Der Sportplatz: Teil 0: Vom Nichts zum Ort (Text)


Der Sportplatz.
Ein dreijähriger Junge sieht seine Nicht-Existenz ein. Zu Ursache und Unterwindung des Existenzialismus. Der Lebenswille hat eine Voraussetzung: das Dasein.
Teil 0: Vom Nichts zum Ort (der Stelle)

Material aus: Stunde der Tiefenwahrheit vom 30.05.2011

Video

Vorrede:

Kontext in der Gegenwart: Eine ferne, kaum vernehmbare Ungeduld, eine Lähmung zu beenden und endlich mit dem Leben anzufangen (Lebenswille). Das verbliebene Leben ist verschwindend winzig. Es ist, als ob da ein Fenster – ein ganz kleines, eine ganz kleine Verbindung – wieder zum Subjekt selbst hergestellt wird. Das hängt mit einem bestimmten Ort zusammen, an dem sich das Subjekt, zwar in seiner Nichtigkeit, aber dennoch da seiend, zum letzten mal in seinem Leben authentisch wahrgenommen hat. An diesen Ort gelangt das Subjekt jetzt – da es sich in der Gegenwart der Nichtigkeit wahrnimmt, sein Nicht-Dasein beklagt und da sein will – automatisch zurück: Regression. Das Subjekt denkt zwar schon an den Sportplatz, kann aber zunächst nur, weil die Sache zu schmerzlich ist, von “der Stelle” sprechen, die sowohl einen Gegenstand in seiner Seele als auch einen bestimmten Ort der Erfahrung bezeichnet. Das Subjekt will mit der Sprache herauskommen, kann aber – verschüttet, begraben und von einer großen seelischen Last bedrückt – nur extrem langsam sprechen (hier gerafft; ein Beispiel mit der Originalsprechgeschwindigkeit im Anhang des Videos bei ab 7:59 ).

Wortlaut aus der Stunde der Wahrheit:

Es kamen mir einfach so wieder die Bilder… Ich mußte einfach wieder nur daran denken. Weißt du, du kannst dir das nicht vorstellen, wie schwierig das alles ist, wie sehr, wie sehr, wie extrem sehr ich mich selber verloren habe und daß es mich gar nicht gibt. Mich gibt es gar nicht. Ich weiß… Ich weiß, was ich sage, und ich bin schon dankbar, daß ich das schon überhaupt sagen kann und darf. Ich darf das sagen. Es ist schon gut, daß ich das sagen darf. Stimmt’s? 

Wahrheitsbegleiter: Ja, das stimmt, Peter, das ist gut. 

Es ist gut, daß du dort mit… (weinen) … mir… (weinen) … zusammen bist: das ist so gut. Aber ich habe Angst, daß es wieder weg geht. Es ist so gering und so klein, und ich muß, ich muß dort bleiben an dieser Stelle. Ich darf das nicht übergehen, ich muß dort bleiben an dieser Stelle bleiben. Das ist schon so viel und so gut und so wichtig, daß ich erstmal nur an dieser Stelle sein darf und kann. 

Es ist, als ob da ein Fenster ist zu mir selber, eine ganz kleine Verbindung wieder zu mir selber hergestellt wird. 

Jetzt eben habe ich auch so eine Art Schmuck* gesehen und diese Stelle: der Eingang zu dem Sportplatz. 

__________

* Vergleiche mit Buch Peter Töpfer: “Pan-Agnostik” Kapitel 39.10. Gott spielen zur Erzeugung von Resonanz (Amulette, Maskottchen und Talismane) 

Siehe auch schriftliches Vorwort zur Video-Reihe “Der Sportplatz”

Material aus dieser Liegung in Tiefenwahrheit vom 30.05.2011 wurde auch in “Tiefenwahrheit in Aktion: Das Auftauen aus ödem Stumpfen in die Lebendigkeit” benutzt (Textversion). 

.

.

.

.