bin ich total verloren zwischen den Extremen Mini-Eigner und Fötus; die Steuerung geht verloren, ich irre wie verflucht über die Ozeane wie der Fliegende Holländer – aber zusätzlich auch noch steuermannlos
17. In der Verzweiflung wird ein Kompromiß aus Eigner-Aktivität (zweifelhafte Kreativität) und Nicht-Trennung gesucht („halbe Sache“); dieser wird aber verworfen, weil der Mini-Eigner zu stark ist, ihn als unrealistisch erkennt (Folge wäre wieder nur Stumpfen). Der „zu starke“ Mini-Eigner ist aber nicht stark genug, als daß er keine kognitive Bestätigung bräuchte
24.37 Eine Kompromiß-Stimme mischt sich zwischen die Extreme und will halbe Sachen machen (Aber vielleicht hat sie recht), aber da …
25.06 … droht dann doch wieder der Stumpfsinn; es ist schwierig, einen solchen Kompromiß zu finden – der Mini-Eigner empört sich auch dagegen, braucht aber dafür Ronalds Bestätigung
18. Durch kognitive Bestätigung gestärkt und ermutigt, dreht der Mini-Eigner nun ciskognitiv am großen Rad der Empörung, versucht sich durch Wut durchzusetzen, muß aber sofort wieder den Schwanz einziehen, fühlt die Eiseskälte der Trennung nahen und zieht sich zur illusionären Informationsbeschaffung wieder in die kognitive Erörterung zurück, die ihm sagt, daß der Dritte Aspekt (die Urschmerzquantität) zu stark ist
25.35 Die Frustrationswut (Empörung) des Mini-Eigners
26.03 Exkurs: Ich friere und muß mich zudecken
26.37 Weiter im Text: Der Dritte Punkt, die Dritte Dimension (die Quantität des Urschmerzes) zwingt zur Kapitulation (Resignation)
27.07 Ronald bleibt dabei und anerkennt nicht die tatsächliche Überlastung durch Urschmerz: „Du machst alles richtig: Du fühlst und sprichst aus, daß alles zu viel ist.“ (Genau das, so sage ich es ja, reicht eben nicht aus. Und tatsächlich fühle ich ja hier auch gar nichts, sondern treffe nur eine nüchterne Feststellung (Ronald läßt die Schlange sich wieder nur in den Schwanz beißen: Ich solle weiter auf der Stelle treten und immer wieder das versuchen und weitermachen, was ich die ganze Zeit ohne Ergebnis tue. Vielleicht wäre es hier wieder besser gewesen, er hätte mich in meiner Ausweglosigkeit bestätigt)
19. Die Frustrationswut als Lebendigkeit löst sofort wieder den Gegenschlag aus; angesichts der der dahinterliegenden zu hohen Urschmerzquantität wird erneut durch Sterben verdrängt. Der Anti-Eigner trägt den Sieg im Kampf um die Steuerung davon: Ich bin vor Urschmerzüberlastung „gerettet“
27.30 Ich verstehe die Mechanik, die ganze therapeutische Technik und Theorie, aber das und Ronalds Ermutigung können nichts daran ändern, daß die Frustrationswut als letztes Lebenszeichen sogleich wieder – wie immer – den Tod auslöst; das hatte sich schon durch das Frieren angekündigt (Ronalds Intervention hatte also tatsächlich wenig Sinn)
28.07 Der Tod als Rettung vor dem grausamen, schier unendlichen Kampf zwischen Rest-Eigner und Anti-Eigner. Der Anti-Eigner siegt und genießt seinen Sieg: die Qual hört auf (Sehr erstaunlich, wie man sich dann eben doch aus der Bredouille herausziehen kann; wie man dann doch seine – kurzfristige, falsche – Ruhe findet. Ich kann es kaum glauben, aber es ist tatsächlich so: Man blendet plötzlich alles aus. Aber es ist ein rein körperlicher Vorgang: Plötzlich überkommt einen diese Schwere; niemand „zieht sich“ hier „aus der Bredouille“)
20. Die „Rettung“ aber funktioniert nur kurz, sie bedeutet nämlich nur erneuten Stumpfsinn, jetzt jedoch radikalisiert zu Öde und Ekel
28.38 Die Qual aber hört nur kurzzeitig auf, denn ich bin ja nicht ganz gestorben, mein inneres Reptil hat mich ja überleben lassen und mich mit einem Minimal-Eigner ausgestattet, d.h. zum Zombie gemacht. Diese Mischung aus Tod (Nahtod) und Minimal-, reinem Überleben ist der Stumpfsinn. Der hält die Spaltung und damit die Qual aufrecht, weil er wiederum die letzte Lebensäußerung, den letzte kleinen Protest auslöst: das Ekelgefühl über die Öde des Stumpfsinns (Stagnation, keine Resignation mehr) (Ich hätte es besser nicht sagen können: Ich bin ein zum Leben gezwungener Toter – ein Zombie.)
21. In der Alternative aus Pseudorettung und Lebensekel, die keine ist, sondern die endgültige und unlösbare Verzweiflung, entstehen folgerichtig Gedanken an Selbstmord als der einzig wirklichen Lösung
29.31 Angesichts dieser Perspektive auf nur noch eklige und immer wiederkehrende Öde Suizidalität als nächster Entwicklungsschritt nach der Stagnation
22. Rationale Resignation: Einsicht, daß der Schmerz zu groß ist und ich nie verschmerzen und ich selbst (Eigner) werden kann (realistisch-prophetisch)
30.00 Einsicht in die Ausweglosigkeit (realistisch-prophetisch)
30.21 Ich ziehe Ronalds Ermutigung in Zweifel und lehne sie ab: Seine Technik wird mir nicht helfen: Der Schmerz wird nie weggehen, weil nicht daran zu denken ist, daß ich den Schmerz loswerden kann, …
23. Durch die Erinnerung des Minimal-Eigners daran, wie es sein müßte (Konditionalsatz wenn ich Eigner wäre, hätte ich oder müßte ich das Ziel haben, den Schmerz loszuwerden), werde ich an die traurige Tatsache erinnert, wie sehr minimal mein Eigner ist, und weine ich
31.12 … auch wenn ich dieses Ziel haben müßte (Das bedeutet: Ich habe dieses Ziel nicht mehr, ich kann es gar nicht mehr haben, weil ich eingesehen habe, daß es nicht erreichbar ist). Bei „müßte“, bei dieser Resignation, weine ich immerhin noch als Abschied von mir selbst – vorläufig letzte Äußerung des Minimal-Eigners
24. Durch das Weinen gewinnt der Minimal-Eigner etwas an Volumen und wird der Lebensgeist wenigstens so weit geweckt, daß ich Leben simulieren will. Daß mein Leben nur eine Simulation sein soll, löst eine weitere Ciskognition aus, und ich nähere mich in der Entdrängung meinem Ur-Trauma (Ersticken). Eine Verschmerzung kann aber nicht stattfinden, weil der Rachen noch verpanzert ist
31.36 Ich will aber gegenüber Ronald und mir selbst brav und treu sein und wenigstens so tun, als würde ich leben: Ich werde einen Rest von Lebendigkeit („Kreativität“) mobilisieren, also Pseudokreativität veranstalten, Zombie-Kultur pflegen (hier Lennon-Cover-Video einspielen). Das letzte Pfeifen des Minimal-Eigners rührt mich selbst und bringt mich an die Wurzel des Problems: mein Ersticken (Dabei kommt es sogar zu einem Ansatz von Verschmerzung. Er bleibt aber im Rachen stecken. Wir haben es hier mit einer entscheidenden und alles erklärenden Situation zu tun (Grund des Scheiterns): Das Ersticken ist das Ur-Trauma. Zu ihm zieht, treibt es mich immer wieder in meinem Rest von Lebenswillen zurück. Das Szenario sieht hier eine Verschmerzung vor. Der Leben-wollende will verschmerzen, er will alles sagen, seine ganze, tiefe Wahrheit endlich ganz und gar aussprechen, herausschreien – das ist das Szenario. So weit, so gut. Aber ein Ersticken zu verschmerzen, ist nicht ganz leicht … (schwarzer Humor, falls man es nicht verstanden hat), weil das „Wiedererleben“ (falscher Ausdruck für Überhaupt-es-erleben, für Zu-Ende-erleben und dadurch überhaupt erst einmal und zum ersten mal zum Leben zu kommen) eben erneut in der erwachsenen Realität zu einem Ersticken führt. Ja, ich weiß: Das tut es nicht, der Erwachsene bricht dieses Ersticken instinktmäßig ab, er läßt sich nicht wirklich ersticken und sterben. Aber genau darin – in diesem angeblichen Vorteil des Erwachsenen gegenüber dem Kind, der ja laut Janov die Heilung erlaubt – liegt das Problem und der Grund für das schließliche Scheitern bzw. für das Versagen der Therapie: Gerade dieser Abbruch des Erstickens ist gleichzeitig der Abbruch der Verschmerzung; darin liegt der Grund für die Unvollständigkeit der Verschmerzung. Der Erwachsene mag viel mehr Schmerz aushalten (integrieren) können als das Baby, ja, aber ein Ersticken hält er auch nicht aus, da steht das Reptil davor. Es aushalten zu können, hieße ja, zu sterben. Jetzt werden die Primärtheoretiker sagen: „Ja, du kannst aber immer wieder ein Stück davon verschmerzen; auch wenn die Verschmerzung unvollständig ist, ist es eine Verschmerzung.“ Und das glaube ich eben nicht. Ich weiß ganz genau, was eine Verschmerzung ist und wie sie aussieht. Ich habe es sehr oft praktiziert und dann im Projekt auch dargestellt: Das Fühlen des Urschmerzes ist dann immer von einem tiefen, entspannenden Ausatmen gefolgt. Nur das ist Verschmerzung. Das Retten in letzter Sekunde vor dem Ersticken hat keine solche Folge und bewirkt keine wirkliche, nur eine teilweise Entspannung. Diese würde kommen, wenn das Ersticken wirklich zugelassen wird – im Tod. Und genau diesen Tod genieße ich ja auch (siehe oben). Aber weil mein Ur-Trauma nur ein Teil-Tod, ein Nah-Tod war, ist das nicht wirklich zu genießen, sorgt das Reptil für neue Spannung. Der Tod wäre also keine Entspannung – so er überhaupt zugelassen würde. Er ähnelt zwar dem lebendigen Eigner in seiner Pseudo-Entspanntheit, und insofern könnte man von einer Heilung sprechen. Aber es ist natürlich keine – nur eine unvollständige Heilung bzw. Verschmerzung. Dadurch bleibe ich im ewigen Kreislauf, in der Dauerschleife aus Leben-wollen und Sterben gefangen)
25. Durch das Stecken-bleiben des Ur-Trauma-Schmerzes im Rachen, die Vorausschau auf die Unverschmerzbarkeit und die Unvorstellbarkeit des Urschmerzes (und damit seine Vorstellung) wird die Ciskognition vertieft (Urschmerz im Ersticken), führt aber weiter zu keiner Verschmerzung, aber zu genügend Mini-Eigner-Volumen und Hoffnung, die Therapie fortzusetzen und sie noch nicht in eine Sterbebegleitung umzuwidmen. Angst vor der weiteren Therapie und dem Schrecken, den sie freisetzen wird
32.20 Aber das Los-werden des Schmerzes ist unvorstellbar; ich weiß, wie sehr, wie zu tief er in mir sitzt. Immerhin wird gerade damit ein Los-werden des Schmerzes eingeleitet (Weinen) (Ersticken), aber dieses muß aus den genannten Gründen unvollständig bleiben, d.h. ich werde den Schmerz nicht los
33.33 Auch wenn ich den Schmerz nicht loswerde und weiß, daß ich den Schmerz nicht loswerden kann (und auch nicht will, denn das würde meinen Erstickungstod bedeuten) und das Fühlen und die Tiefenwahrheit also keine Erlösung bringen kann, will ich es weiterversuchen, d.h. ich weiß es noch nicht wirklich. Ich widme die Primärtherapie noch nicht in eine Sterbebegleitung um; ich habe noch nicht final-rational-resigniert; das kommt erst in ein paar Wochen. Was soll ich auch anderes machen außer in der Wahrheit zu bleiben? Ob das nun zu einem entspannenden Ziel führt (Eignerschaft) oder ob das nun diesem Ziel dient und Primärtherapie genannt wird oder nicht, ist ganz gleichgültig. – Das wesentliche bleibt die Wahrheit, in der ich weiter bleiben werde – nur eben unter der realistischeren Bezeichnung „Sterbehilfe“. Auch in dieser kann man etwas gegen den Stumpfsinn tun; diese wirkt gegen diesen wenigstens kurzzeitig, aber nicht anhaltend. Aber wie lange auch immer es wirkt: Ich muß mit Tiefenwahrheitssitzungen weiter gegen den Stumpfsinn angehen; nur diese geben mir – wenigstens kurzzeitig – eine Erlösung vom Stumpfsinn (Wobei…: So „kurzzeitig“ kann es ja dann auch wieder nicht gewesen sein, denn seit ca. einem Jahr (also ca. seit 2025 – oder ist es schon länger her? 2023?), jedenfalls seit Abschluß der extremen Post-Covid-Depression) bin ich tatsächlich und effektiv nicht mehr im Stumpfsinn (ohne meine Lage aber deshalb auch als optimal bezeichnen zu wollen – alles andere als das, ich weiß um mein riesiges Defizit an Lebendigkeit). Woran denken wir bei „effektiv“ – natürlich an unseren Laska („mangelnde Effizienz der reich’schen Therapie“)
33.41 Ich renne bei Ronald offene Türen ein, er bestätigt und ermutigt mich (Ihm wird aber wohl auch ein Stein vom Herzen fallen, mich so zu hören – das vermute ich jetzt, 2026, nur; es könnte sein, daß hier tatsächlich eine Gegenübertragung vorliegt). Ronald baut darauf, daß der Eigner sich von selbst wieder aufbaut, anstatt daß er mich in meiner realistischen Resignation bestätigt; nur diese bietet doch die Chance auf eine wenigstens teilweise Verschmerzung
33.52 Ich weiß, daß der Mini-Eigner bei aller „Kreativität“ den Fötus nicht verdrängen kann: Angst vor Schmerz und schrecklicher Sehnsucht
26. Endbesprechung: Alle Themen werden noch einmal kognitiv Revue passiert – doch es wird schließlich doch noch einen ciskognitivem Exkurs geben, und zwar dann in die tiefsten Gefühle der ganzen Sitzung
35.25 Ronald schlägt Sitzungsende vor (Es kommt mir wieder so vor, als würde er flüchten wollen, ich bin mir aber nicht sicher. Er bleibt jedenfalls eindeutig im Primär-Paradigma und unterstellt mir das gleiche (spricht von der „richtigen Lösung“, die ich „gefunden“ hätte), obwohl ich ja deutlich signalisiert habe, daß ich eine Verschmerzung nicht mehr für möglich erachte)
35.01 Ich falle tatsächlich noch nicht vom Glauben ab, muß die Notwendigkeit einer Fortführung der Therapie einsehen, bin aber zumindest skeptisch; gleichzeitig bin ich aber auch erneut angeekelt-frustriert-empörend (Ja, die Hoffnung auf Therapielösung besteht eben noch – deshalb noch die naive Empörung)
35.20 Hoffnung, Einsicht und Glaube können aber die tiefere, rationalere Einsicht von der Urschmerz-Überlastung und Verschmerzungsunmöglichkeit nicht verdrängen. – Immerhin Traurigkeit und Weinen darüber (im Rahmen der Sterbebegleitung – aber das weiß ich hier noch nicht)
35.53 Ich resümiere die Sitzung und ziehe eine Bilanz: Ich habe mein Ziel für die heutige Sitzung, die Stärkung des Mini-Eigners durch Empörung, nicht erreicht. Der Tod hat sofort zu sehr entgegengewirkt
36.28 Realistisch-rational-prophetisches Vor-Schlußwort: Ich kann das Band mit Nasti nicht zertrennen (Ein Kompromiß muß gefunden werden). Ich sehe hier zwar noch ein bzw. befolge Ronald und die Primärideologie, daß es kein Kompromiß geben darf und ich mich in der falschen Dichotomie für eine Seite, nämlich die radikal-brutale Trennung von Nasti, entscheiden muß. Aber daß ich das Band selbst zerreißen muß – das erscheint mir doch als unmöglich
37.24 Ich melde leise Zweifel an der Primärideologie an und denunziere vorsichtig falsche Dichotomie und Schwarz/weiß-Sicht, stimme ihnen aber gleichzeitig noch zu, bin aber gespalten und verunsichert. Ich wende mich …
37.49 … in meiner Verlorenheit und meinem Bedürfnis nach fremdfreundlicher Orientierung (freundliche Heteronomie) an den Primärideologen …, …
… dieser wiederholt absolut korrekt die Primärinterpretation der Lage. Sie trifft tatsächlich vollkommen zu. Aber Ronald geht wieder nicht auf die zu hohe Quantität des Urschmerzes ein
38.23 In meiner Orientierungsnot baue ich die ganze Primärtheorie noch einmal auf. Es hört sich so an, als sei ich ein Anfänger, aber wenn ich tatsächlich so orientierungslos und verloren ist, muß ich mir die Theoreme wirklich genau vor Augen führen: Ich habe mit Nasti endlich die Bindung gefunden, die ich nie gehabt habe, und kann sie deshalb auch nicht wieder aufgeben
Bedürfnis nach Orientierungshilfe. Ich frage, ob ich die Theorie richtig wiedergegeben habe
Ronald korrigiert mich – zurecht – und wiederholt die korrekte Sicht: Ich habe die Bindung nicht „nie“, sondern schon einmal gehabt, bevor ich sie verloren habe. Ich werde jetzt in meiner Trennungsabsicht an diesen Verlust erinnert
39.17 Ronalds Sicht mag mich intellektuell und logisch überzeugen, aber mein („altes“?) Gefühl sagt mir, daß ich nie eine Bindung gehabt hätte. – Darin läge eben diese zu hohe Quantität des Urschmerzes. (Ich denke, ich habe hier recht: Ich war ein ungewolltes Kind, bin nur gegen einen Abtreibungsversuch auf die Welt gekommen. Ich war nie gewollt – im Gegenteil: man wollte mich abschaffen –, und das entspricht meinem „eigenen“ Nicht-Willen, meinem Großen Nein, die gegen eine Verschmerzungsmöglichkeit sprechen)
39.48 Ronald erwidert: Die Erinnerung an die tatsächlich gehabte Bindung wurde nur durch den Tod ausgelöscht; deswegen kommt es mir jetzt so vor, als ob es sie nie gegeben hätte (alles sehr logisch und sicherlich auch zutreffend, allein …)
40.25 Du hast als ein Lebewesen – also eines solchen, das aus einem anderen Lebewesen hervorgegangen ist – unbedingt eine Bindung haben müssen – eine bestechende und absolut überzeugende Logik. Ich aber …
40.27 … melde trotzdem Zweifel daran an: Wie sehr Ronald hier auch recht hat und auch wenn ich tatsächlich diese Bindung einmal gehabt haben muß als Zweizeller, als Ur-Reptil oder Embryo – es geht trotzdem an der Sache vorbei: Es ändert nichts an der Tatsache der Unverschmerzbarkeit. Das Maß an Bindung wird zu klein gewesen sein, oder die Bindung war von Anfang an – als ungewolltem Kind – vergiftet; es war also nie eine wirkliche, eine liebevolle Bindung. Wenn diese – wie gering auch immer – vorgelegen hätte, dann wäre das die Grundlage einer Verschmerzung gewesen, dann hätte ich zu den 50 % von Ronalds Patienten gehört, wo die Verschmerzung halbwegs vollständig stattfinden konnte. Meine Bindung war aber wohl against all odds zu schwach und gering, so daß, als ich – abermals against all odds und nach 20 Jahren der harten therapeutischen Arbeit – einmal eine tatsächliche Bindung herstellen konnte – eine, die diesen Namen auch verdient und nicht wie eine von Anfang an pseudomütterliche Scheinbindung ist –, diese eben nicht wieder verlieren kann: eben wegen der Erinnerung an den Schrecken der Quasi-Bindungslosigkeit
Ich argumentiere jetzt nicht logisch, weil meine Einsicht zurücknehmend, aber im Prinzip trotzdem richtig
40.50 Ronald stimmt mir jetzt zu: Die Bindung kann tatsächlich nur sehr schwach gewesen sein (zu schwach –und damit die Unverschmerzbarkeit und Verdammnis in meinem Fall – meint er hier aber nicht)
Ronald bleibt beim Ideologem als vermeintlichem Mutmacher: Daß es die Bindung nie gegeben hätte und die Bindungslosigkeit nicht verschmerzt werden könne, weil ich auf keine Grundbindung aufsetzen kann und die Quantität an Urschmerz zu hoch ist, sei meine momentan-subjektive Sicht der Dinge; diese kann sich zu einem anderen Moment aber wieder ändern, dann würde ich sehen, daß der Urschmerz tatsächlich auch bei mir verschmerzbar ist (Meine Überzeugung war tiefer und realistischer – nicht nur neurotisch –, als er denkt. Ich habe einfach wirklich gewußt, daß es nicht geht. Ob sie gänzlich realistisch war, weiß ich bis heute nicht, denn es hat ja durchaus noch positive Veränderungen gegeben, und heute geht es mir nicht mehr so katastrophal wie damals. Aber das tut es ja nur nicht, weil ich mich keiner Beziehung mehr aussetze und die Katastrophe nicht mehr getriggert werden kann. Es ist also jetzt kein Moment eingetreten, wo ich die Frage der Verschmerzbarkeit anders einschätze als damals. Ich denke, ich lag damals richtig: Die Therapie mußte bei mir scheitern wegen der zu hohen Quantität an Urschmerz)
Ronald bestätigt mich bzw. den Fötus in mir: Es ist unmöglich, die Verbindung aufzugeben (Subtext: aber jetzt kannst du es bei der symbolischen Beziehung)
Ronald: Auch mein Nicht-Wille, mich von Nasti zu trennen, obwohl eine andere Stimme das für besser hielte, sei nur der des Fötus
Dieses theoretische Gespräch kann mein Gefühl, aber auch nicht meine Einschätzung ändern (Das Gefühl kann die theoretische Interpretation sowieso nicht ändern, diese kann und soll hier ja auch nur als Mutmacher fungieren, sich weiter den Gefühlen gegenüber zu öffnen, auf daß sie, die bisher irrational sind, sich tatsächlich verändern. Aber meine Einschätzung kann insofern eine rationale sein, als daß es zwar meine Gefühle sind, die deren Grundlage ist, aber ich weiß, daß es zu viel ist. – Es ist nicht leicht, das auseinanderzuhalten. Fakt ist, daß es tatsächlich sein kann – das ist sehr euphemistisch ausgedrückt –, daß Verschmerzungen unmöglich sind)
43.17 Die Verbindung zu Nasti sei Lebendigkeit par excellence (Das ist nun aber sehr paradox – aber nicht neu hier –: Ich wollte mich ja trennen, um mehr Lebendigkeit zu bekommen. Jetzt kann ich mich aufgrund des drohenden Verlustes von Lebendigkeit nicht trennen. Das ist nur auf den ersten Blick paradox. Hier geht es um die Grundlebendigkeit, auf der alle andere Lebendigkeit aufbaut)
Eine tiefe Spaltung zwischen dem kleinen Trennungsbefürworter und dem großen Trennungsablehner
44.13 Ich will zum Ende kommen
44.20 Ronald: Du warst durchaus auch aggressiv und hast insofern das Ziel für die Therapiesitzung erreicht (eine Empörung hat also stattgefunden) (Mir fällt hier ein ganz anderer Aspekt ein: Ich habe mir die Aggression zwar vorgenommen, aber mich dann nicht dran gehalten, bin mit meinen echten Gefühlen mitgegangen. Das ist zwar für einen Wahrsager normal und banal, aber dennoch ein gutes Zeichen. Denn es besteht durchaus die Möglichkeit der Korruption, den Wütenden zu markieren, wo man nur traurig ist. Aber das zeigt, daß es das Setting mit einem Begleiter oder mit einer (positivierenden) Übertragung ist, das zu einer tieferen Wahrheit zwingt)
Ronald: Empöre dich weiter in diesem Sinne! Fahre raus und drehe deine Lennon-Cover-Videos! (Er sieht hier nicht, daß diese Art „Kreativität“ sehr oberflächlich ist. Die Ermutigungen des Eigners (oder zum Eigner) sind gut gemeint, aber es wäre vielleicht besser gewesen, mich in der quantitativen Überlastung und realistisch-pessimistischen Sichtweise zu bestätigen. – Frage der möglichen Gegenübertragung) „Versuche, zu leben!“ (Ein verzweifelt wirkender Ratschlag; er entläßt mich in die Unmöglichkeit zu leben)
27. Ciskognitiver Exkurs in der Endbesprechung: Wie die Vorstellung von der bloßen Simulation meines Lebens in Kapitel 22, löst jetzt die eines Pseudo-Eigners, der ich nur noch bin und vom Grund dafür, nämlich den Bindungsabbruch als Fötus, Urschmerz aus
44.50 Ciskognition in der Endbesprechung: Ich kann es überhaupt nicht als Ermutigung annehmen (im Sinne von: „Tschakka! Ich packe es an!“), die Vorstellung von einem sehr oberflächlichen, also Pseudo-Eigner löst im Gegenteil jetzt die tiefsten Gefühle der Sitzung über die Trennung aus (Vor-Urschmerz) (Wimmern) (Winseln) (Jaulen) (Schluchzen). (Aber darin lag der Grund für diese Intervention Ronalds, bzw. eine solche Reaktion jetzt kommt ihm als Therapeuten entgegen. Ich fühle hier ganz offensichtlich große Schmerzen – aber eine Verschmerzung findet dennoch nicht statt, nur bzw. immerhin eine Teil- oder unvollständige Verschmerzung. Jetzt könnte man zwar wieder sagen: „Ja, eins nach dem anderen! Du näherst dich der Verschmerzung.“ Aber das sehe ich eben nicht so. Sie wird nie vollständig stattfinden)
28. Ich will dem Pseudo-Eigner nicht folgen, kein Leben simulieren, stattdessen den traumatisierten, rat- und hoffnunglosen Fötus zu akzeptieren und weiter sprechen lassen, auch wenn ich weiß, daß sein Urschmerz nie vollständig verschmerzt werden kann
45.56 Jetzt zu versuchen, ein Eigner zu werden (auf Ronalds Rat zu hören), also eben nicht meine wirklichen, zumindest absolut vorherrschenden Gefühle zu übergehen oder übergehen zu wollen, würde gerade bedeuten, das bißchen an Eignerschaft auch noch zu verlieren. Die Traurigkeit ist ja gerade das, was mich vom Major Tom unterscheidet: Der fliegt da draußen herum, ohne noch etwas zu fühlen; der mußte seine Gefühle abschalten, weil es zu brutal war
Ich kann kein neues Leben führen und so tun, als würde sich etwas ändern. Alles kommt mir nur wie Pseudo-Eignerschaft vor – und das ist es ja auch tatsächlich. So zu tun, als könne ich ein Eigner sein, stieße mich erst recht in die dann absolute und totale Nicht-Eignerschaft (Soaring in den Kosmos – musik. Illu.) (Ich werde einen Kompromiß machen – nicht die schlechteste Entscheidung. Mein Landaufenthalt wird ja durchaus auch positive Aspekte haben: ich singe und spiele lustig Lennon-Songs – das kann man ja auch nicht leugnen, das hat ja schon etwas von einem wenigstens Mini-Eigner. Also das spricht alles für Ronald – er hat ja sicherlich auch nichts dagegen, ganz im Gegenteil, daß ich diese andere, extrem traurige Seite wahrnehme, das ist alles Teil seiner Therapie. Aber was er nicht sieht, ist, daß dieses Wegfliegen in den Kosmos ein definitives war und bleibt und jetzt in der Gegenwart eben nicht nur Teil einer Verschmerzung ist. Ich bin zu weit rausgeflogen und abgehoben, als daß ich mich noch einmal herabholen könnte)
48.00 In meiner Spaltung verzweifelte Ratlosigkeit will ich wieder Ronald um Rat fragen, aber …
48.27 … mir fällt es gar nicht mehr ein, weil es die Trennung und den Sturz in eine riesige Hoffnungslosigkeit betrifft (Überlastung, Verdrängung per Fremdzentriertheit)
Ich gebe mir die Antwort selbst: Ich sehe die Lösung meines Ratlosigkeitsproblem darin, weiter zu fühlen, also die Therapie fortzusetzen. Ich bin also nach wie vor therapieoptimistisch, sehe mich immer noch im therapeutischen Paradigma, noch nicht in dem der Sterbehilfe. Ich hoffe auf ein Wunder: daß die Therapie „etwas ergeben“, etwas verschmerzen wird und mir mehr Wissen und eine neue Wirklichkeit erschließen wird (Ich bin noch ein tapferer, treuer Therapiebejaher)
48.58 Ich renne damit natürlich offene Türen bei Ronald ein (Er macht es sich einfach: Unter „deine Gefühle“ versteht er vor allem meinen Lösungswillen, also eine vorschnelle, oberflächliche Eignerschaft. Er übersieht, daß ja, was er eigentlich richtig sieht, die fremdzentrierten Gefühle (Nastis Tiefenenttäuschung und Sturz in die Hoffnungslosigkeit) meine eignen Gefühle sind – daß sie meinen Eigner ausmachen.)
49.11 Ich akzeptiere die Spaltung, gebe mich auf und hoffe auf Steuerung aus dem Unterbewussten, weiß aber, …
49.35 … daß mich nichts von dem grausamen Schrecken des Abbruchs, des Losreißens befreien wird
49.51 Auch hier in der Therapiesitzung muß ich mich losreißen, was mir sehr schwer fällt (in die eiskalte Einsamkeit ohne Verbindung, nicht einmal die begleitende Ronalds, zurück); ich tue es trotzdem, die Stimme der „Vernunft“ ist noch vorhanden, aber …
50.14 … ich denke schon an eine baldige Fortsetzung der Sitzung – auch vom Lande aus (wo ich ja eigentlich „meine Persönlichkeit entwickeln“ (Röhler) will)
50.37 Ronalds verbleibende Punkte der Endbesprechung: Ihm ist natürlich klar, daß ich da nicht auf dem Lande fröhlich herumspringen werde und daß ich natürlich die Traurigkeit fühlen muß (Daß er das so sieht, ist völlig normal und im Rahmen der Therapie ganz selbstverständlich und selbstverständlich richtig so. Ich behaupte natürlich nicht, daß er mich als Kasper herumspringen sehen will. Ich sage nur, daß er das Ausmaß meiner Katastrophe unterschätzt. Ist es eine (bewußte oder unbewußte) Schutzunterschätzung? Weiß er es eigentlich schon besser und kann natürlich nicht von seiner Seite aus die Therapie beenden und zur Sterbebegleitung übergehen? Aber dagegen spricht, daß er mir einmal gesagt hat, er lehne auch Patienten ab, wo er eine Heilung nicht für möglich hält. Das scheint bei mir nicht der Fall zu sein, er scheint bewußt und ehrlich an meine Therapiefähigkeit zu glauben. Oder vielleicht hat er auch meine Therapieunfähigkeit erst unterwegs realisiert und kann mich jetzt nicht mehr als Patient entlassen? Doch, das könnte er – und mich weiter im Sterben begleiten. Aber eine solche Selbstumwidmung vom Therapeuten zum Sterbebegleiter kann man vielleicht nicht erwarten, das muß schon von mir kommen. Fakt ist, daß er die Umwidmung mitmachen wird)
Ronald: Du mußt diese Traurigkeit fühlen!
51.16 Ronald: Du mußt sowohl sagen, daß dir der Schmerz zu groß ist und daß du ihn nicht fühlen kannst, also auch mußt du aber trotzdem versuchen, ihn zu fühlen (Das ist nicht nur unlogisch, mathematisch falsch oder naiv-optimistisch, sondern zeugt meines Erachtens von einer Verdrängung seinerseits und einer Gegenübertragung: Er macht den Vogel Strauß, und er stürzt sich in das Drehkreuz (Sandra in Kalifornien, Turnstile: Augen zu und durch) oder will mich in das Drehkreuz stürzen lassen. Das kann aber nicht richtig sein. Das Anhalten und Innehalten vor dem Drehkreuz wäre hier richtig: das Wahrnehmen der Bewußtlosigkeit und die Bewußtmachung der Angst vor dem Sterben, das auf mich hinter dem Drehkreuz erwartet. Der Schmerz ist wirklich zu groß (Es ist zwar tatsächlich „nur ein Gefühl“, aber eins, daß ich nicht haben kann (Erstickung und andere Gründe). Wenn man versuchen will, diesen Schmerz zu verschmerzen, dann müßte man vor dem Drehkreuz stehen bleiben. Das weiß ich. Mit einem „versuche es trotzdem“ (durch das Drehkreuz durchzurammeln), ist es nicht getan, wenn man noch an eine Heilung glauben sollte. Ich aber glaube ja eigentlich schon nicht mehr daran (weiß das nur noch nicht; das kommt in wenigen Wochen), ich „sage“ es nicht nur (daß der Schmerz zu groß ist), sondern weiß es eigentlich schon: daß der Schmerz tatsächlich zu groß ist)
51.31 Therapeutisch völlig richtig, ermutigt mich Ronald, dem Schmerz nicht auszuweichen (Die Frage ist nur, ob wir uns hier noch im Rahmen der Therapie befinden. – Ja, noch ist der New Deal nicht da)
51.39 Das Geschäftliche und die Fortführung der Therapie Betreffende
52.30 Ich habe eine solche Angst, heute noch in die katastrophalen Gefühle zu geraten, und will mich absichern, sogar heute noch eine zweite Sitzung nehmen zu können, weil ich das Ziel der Sitzung nicht erreicht habe (Bilanz)
Ronald stimmt mir zu, daß ich die Gefühle zu Ende fühlen muß, aber heute nicht mehr, ich hätte „die richtigen Einsichten und Konsequenzen daraus gezogen“, die Sitzung sei damit „abgeschlossen und abgerundet“. (Er mißversteht mich aber doppelt: Einmal auf einer harmlos-oberflächlichen Ebene: Ich habe von einer zweiten Sitzung gesprochen, und zweitens auf einer schwerwiegenderen Ebene: Ich habe keine „Einsichten“ gehabt; deshalb habe ich ja gesagt, daß ich das Ziel der Sitzung (eben das Wissen, die „Einsicht“) nicht erreicht habe. Er redet mir in seiner Gegenübertragung (oder einfach auch nur Müdigkeit – aber nach einer nur kurzen Sitzung wie dieser ist das unwahrscheinlich) ein, ich hätte mein Ziel für die Sitzung erreicht. Das alles spricht für Verdrängung seinerseits)
Einsicht in die Notwendigkeit des Abbruchs der Regulär-Sitzung und Verabschiedung
29. Selbstgespräch – pessimistisch-realistisches Nachwort. Ich konterkariere und relativiere das unter Kapitel 26 Gesagte: Jetzt kein eindeutiges Bekenntnis zu weiterer Therapie mehr, möglicher Übergang zur Sterbebegleitung
53.35 Es ist endlos schrecklich (Das ist natürlich auch und zuvörderst, aber nicht nur ein „altes Gefühl“, bzw. ist dieses alte Gefühl so beschaffen, daß es sich in die Endlosigkeit perpetuieren muß. Es ist rührend und beeindruckend, wie ich es aber trotzdem loswerden will oder glaube, loswerden zu können, indem ich „fühle“ und das Gefühl genau wahrnehme: als endlos schrecklich.)
54.04 Ruhiger, aber nicht weniger entschieden in der Aussichtlosigkeit und Unrettbarkeit
54.45 (niedergeschlagen)
55.08 Ich raffe mich auf, die Gegenwart verlangt Beachtung, ich habe viel (Wohnungen?) zu tun bis zum Abend (an dem ich rausfahren werde?)
55.24 Es fällt mir sehr schwer, in die Gegenwart mit ihren Aufgaben zu kommen, denn sie bedeutet, daß ich mich in ihr von Nasti trenne bzw. zumindest nicht bei ihr sein werde – das zerreißt mich wieder vor Schmerz (Fremdzentriertheit). Ich bitte Nasti um Verzeihung
56.00 Die Gegenwart ist schrecklich – wie die Vergangenheit: eine Trennung ist unvorstellbar
Einsicht in die Unmöglichkeit einer Abhilfe (jedenfalls jetzt nicht – aber wohl auch für immer)
56.45 Ich reiße mich aus der Sitzung los; ich weiß, daß ich in dieser drinbleiben will und ewig könnte (auch, wenn es doch nur eine Allein-Sitzung jetzt ist) wie in der Beziehung mit Nasti

